In diesem Artikel gehen wir pro NL-Team einem namhaften Abgang aus den letzten Jahren auf die Spur. Berücksichtigt wurden dabei Transfers ins Ausland. Wir werfen dabei einen Blick auf deren Engagement in der Schweiz und nun deren aktuelle Performance bei einem neuen Team.
Dies ist Teil 1 der Analyse bekannter Abgänger aus der National League in den letzten Jahren. In diesem Teil werden die Teams SC Bern, EHC Biel-Bienne, HC Davos, HC Fribourg-Gottéron, Genève-Servette HC, EHC Kloten und Lausanne HC betrachtet. Teil 2 findest du HIER.
Der Aufenthalt des Schweden in der Schweiz war nur von kurzer Dauer. Auf die Saison 2019/20 holte der EV Zug den schwedischen Weltmeister aus der NHL nach Europa. In seiner einzigen Saison bei den Zugern konnte Lindberg 30 Scorerpunkte sammeln aus 46 Einsätzen. Fiel aber auch durch seine 91 Strafminuten auf. Nach kurzem KHL-Aufenthalt zog es den Schweden zum SC Bern für die Saison 2022/23. Dort war er hinter Chris DiDomenico direkt der zweitbeste Scorer des Teams mit 42 Scorerpunkten aus 51 Spielen. Mit dem Viertelfinal-Aus in den Playoffs endete auch das Kapitel Schweiz für Lindberg.
Den Stürmer zog es zurück in seine Heimat und er schloss sich wieder seinem Jugendverein Skellefteå AIK an. Ein Wechsel mit Erfolg, denn direkt in seiner ersten Saison nach seiner Rückkehr krönte sich Lindberg zum SHL-Champion und erzielte dabei die meisten Punkte der Liga (51 Scorerpunkte). Der Stürmer wurde zudem als "SHL Forward of the Year" ausgezeichnet und ins schwedische All-Star-Team gewählt. In der aktuellen Spielzeit kommt Lindberg bereits wieder auf 33 Scorerpunkte aus 39 Spielen für den Tabellen-Siebten. Mit solchen Leistungen entpuppt sich der kreative und passgenaue Lindberg als echter Verlust für unsere National League.
Der Schweizer Verteidiger entwickelte sich über die Jahre in Biel vom Junioren zum Captain des A-Teams. In seiner letzten Saison 2020/21 konnte Janis Moser in 48 Spielen 30 Scorerpunkte abrufen. Kurz darauf wurde der starke Defensivverteidiger im NHL Draft 2021 von den Arizona Coyotes in der zweiten Rund mit Pick 60 gedraftet. In der Folge zog es den jungen Schweizer nach Nordamerika.

