Am Freitag startet in den Playoffs der National League die Viertelfinal-Serie zwischen dem EV Zug und dem HC Davos. Es wird eine Playoff-Serie, die gleich für neun Spieler etwas besonderer ist als andere Duelle, denn sie treffen auf einen ehemaligen Arbeitgeber.
Drei seiner sieben Meistertitel gewann Leonardo Genoni mit dem HC Davos. Bei den ZSC Lions reichte es nicht aus für die Feuertaufe in der National League, das holte der Torhüter im Landwassertal nach. Zwischen 2007 und 2016 hütete Genoni das Tor des HCD, womit er beim letzten Meistertitel der Bündner im Tor stand. Damals hielt er in den Playoffs mit einer fantastischen Fangquote von 94.3 Prozent praktisch alles, was auf seinen Kasten geflogen kam. Bekanntlich kamen nach seiner Zeit in Davos vier weitere Schweizer Meistertitel hinzu. Ausgerechnet die Bündner möchten nun schon frühzeitig einem achten Genoni-Meistertitel den Riegel vorschieben.
Über mehrere Saisons war Luca Hollenstein das Zuger Backup für Leonardo Genoni. In der Zentralschweiz war er mit dabei bei den beiden Meistertiteln. Erstmals in der Saison 2015/16 streifte sich Hollenstein ein EVZ-Trikot über, damals noch auf der Stufe der U17. Nach 83 Einsätzen bei den Profis der Zuger wagte Hollenstein im Sommer den Schritt aus dem Schatten von Genoni heraus. Beim HC Davos wusste der 25-jährige Torhüter mit einer Fangquote von 91.8 Prozent durchaus zu überzeugen. Auch wenn er vorerst noch Sandro Aeschlimann den Vortritt lassen muss, kann er in den Playoffs eine wichtige Rolle einnehmen. Im dicht getakteten Playoff-Spielplan wird es wichtig sein, dass Hollenstein für seinen Goaliekollegen eine Entlastung darstellen kann.
Wenn die Sprache gerade von Sandro Aeschlimann ist, gehört natürlich auch er in diese Auflistung. 2019 wechselte Aeschlimann aus Zug zum HCD. Es waren die Zentralschweizer, die den Torhüter davor nach drei Jahren in Nordamerika in die Schweiz zurück lotsten. Aeschlimann bestritt in Zug die Spiele zwar mehrheitlich mit der EVZ Academy in der Swiss League, kam aber auch zu 25 Einsätzen mit der ersten Mannschaft. In Davos hat er sich zur Nummer eins gemausert, mit der noch mindestens bis 2027 geplant wird. In den letzten beiden Playoffs hielt er dem HCD mit Fangquoten weit über der 90er-Marke den Rücken frei. Starke Playoffs wären für Aeschlimann sicherlich auch wieder ein Argument für einen allfälligen Platz im Schweizer WM-Kader.
Wir bleiben gleich bei der Hintermannschaft des HC Davos und machen mit dem schwedischen Verteidiger Calle Andersson weiter. Der EV Zug holte ihn einst per Leihe in der Saison 2014/15 in die Schweiz. Nach 26 Einsätzen zog es Andersson weiter nach Lugano. Danach versuchte es der Zwei-Weg-Verteidiger in der AHL. Via Bern und abermals Lugano landete Andersson in der Startphase dieser Saison in Davos. Mit dem HCD spielte Andersson schon 2023 als Verstärkungsspieler am Spengler Cup mit und konnte dort sogleich einen ersten Titel mit seinen heutigen Teamkollegen feiern. Mit dem SC Bern wurde Andersson schon zweimal Schweizer Meister und einmal Cupsieger. Der grossgewachsene Abwehrspieler hat in Davos einen langfristigen Vertrag bis 2028 unterzeichnet.
Gemeinsam mit Luca Hollenstein wechselte im letzten Sommer auch Nico Gross zu den Bündnern. Beim EHC St. Moritz startete er seine Karriere, schlug dann aber mit dem Wechsel nach Zug einen für einen Youngster aus Graubünden eher ungewohnten Weg ein. Nach drei Jahren in der OHL etablierte er sich in der National League als verlässliche Kraft in der Abwehr. Nach zwei Meistertiteln mit dem EVZ verfolgt Gross inzwischen mit dem Rekordmeister grosse Ziele. Weder in der National League noch am Spengler Cup gelang ihm ein Treffer für die Davoser, vielleicht glückt dem Defensivspezialisten ausgerechnet gegen seinen langjährigen Club seine Torpremiere. Gross verhindert aber vorzugsweise Gegentore, statt dass er sie selbst erzielt. Auch beim EVZ sind in 228 Partien lediglich neun Treffer zusammengekommen.
