Beim EHC Kloten ging es in den letzten Tagen drunter und drüber, Auslöser war der Dopingverdacht gegen Miro Aaltonen. Doch nicht nur in der Flughafenstadt geniessen die ausländischen Spieler derzeit grosse Aufmerksamkeit bei der Kaderplanung. Wir haben in einer zweiteiligen Artikel-Serie die Situation im Hinblick auf die nächste Saison unter die Lupe genommen. Im Teil zwei folgen die Teams auf den geraden Tabellenpositionen.
Vertrag für 2025/26 (4/6 Imports):
Spielen um einen neuen Vertrag: 🇺🇸 T.J. Brennan (1989 - D), 🇨🇦 Philip-Michaël Devos (1990 - C), 🇫🇷 Pierre-Édouard Bellemare (1985 - C/LW), 🇫🇮 Oula Palve (1992 - C)
Beim HC Ajoie blieben schon auf diese Saison hin nur drei Importspieler im Kader, womit ein Umbruch bereits lanciert wurde. Neuzugang Anttoni Honka konnten die Jurassier nach einer aktuellen Leihe bis 2027 binden, was sicherlich als Erfolg einzustufen ist. In der Offensive besitzen Jonathan Hazen, Jerry Turkulainen und Julius Nättinen noch einen Vertrag für de kommende Saison. Die beiden Finnen haben in der laufenden Saison bewiesen, dass sie ein Erfolgsfaktor sein können, jetzt muss das Team um sie herum passen. Gleichzeitig haben sich die beiden, im Fall von Turkulainen bis zu seiner Verletzung hin, auch für andere Clubs attraktiv präsentiert. Vorerst steht beim HCA so aber ein Quartett für die nächste Saison.
Wird der eingeläutete Umbruch weiter fortgeführt, sollten die Verträge von T.J. Brennan, Philip-Michaël Devos, Oula Palve und Pierre-Édouard Bellemare nicht mehr verlängert werden. Das Quartett dürfte für jüngere Alternativen ihren Platz freimachen. Allerdings ist es wohl gerade mit den Mitteln der Ajoulots nicht ganz so einfach zwei, bis drei hochkarätige Imports zu finden. So dürfte wohl doch noch die eine oder andere Vertragsverlängerung bevorstehen. Die grössten Chancen darauf haben Devos und Bellemare, falls dieser überhaupt nochmals eine Saison anhängen möchte. Dass man Oula Palve bedenkenlos zwischenzeitlich in Richtung Genf verliehen hat, ist kein gutes Zeichen für den Finnen. Auch in der Defensive dürfte nach drei Saisons mit Brennan nach einem Nachfolger gesucht werden.
Vertrag für 2025/26 (2/6 Imports):
Spielen um einen neuen Vertrag: 🇫🇮 Janne Juvonen (1994 - G), 🇨🇦 Kodie Curran (1989 - D), 🇨🇿 Dominik Kubalik (1995 - LW/RW), 🇨🇦 Chris DiDomenico (1989 - C/RW), 🇨🇦 Philippe Maillet (1992- C)
Beim HC Ambri-Piotta haben die bisherigen Transferaktivitäten eine massive Auswirkung auf die Importplanung hinsichtlich der kommenden Saison. Mit Philip Wüthrich wurde ein zweiter Schweizer Torhüter verpflichtet, nach über drei Saisons wird sich Janne Juvonen aus der Leventina verabschieden müssen. Dementsprechend kann das Importkontingent umgebaut werden, womöglich werden die Biancoblù gar nur mit sechs ausländischen Spielern in die nächste Saison starten. Fixiert sind die beiden Abwehrspieler Tim Heed und Jesse Virtanen, sie sind nicht nur in der Defensive wichtige Teamstützen, folgen sie in der internen Scorerrangliste direkt hinter Dominik Kubalik.
Damit bleiben wohl vier Plätze offen für ausländische Stürmer. Ambri-Piotta wird wohl bis an die eigene Schmerzgrenze gehen, um Dominik Kubalik weiterhin im Tessin zu halten. Seit seiner Ankunft konnte Routinier und Heisssporn Chris DiDomenico überzeugen, auch seine Chancen auf eine Vertragsverlängerung stehen gut. Es ist durchaus denkbar, dass Philippe Maillet auf der Centerposition ersetzt werden wird. Er ist neben Juvonen im Tor und Kodie Curran, für den es in der Verteidigung keinen Platz mehr haben wird, ein dritter Streichkandidat. Das wäre dann schon eine gehörige Veränderung, wenn man bedenkt, dass während der laufenden Saison schon Jakob Lilja und Jonathan Ang abgegeben worden sind. Mindestens zwei neue Importstürmer sind bei Ambri-Piotta aber durchaus zu erwarten.

