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Der älteste Spieler überzeugte bis anhin am meisten aller NL-Verstärkungsspieler

Zukunftsfrage bei den NL-Teams bezüglich der Verstärkungsspieler

Einige National-League-Teams haben sich im Sommer markant aufgerüstet, andere hingegen sahen sich gezwungen, auch nach dem Saisonstart noch Veränderungen vorzunehmen. Wir werfen einen Blick auf die Performance und die Aussichten auf ein fortlaufendes NL-Engagement bei Spielern mit auslaufendem Vertrag, welche erst während der Saison als Verstärkung geholt wurden. 

Pierre-Édouard Bellemare | HC Ajoie

Es ist die Personalie, die wohl am meisten Einfluss hatte, aller Verstärkungsspieler, die während der Saison einen neuen Unterschlupf gefunden haben. Denn der langjährige NHL-Söldern hat bei Ajoie direkt eingeschlagen und einen markanten Umschwung eingeleitet. Zusammen mit Jerry Turkulainen (Ligatopscorer) und Julius Nättinen versteht er sich prächtig. Das Trio kommt zusammen auf 77 Scorerpunkte und das, obwohl die Jurassier gerade mal 66 Tore geschossen haben. Seit dem Trainerwechsel und der Addition von Bellemare ging ein Ruck durch das Team und man konnte so einige Überraschungssiege einfahren.

Aufgrund seiner Chemie mit den beiden Imports aus Finnland müsste man dem 700-fachen NHL-Spieler direkt einen neuen Vertrag für nächste Saison vorlegen, wäre da nicht sein Alter von 39 Jahren. Doch Bellemare ist so frisch wie eh und je, steht als einer der Dauerbrenner auf dem Eis und sammelte bereits 14 Scorerpunkte in zehn Spielen. Die Aussichten auf ein weiteres Engagement sind dennoch erheblich.

Chance auf neuen Vertrag: hoch 

Chris DiDomenico | HC Ambri-Piotta

Ende Oktober kam es in der National League zum Knall, Chris DiDomenico und Jakob Lilja wechselten die Fronten. Für "DiDo" ist Ambri nun seine vierte Anlaufstelle in der Schweiz. Der Stürmer will mit 35 Jahren im Spätherbst seiner Karriere nochmals zeigen, was er kann und sich für einen neuen Vertrag empfehlen. Während man in Fribourg mit neun Punkten aus 16 Spielen nicht zufrieden war mit seinen Leistungen, blühte der Kanadier in Ambri mit 13 Scorerpunkten aus 13 Einsätzen wieder auf. DiDomenico scheint sich in Ambri wohlzufühlen, scort er so weiter, so ist nur eine Frage der Zeit, bis ihm ein neuer Vertrag vorgelegt wird.

Chance auf neuen Vertrag: hoch

Dominik Kubalik (links) und Chris DiDomenico (rechts) verstehen sich äusserst gut und bilden das neue Traum-Duo von Ambri-Piotta.

Jakob Lilja | HC Fribourg-Gottéron

Das genau gleiche Schicksal wurde dem 31-jährigen Schweden zuteil. Der Stürmer blieb in Ambri massiv unter seinen Erwartungen, mit einem mickrigen Scorerpunkt aus elf Einsätzen. In Fribourg zeigte er bis anhin in einem völlig neuen Umfeld ordentliche Leistungen und kann sich bereits fünf Tore und einen Assist gutschreiben lassen.

In Fribourg haben erst drei Import-Spieler (Jacob de la Rose, Lucas Wallmark und Marcus Sörensen) einen Vertrag, der über die laufende Saison hinaus geht. Spielt Lilja weiterhin so konstant, so dürfte er sich um eine Verlängerung seines Engagements in Fribourg bewerben. Es ist aber auch gut möglich, dass man beim HCFG jegliche Optionen abwägt und auf neue Verstärkungsspieler setzt.

Chance auf neuen Vertrag: mittel

Linden Vey | HC Fribourg-Gottéron

Mit Linden Vey stiess ein Verstärkungsspieler aus der KHL zu Gottéron während der Misere zum Saisonstart. Mit Vey wollte man einerseits den Abgang von DiDomenico und dessen Lücke auf der Center-Position kompensieren, andererseits aber auch mehr Konkurrenzkampf und Leistungsprinzip in die Import-Fraktion reinbringen. Dieses Vorhaben scheint zu gelingen, denn von den letzten fünf Spielen konnten die Drachen deren vier gewinnen. Mittlerweile hat man sich auf den neunten Tabellenrang vorgearbeitet, wobei die Erwartungshaltung in Fribourg natürlich die direkten Playoffplätze sind. 

Der 33-jährige Kanadier ist zwar kein Spektakelspieler, hatte aber schon seine Finger im Spiel und sammelte in acht Partien bereits acht Scorerpunkte. Bleibt Vey ein Punkt-pro-Spiel-Spieler, so wäre es kaum denkbar, dass der Center kein erneutes Engagement in der National League erhält. Die bisher dünn besetzten Ausländer-Positionen für nächste Saison könnte zu seinem Vorteil werden.