Nach nun vier aktuellen HCD-Spielern folgt noch ein Offensivquartett aus der Mannschaft von Dan Tangnes. 2015 gehörte Grégory Hofmann zum Davoser Meisterkader. Ausgebildet in La Chaux-de-Fonds und vom HC Ambri-Piotta landete Hofmann 2012 in Davos. Nach dem Titelgewinn zog es ihn zurück ins Tessin zum HC Lugano, unvergessen bleibt das Interview, in dem Trainerlegende Arno Del Curto Hofmann dazu drängt, den Transfer nach Lugano offenzulegen. Erst der Wechsel zum EV Zug sollte ihm dann als Sprungbrett für einen Anlauf in der NHL dienen. Bekanntlich ist der linke Flügelstürmer noch in der Saison 2021/22 wieder nach Zug zurückgekehrt. Im Vorjahr verpasste der treffsichere Stürmer die Playoffs, umso mehr wird der mittlerweile dreifache Schweizermeister auf die diesjährigen Finalspiele brennen.
Der EV Zug hat noch einen dritten Davoser Meisterspieler im derzeitigen Kader, es handelt sich dabei um Dario Simion. Der WM-Silbermedaillengewinner von 2024 ist auf Abschiedstour mit den Zugern, in der kommenden Saison wird er das Trikot des HC Lugano tragen. Bei den beiden Tessiner Clubs ausgebildet, zog es Simion 2014 nach Davos und vier Jahre später weiter in die Zentralschweiz. Der 30-jährige Flügelstürmer wird mindestens als dreifacher Schweizer Meister ins Tessin zurückkehren. 733 Spiele in der National League sind bei Simion mittlerweile zusammengekommen, er steht dabei bei 349 Scorerpunkten. Es werden bereits seine zwölften Playoffs in der National League.
Auf der Stufe der U20 stiess Fabrice Herzog erstmals zum EV Zug. In der Saison 2012/13 debütierte er dann auch in der höchsten Schweizer Spielklasse, bevor es ihn für ein Jahr nach Kanada zog. Nach einer erneuten Saison in Zug wechselte Herzog zu den ZSC Lions. Mit den Zürchern wurde er 2018 erstmals Schweizer Meister, selbiges Kunststück gelang ihm 2022 auch mit dem EV Zug. Auf dem Weg zurück nach Zug landete Herzog aber für zwei Jahre beim HC Davos. 91 Einsätze mit den Bündnern kamen insgesamt zusammen. Ob er allerdings gegen seinen Ex-Club auf dem Eis stehen wird, ist höchst fraglich. Wegen einer Oberkörperverletzung musste er sich im Februar unters Messer legen.
Auf diese Saison hin ist beim EVZ noch ein weiterer Ex-HCDler hinzugekommen. Nando Eggenberger wechselte vom HC Ambri-Piotta in die Zentralschweiz. Wie so manch ein talentierter Junior des EHC Chur fand auch Nando Eggenberger schon früh den Weg in den Nachwuchs des HC Davos. Vor und nach seiner Saison in der kanadischen OHL trug er das blau-gelbe Trikot in insgesamt 109 Partien. Via den SCRJ Lakers und dem HC Ambri-Piotta führte dann der Weg zu seinem heutigen Verein. In Zug ist er einer von vier Flügelspielern mit Davoser Vergangenheit. Genau wie Herzog, ist Eggenberger bis 2026 an den EVZ gebunden, Hofmann besitzt gar einen Vertrag bis 2028.
Es sind aber nicht nur die Spieler auf dem Eis, die eine Vergangenheit beim Playoff-Gegner mitbringen. Josh Holden war bekanntlich Assistenztrainer unter Dan Tangnes beim EV Zug, für den er selbst während zehn Saisons auf dem Eis gestanden hatte. Doch auch beide Assistenztrainer des HC Davos haben auch schon ihre Spuren in Zug hinterlassen. Glen Metropolit spielte in den Saison 2010/11 und 2011/12 für den EVZ. In dieser Zeit als Metropolit in Zug auf dem Eis stand, betreute Waltteri Immonen die erste Mannschaft des EVZ bereits als Assistenztrainer, in dieser Funktion wirkte er zwischen 2008 und 2018 beim EVZ.
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