Vertrag für 2025/26 (5/6 Imports):
Spielen um einen neuen Vertrag: 🇺🇸 Sean Malone (1995 - C), 🇸🇰 Michal Kristof (1993 - C/W)
Bei den SCL Tigers wird ganz hohen Wert auf Kontinuität gelegt. Die Emmentaler starteten gar mit sechs ausländischen Spieler in die Saison, die schon im Vorjahr in Langnau auf dem Eis gestanden hatten. Dafür, dass dem nicht mehr so sein wird, hat der Genève-Servette HC mit der Verpflichtung von Vili Saarijärvi gesorgt. Den Ersatz für den finnischen Abwehrchef haben die Tigers aber bereits gefunden, von den ZSC Lions aus wird Santtu Kinnunen ins Emmental wechseln. Damit ist die Abwehr mit Kinnunen und Juuso Riikola bereits besetzt.
Bleiben vier Kaderplätze für ausländische Stürmer, wobei deren drei mit finnischem Personal besetzt werden. Harri Pesonen, Saku Mäenalanen und Aleksi Saarela halten bereits einen Vertrag für mindestens eine weitere Saison in den Händen. Es sind in dem Fall nur der US-Amerikaner Sean Malone oder der Slowake Michal Kristof, der während der laufenden Saison zum Team gestossen ist, die sich um einen weiterführenden Vertrag duellieren. Kristof bleibt den Nachweis der von ihm erwarteten Scorerqualitäten bislang schuldig. Somit würde wieder viel für eine Vertragsverlängerung mit Malone sprechen. Der US-Amerikaner liefert trotz einer zwischenzeitlichen Verletzung zuverlässige Leistungen, weswegen wir auf einen Verbleib tippen würden.
Vertrag für 2025/26 (3/6 Imports):
Spielen um einen neuen Vertrag: 🇸🇪 Emil Djuse (1993 - D), 🇸🇪 Philip Holm (1991 - D), 🇺🇸🇮🇹 Bobby Nardella (1996 - D), 🇩🇰🇨🇦 Nicklas Jensen (1993 - RW/LW), 🇸🇪 Viktor Rask (1993 - C/LW), 🇨🇦 Tanner Fritz (1991 - C)
Schon in der letzten Saison bereiteten viele verletzungsbedingte Ausfälle den SC Rapperswil-Jona Lakers Bauchschmerzen. Auf diese Saison hin sollte auch einiges anders werden, überraschend kam dann aber noch der Abgang von Roman Cervenka hinzu. Doch auch in der neuen Saison stapelten sich die Verletzten. Noch im August musste Philip Holm verpflichtet werden, weil Emil Djuse den Saisonstart verpasste. Weiter kamen auch noch Bobby Nardella und Tanner Fritz hinzu.
Janick Steinmannn muss einmal mehr nach der Saison aufräumen, damit hat der SCRJ-Sportchef allerdings bereits begonnen. Weil die Verletztenliste kürzer geworden ist, willigten die Ostschweizer in einen Abgang von Pontus Åberg ein. Mit dem Zugang von Julius Honka sind drei Importplätze bereits besetzt. In der Offensive sammeln eigentlich gleich alle drei Imports Argumente für sich, zumindest phasenweise. So mangelt es Victor Rask und Nicklas Jensen etwas an jener Konstanz, die Malte Strömwall an den Tag legt. In der Defensive hat es neben Jacob Larsson und Julius Honka maximal Platz für einen weiteren Import, sollte sich der SCRJ für sieben Ausländer im Kader der nächsten Saison entscheiden.
Vertrag für 2025/26 (1/6 Imports):
Spielen um einen neuen Vertrag: 🇫🇮 Sami Niku (1996 - D), 🇨🇦 Thomas Grégoire (1998 - D), 🇨🇦🇺🇸 Daniel Audette (1996 - C), 🇫🇮 Niko Ojamäki (1995 - RW), 🇨🇦 Jayce Hawryluk (1996 - RW/C), 🇸🇪 Pontus Åberg (1993 - LW/RW)
Bislang war der finnische Topscorer Miro Aaltonen für viele Tore zuständig, zuletzt sorgte er mit seinem Verstoss gegen die Anti-Doping-Richtlinien für ordentliches Chaos. Jayce Hawryluk wäre ohnehin als siebter Import verpflichtet worden. Als Aaltonen-Ersatz, dessen Vertrag im Sommer ohnehin ausgelaufen wäre, wurde Pontus Åberg von den SCRJ Lakers übernommen. Beide Verstärkungsspieler haben einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben und da sind sie längst nicht die einzigen. Einzig Tyler Morley besitzt schon einen Kontrakt für die kommende Spielzeit. Der Kanadier fehlt den Flughafenstädter derzeit verletzt.