Bei den Coyotes entwickelte sich Janis Moser zu einem gestandenen NHL-Söldner, wo er in drei Saisons 205 Spiele absolvierte und dazu mit 72 Punkten noch das Scoren für sich entdeckte. Während dem Umbruch der Arizona Coyotes nach Salt Lake City zum Utah Hockey Club wurde Moser diesen Sommer zu den Tampa Bay Lightning transferiert. Ein starker Aufstieg in ein Team, welches zum erweiterten Favoritenkreis gehört und den Stanley Cup in den letzten Jahren mehrmals gewinnen konnte. In Tampa fühlte sich Moser direkt wohl, zeigte starke Leistungen und überzeugte mit 10 Scorerpunkten aus 27 Spielen, ehe ihn eine Verletzung für längere Zeit zum Pausieren zwang. Eine Rückkehr steht noch aus, doch "JJ" Moser will dann nahtlos an seine guten Auftritte anknüpfen.
Ein weiterer Schweizer Verteidiger, welcher den Schritt ins Ausland wagte, ist Dominik Egli. Der 26-Jährige wechselte diesen Sommer nach Schweden zum Frölunda HC. Bei dem schwedischen Top-Team brauchte er keine lange Angewöhnungsphase, denn der Schweizer konnte direkt überzeugen und sich in der ersten Abwehrlinie installieren. Mit dem Genfer Meisterhelden Henrik Tömmernes an der Seite, fand er einen überragenden Mentor und Abwehrpartner. Auch von Seiten des Noch-Headcoaches Roger Rönnberg (wechselt zu Gottéron nächste Saison) erhält Egli viel Vertraue, welcher dafür sorgt, dass der Verteidiger massig Einsatzzeit bekommt. Derzeit steht Egli fast in jedem Spiel um die 20 Minuten auf dem Eis und konnte in 32 Partien auch schon 13 Scorerpunkte liefern.
Bei Gottéron mussten wir etwas tiefer graben, um einen abgewanderten Spieler zu finden, welcher derzeit noch im Ausland aktiv ist. Daniel Brodin spielte jedoch zwischen 2019 und 2022 drei Saisons lang bei Fribourg-Gottéron und konnte dabei gerade in seiner ersten Saison ordentliche Zahlen abrufen. Mit 16 Toren und 16 Assists war der Schwede der zweitbeste Scorer des Teams, welches die Saison auf dem siebten Rang abschloss. Im Anschluss verpasste Brodin viele Spiele und konnte auch punktemässig nicht mehr viel produzieren.
2022 wechselte der Schwede zurück in die Heimat und schloss sich in der zweithöchsten schwedischen Liga, der HockeyAllsvenskan, dem Djurgårdens IF an. Dort konnte der 34-Jährige jeweils immer über 20 Scorerpunkte sammeln, landete aber nie wirklich unter den absoluten Topscorern. Diese Saison scheint Brodin noch zu hadern, konnte er doch erst acht Scorerpunkte sammeln aus 31 Einsätzen. Immerhin erreichte der Mann aus Stockholm diese Saison den Meilenstein von 500 Pflichtspielen für seinen Jugendverein, mit dem er das Ziel des Aufstiegs in die höchste Spielklasse, die SHL, verfolge.
Das Résumé des schwedischen Top-Verteidigers ist beachtlich, konnte er doch in seiner Karriere bereits zweimal die Champions Hockey League, einmal die Schweizer Meisterschaft und einmal die schwedische Hockeyliga gewinnen. Das Abenteuer für Tömmernes in der Schweiz startete im Jahr 2017 und dauerte fünf Spielzeiten lang. Dabei hinterliess der Schwede seine Spuren, konnte er doch in jeder einzelnen Saison über 27 Scorerpunkte abliefern. Als Highlight stechen vor allem seine unglaublich starken 58 Scorerpunkte aus der Saison 2021/22 hervor, sowie der sensationelle Gewinn der erstmaligen Meisterschaft mit den Genfern im Folgejahr. Es war ein perfekter Abschluss einer erfolgreichen Zusammenarbeit.
Seit der Saison 2023/24 läuft Tömmernes wieder für den Frölunda HC auf. Im Team des Tabellen-Vierten ist er der Abwehrchef, neben ihm in der ersten Formation spielt wie bereits erwähnt der Schweizer Dominik Egli. Tömmernes zeigt auch diese Saison, warum er zu den besten seines Fachs gehört und er auch im Alter von 34 Jahren noch einen Mehrwert als Zwei-Weg-Verteidiger liefern kann. Er steht nach 36 Spielen bereits wieder bei 26 Scorerpunkten.

Aus der KHL holte sich der EHC Kloten vor drei Jahren einen finnischen Torhüter namens Juha Metsola und verstärkte sich somit nach dem Aufstieg in die National League auf der wohl wichtigsten Position im Hockey. Bei den Flughafenstädter konnte er den einen oder anderen Sieg mit mirakulösen Paraden sicherstellen. In seiner ersten Saison wusste Metsola direkt zu überzeugen und krallte sich mehr Siege als Niederlagen. Insgesamt war der Finne jedoch während seiner Zeit nicht der Heilsbringer in Kloten. Gegen Ende sackte seine Fangquote gar auf knappe 90% herunter.
Auf diese Saison hin wechselte auch Metsola zurück in die Heimat. Der 35-Jährige schloss sich erneut Tappara Tampere an, welche derzeit auf dem mittelmässigen achten Tabellenrang stehen in der finnischen Liga. Seine Fangquote liegt jedoch auf einem Allzeit-Karriere-Tief von 89,4% nach 33 Einsätzen.
Christian Djoos war letzte Saison ein wesentlicher Bestandteil einer starken Lausanner Mannschaft, welche erst in Spiel 7 des Playoff-Finals sich den Zürchern geschlagen geben musste. Vor seinem Engagement beim EV Zug, mit welchen er den Meistertitel 2022 feiern konnte, krönte sich Djoos zum Stanley-Cup-Sieger mit den Washington Capitals 2018. Nach zwei erfolgreichen Saisons in Zug zog es den produktiven Verteidiger nach Lausanne, wo sich der Schwede direkt als zentraler Ankerpunkt in der Abwehr etablierte. 34 Scorerpunkte konnte Djoos beim LHC sammeln.

Sein Wechsel zum Stammverein Brynäs IF erwies sich als Glücksgriff für beide Parteien. Denn der Klub liegt derzeit in der SHL auf dem souveränen ersten Rang und auch der 30-jährige Verteidiger konnte bereits 10 Scorerpunkte in 22 Spielen beisteuern, verpasste jedoch einen Grossteil der Spiele zu Beginn der Saison. Vor der Saison wurde Christian Djoos von dem Sweden Herald als einer der "heissesten Neuzugängen der SHL" bezeichnet.
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