In diesem Format gehen wir pro NL-Team einem namhaften Abgang aus den letzten Jahren auf die Spur. Berücksichtigt wurden dabei Transfers ins Ausland. Wir werfen dabei einen Blick auf deren Engagement in der Schweiz und nun deren aktuelle Performance bei ihrem neuen Team.
Dies ist Teil 2 der Analyse bekannter Abgänger aus der National League in den letzten Jahren. In diesem Teil werden die Teams HC Lugano, SC Rapperswil-Jona Lakers, SCL Tigers, ZSC Lions, EV Zug, HC Ajoie und HC Ambri-Piotta betrachtet. Teil 1 findest du HIER.
Neben Omark gab es in der Schweiz einen weiteren Linus, der die National League über Jahre nach Belieben dominierte - und zwar Linus Klasen. Der schwedische Edeltechniker spielte während sechs Jahren für den HC Lugano und erreichte dabei mit Ausnahme von der Saison 2019/20 in jeder Spielzeit die Playoffs. Gleich in seiner ersten Saison bei den Bianconeri konnte der Stürmer mit 55 Scorerpunkten glänzen und war damit der zweitbeste Scorer der gesamten Liga. Auch die Jahre danach gehörte Linus Klasen stets zu den absoluten Leistungsträgern der Luganesi.
Im Anschluss wechselte Klasen zuerst zum Luleå HF, wo er direkt einschlug und kehrte daraufhin für ein kurzes Intermezzo in die Schweiz zum EHC Visp zurück. Mittlerweile spielt der Stürmer wie Daniel Brodin bei Djurgårdens IF in der zweithöchsten schwedischen Liga. Dort ist der 38-Jährige diese Saison ein Punkt-pro-Spiel-Spieler mit starken 31 Scorerpunkten aus 31 Spielen.
Den tschechischen Superstar braucht man in der Schweiz keinem mehr vorzustellen, denn kein Name war in den letzten Jahren so präsent in der Scorerwertung vertreten wie jener von Roman Cervenka. Im Alter von 39 Jahren stehen in seinem Leistungsnachweis zwei WM-Goldmedaillen, zwei WM-Bronzemedaillen, ein tschechischer Meistertitel, ein KHL-Meistertitel und unzählige MVP als auch All-Star-Auszeichnungen. Was Cervenka jedoch während seiner Zeit in der Schweiz für Fribourg, ZSC und die Lakers nie erreichen konnte, war der Gewinn der Schweizer Meisterschaft. Nichtsdestotrotz blickt der Tscheche auf eine äusserst erfolgreiche Zeit in der Schweiz zurück, konnte er doch in 362 NL-Spielen unglaubliche 402 Scorerpunkte sammeln.

Und auch nach seiner Rückkehr in die Heimat zum HC Dynamo Pardubice verlernte der Ausnahmekönner nicht sein Handwerk - in 40 Spielen konnte sich Cervenka bereits 17 Tore und 20 Assists gutschreiben lassen.
Nach seinem AHL und NHL Abenteuer zog es den Kanadier nach Deutschland. Durch eine kurzzeitige Leihe zum Lausanne HC in der Saison 2019/20 schnupperte der grossgewachsene und kräftige Stürmer (1,95 m und 91 kg) erstmals NL-Luft. In der Saison 2021/22 schloss sich Alexandre Grenier dann den SCL Tigers an. Im Emmental lief es dem multidimensionalem Flügel äusserst gut, konnte er doch gleich 48 Scorerpunkte produzieren aus 47 Einsätzen. Mit seiner Scoringausbeute von 13 Toren und 35 Assists reihte er sich unter die zehn besten Scorer der National League jener Saison ein.
Doch nach nur sechs Spielen in seiner zweiten Saison lösten die Tigers in gegenseitigem Einvernehmen den Vertrag auf. Grenier fiel beim Trainer Thierry Paterlini in Ungnade und sah sich gezwungen, den Verein in Richtung Eisbären Berlin zu verlassen. Doch auch dort blieb er nur bis zum Saisonende, ehe es den Kanadier 2023 zu den Kölner Haie zog. Bei den "Sharks" fühlt sich der 33-Jährig richtig wohl, konnte er doch in der ersten Saison gleich 39 Scorerpunkte abliefern und steht auch in der aktuellen Spielzeit mit Topwerten da (35 Scorerpunkte aus 36 Spielen). Mit Köln ist er derzeit von Tabellenplatz 6 aus auf Playoff-Kurs.
Bei den Lions kam es in den letzten Jahren immer wieder zu berühmten Spieler-Rochaden. Doch kaum ein Spieler legte einen beeindruckenderen Werdegang hin als Pius Suter (ausser vielleicht Auston Matthews). Mit den Lions gewann der Center 2018 die Schweizer Meisterschaft. Ein Jahr später entfachte Suter nochmals ein ordentliches Feuerwerk, denn in der National League krönte er sich zum MVP und Liga-Topscorer der Saison 2019/20. Der gebürtige Zürcher wechselte daraufhin auf die Saison 2020/21 zu den Chicago Blackhawks in die NHL, wo er sich direkt einen Stammplatz ergattern und 27 Scorerpunkte in 55 Einsätzen generieren konnte.
In der Folge unterschrieb Suter bei den Detroit Red Wings, wo er zwei volle Saisons zum Einsatz kam und in dieser Zeit 60 Scorerpunkte sammeln konnte. Seit der Saison 2023/24 spielt der Powerstürmer bei den Vancouver Canucks, seine wohl bisher aussichtsreichste Station - konnte er sich doch mit dem kanadischen Team direkt erstmals in seiner Karriere für die Playoffs qualifizieren. In einem starken Canucks Team fühlt sich der Schweizer pudelwohl und bekommt ordentlich Einsatzzeit. In der aktuellen Spielzeit konnte der 28-Jährige 13 Tore erzielen und 10 Assists beisteuern aus 50 Einsätzen. Derweilen kämpfen die Canucks erneut um einen Playoff-Platz - diesmal dürfte es jedoch enger werden als noch das Jahr zuvor.
Der gebürtige Mannheimer spielte seine ganze Jugend bei seinem Heimatverein aus der Region und erlernte dort die Hockeykünste. Doch der Deutsche vollzog damals nie den Schritt in die erste Mannschaft, sondern wollte sich direkt in jungen Jahren im Ausland beweisen und entwickeln, weswegen es Michaelis schon früh nach Nordamerika zog. Nachdem der Stürmer jahrelang um einen Platz in der besten Liga der Welt gekämpft hatte, klappte es 2020/21 mit seinem NHL-Debüt - die Freude währte jedoch nicht lange. Lediglich 15 Spiele stand Michaelis bei den Vancouver Canucks auf dem Eis, dabei blieb er ohne Scorerpunkt.
Nach kurzzeitigem Zwischenstopp in der AHL, wechselte der Offensivmann in die Schweiz zu den SCL Tigers. Dort entwickelte er sich direkt zum Leistungsträger und empfahl sich mit 39 Scorerpunkten aus 45 Spielen für eine aussichtsreichere Station, dem EV Zug. So ging der Stürmer in der Folge nach nur einer Saison im Emmental, vergangene Saison dann für die Zuger auf Punktejagd. Dort sammelte der deutsche Nationalspieler 37 Scorerpunkte in der Regular Season und konnte zudem in den Playoffs noch sechs weitere Punkte beisteuern. Obwohl Michaelis zu den Teamstützen gehörte, konnte er sich selbst in der Schweiz nie richtig einleben, weswegen es den Deutschen zurück in die Heimat zog.