Neben Morley steht das grosse Klotener Import-Casting bevor. Beim äusserst überzeugenden Sami Niku ist die Überraschungsmannschaft offenbar bereits zu spät, es wird über einen Wechsel nach Lausanne spekuliert. Am derzeitigen Höhenflug der Mannschaft von Lauri Marjamäki sind die Imports keineswegs unbeteiligt. So vermögen auch Thomas Grégoire, Daniel Audette und Niko Ojamäki zu überzeugen. Sollte das Team aber auf den Resultaten aus dieser Saison aufbauen, müssten Niku und Aaltonen eins zu eins ersetzt werden, da darf ein Fragezeichen dahinter gesetzt werden, dass ein solcher Spieler bereits im Kader steht.
Vertrag für 2025/26 (6/6 Imports):
Spielt um einen neuen Vertrag: 🇨🇿 Lukas Klok (1995 - D)
Neben dem EHC Kloten ist auch der SC Bern ein Direktbetroffener des Falls "Aaltonen". Der Finne sollte eigentlich im Sommer zum SCB wechseln, noch möchten die Mutzen abwarten, bis die Fakten auf dem Tisch liegen. Wird Aaltonen hinzugezählt, stehen bei den Bernern schon sechs Importspieler für die kommende Saison unter Vertrag. Der Schwede Adam Reideborn wird erneut im Tor stehen, wodurch die Berner wieder mit sieben Imports in die Saison starten werden. Im Sturm sind neben Aaltonen Waltteri Merelä, Victor Ejdsell und Dominik Kahun eingeplant. Hinter den Deutschen setzen die Medien oft ein Fragezeichen, die Heimat soll locken und das Verhältniss zu Trainer Jussi Tapola nicht das beste sein.
Aaltonen wäre damit der Nachfolger für Austin Czarnik, dessen Wechsel zum Lausanne HC in trockenen Tüchern sein soll, zumindest der Abgang aus Bern ist beschlossene Sache. So muss noch in der Defensive ein Nachfolger für den zum HCFG abwandernden Patrik Nemeth gefunden werden. Derzeit bewirbt sich der Tscheche Lukas Klok um diese Position und der 29-Jährige, derzeit Ersatz für den verletzten Anton Lindholm, macht seine Sache wirklich gut. So dürfte Klok bleiben. Ein Fragezeichen ist, wie Lindholm nach seiner langen Verletzung zurückkommen wird. Denkbar wäre auch ein zusätzlicher ausländischer Verteidiger, um dem Schweden mehr Zeit zu verschaffen.
Vertrag für 2025/26 (6/6 Imports):
Spielt um einen neuen Vertrag: 🇸🇪 Andreas Wingerli (1997 - LW/C)
Der EV Zug ist mit der bewussten Entscheidung, drei ausländische Verteidiger einzuplanen, im letzten Sommer einen neuen Weg gegangen. Vertraglich ist man an diese Entscheidung gebunden, obschon die Ausgangslage mit der Rückkehr von Raphael Diaz eine etwas andere ist. Nicht nur deshalb sind in Zug für nächste Saison sieben Importspieler zu erwarten. Abhängig vom sportlichen Ausgang dieser Saison könnten die Zuger unter der neuen Leitung von Michael Liniger auch auf der internationalen Bühne zum Einsatz kommen, dann ist eine zusätzliche Option ohnehin kaum zu umgehen.
In der Defensive ist das schwedische Trio Niklas Hansson, Gabriel Carlsson und Lukas Bengtsson gesetzt. Auch in der Offensive wurde im Dezember mit der Vertragsverlängerung mit Jan Kovar eine dritte Position besetzt. Die Sommerneuzugänge Daniel Vozenilek und Fredrik Olofsson erfüllen die Erwartungen bislang. Als einziger um seine Zunkunft in Zug kämpfen muss vorerst Andreas Wingerli. Der 27-Jährige zeigt im Vergleich zur Vorsaison eine Aufwärtstendenz, aber ob das ausreicht, müssen erst die Leistungen in den kommenden Wochen beweisen.
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