So schloss sich Marc Michaelis auf diese Saison hin seinem Jugendverein Mannheim an. Endlich konnte er für seinen Heimatverein auch die ersten Schichten im A-Team absolvieren. Bei den Adlern wurde er direkt zum Captain ernannt und zahlte dieses Vertrauen bisher in Form von 26 Scorerpunkten aus 41 Spielen zurück.
Nun müssen wir etwas schummeln und von der eigentlichen Struktur abweichen, da der HC Ajoie kaum Abgänge ins Ausland zu verzeichnen hatte in den letzten Jahren, welche heute noch aktiv sind. Somit haben wir uns für einen namhaften Wechsel innerhalb der Schweiz entschieden. Denn mit Guillaume Asselin verfügten die Jurassier über einen Spieler, der drei Saisons lang zum Gesicht des Vereins gehörte. In dieser Zeit verpasste der kanadische Flügelstürmer doch auch häufig Spiele, konnte aber in seiner besten Saison 34 Scorerpunkte aus 44 Einsätzen abrufen und war mit 18 Toren der beste Torschütze des Teams.
Nach nur 29 Spielen in der vergangenen Spielzeit zog man im Jura einen Schlussstrich mit dem 32-Jährigen. Neu läuft Asselin für den EHC Olten in der Swiss League auf und liefert direkt astronomische Zahlen ab. Mit 63 Scorerpunkten aus 45 Spielen zeigte er eindrücklich, dass er eigentlich nicht in diese Liga gehört, sondern sich einen Platz zumindest in der National League verdient hätte. Wenig verwunderlich, dass man den Stürmer mit Handkuss in Olten begrüsste.
Auch bezüglich Ambri-Piotta mussten wir etwas in die Trickkiste greifen, da Michael Spacek nicht direkt von der Leventina ins Ausland wechselte, es sich aber definitiv so anfühlte. Denn nach zwei unglaublichen Saisons bei den Biancoblu, wo er sich zweimal als bester Scorer des Teams auszeichnen konnte, wagte der Tscheche seinen nächsten Karriereschritt zum Genève-Servette HC auf diese Saison hin. Nachdem der Spektakelstürmer bei Ambri in beiden Saisons je 50 Scorerpunkte sammeln konnte, waren die Erwartungen extrem hoch an den 27-Jährigen. Trotz ordentlichen Werten von 13 Punkten aus 21 Spielen stand der Tscheche am Ende als kleiner Sündenbock für den verpatzten Saisonstart da.
So kam es, dass ihn die Grenats nach rund etwas mehr als einem Drittel der Saison in seine Heimat ziehen liessen. Der Offensivmann konnte dort direkt einen Einstand nach Mass abliefern, traf er doch sogleich bei seinem ersten Einsatz für seinen neuen Verein, den HC Sparta Praha. Mittlerweile steht Spacek bei 20 Scorerpunkten aus 18 Spielen und lieferte deutliche Argumente dafür, dass die Servettiens wohl zu früh den Geduldsfaden verloren haben und sie seinen Abgang wohl mittlerweile bereuen werden. Für Prag erwies sich Spacek als absoluter Glücksgriff, denn der Stürmer zeigt nicht nur beeindruckende Zahlen, sondern hatte auch massgeblichen Anteil daran, dass Sparta derzeit vom souveränen ersten Tabellenrang der tschechischen "Extraliga" grüsst.

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