Chance auf neuen Vertrag: hoch

Lukas Klok | SC Bern

Der 29-jährige Lukas Klok wurde erst vor Kurzem von den Bernern unter Vertrag genommen. Bei der Bekanntgabe sprach man von einem "soliden Zwei-Weg-Verteidiger" und hofft auf seine Hilfe im Team. Es sind keine grossen Worte und Klok ist auch kein hochdekorierter Verteidiger. Doch helfen tut er allemal, da er in seinen fünf Einsätzen bereits vier Assists sammeln konnte. Seine Plus-Sieben-Bilanz ist ebenfalls überzeugend, was bedeutet, dass die Berner mit ihm auf dem Eis deutlich mehr Tore erzielen als, dass sie kassieren. Ruhe und Sicherheit brachte er auf anhin in die Abwehr der Bären.

Der Abgang von Verteidigungs-Crack Patrik Nemeth könnte zum grossen Glück für den Tschechen werden, kann er denn die Verantwortlichen beim SCB von sich überzeugen. Zu bedenken gibt hingegen, dass der SCB bereits der fünfte Arbeitgeber in Zweieinhalbjahren ist. In der Saison 2022/23 absolvierte Klok 18 Spiele für den HC Lugano, doch auch da wurde er danach nicht fest unter Vertrag genommen. Da ein Wechsel zurück in die KHL kaum vorstellbar ist, scheint es durchaus möglich, dass uns der tschechische Verteidiger in der Schweiz erhalten bleibt. Vorläufig wurde Klok aber als Reaktion auf das Saisonende von Anton Lindholm geholt.

Chance auf neuen Vertrag: mittel bis hoch

Lukas Klok ist eine echte Verstärkung in der Abwehr des SC Bern.

Antti Raanta | Genève-Servette HC

Der mittlerweile 35-jährige Torhüter spielte seit der Saison 2012/13 in der NHL und wechselte Ende September zum Genève-Servette HC, als Reaktion auf das Verletzungspech von Robert Mayer und Gauthier Descloux. Die Situation rund um Raanta ist heikel, denn die Leistungen des Finnen waren stark. Mit Raanta gewannen die Genfer sieben von zwölf Spielen, während er sich mit einer 91,80 Prozent Fangquote unter die besten der Liga einreiht.

Doch mit dem Duo Mayer/Descloux besitzen die Servettiens zwei Torhüter, mit denen man sowohl die Meisterschaft als auch die Champions Hockey League gewinnen konnte. Raanta ist 35 Jahre alt, Mayer ist ebenfalls 35 Jahre alt und Descloux deren 28 Jahre. In Genf wird man aber wohl kaum für Raanta eine Ausländer-Lizenz "opfern", vor allem da nächste Saison mit Stéphane Charlin der statistisch beste Torhüter der Liga zum Team stossen wird.

Chance auf neuen Vertrag: gering

Michal Kristof | SCL Tigers

Der 31-jährige Slowake, Michal Kristof, kam Mitte Oktober aus der KHL von Sotschi zu den SCL Tigers. In Langnau hat man für nächste Saison mit Aleksi Saarela, Harri Pesonen und Saku Mäenalanen bereits drei Import-Stürmer unter Vertrag. Für Michal Kristof dürfte es eng werden, sich um einen Kaderplatz zu bewerben, allen voran, da er mit seinen sechs Punkten aus 17 Spielen nicht gerade zu den auffälligsten Spielern gehörte. Mit 18:57 Minuten durchschnittlicher Eiszeit pro Spiel erhält Kristof am viertmeisten Einsatzminuten bei den Emmentalern. Von ihm muss aber vor allem punktemässig noch mehr kommen, will er sich denn für einen neuen Vertrag aufdrängen.

Chance auf neuen Vertrag: gering bis mittel

Adam Huska | HC Lugano

Als zu Beginn sowohl Niklas Schlegel als auch Joren van Pottelberghe von Verletzungen geplagt wurden, hatte man in Lugano reagiert und den slowakischen Torhüter Adam Huska bis zum Saisonende mit einem Vertrag ausgestattet. Während van Pottelberghe beinahe die ganze Saison ausfällt, ist Niklas Schlegel mittlerweile wieder die etatmässige Nummer Eins im Tor der Tessiner. Adam Huska dient als Ersatz oder muss sich mit einem Tribünenplatz begnügen. 

Die Leistungen des 28-Jährigen waren in der Zeit auch nicht gerade weltbewegend, denn gerade mal vier Spiele stand er im Einsatz. Eine Fangquote von 85 Prozent ist dabei ein miserabler Wert, für einen Import-Goalie auf jeden Fall nicht den Kaderplatz wert. Er dürfte in Lugano keine Zukunft haben.

Chance auf neuen Vertrag: sehr gering

Ist beim HC Lugano bereits auf dem Abstellgleis: Adam Huska.

Justin Schultz | HC Lugano

Mit Carl Dahlström hatten die Luganesi gerade mal einen einzigen Import-Verteidiger in ihren Reihen, doch Ende Oktober stiess mit Justin Schultz ein zweifacher Stanley-Cup-Sieger zum Team dazu. Der Free-Agent aus der NHL ist mittlerweile 34 Jahre alt, aber verfügt über ein spannendes Skillset, von offensiven Instinkten bis zur defensiven Robustheit. Schultz ist auf jeden Fall ein Gewinn für die Mannschaft, sei es dank seiner Erfahrung oder aber auch wegen den sechs Assists aus acht Spielen

Vor seinem krankheitsbedingten Ausfall war Justin Schulz ordentlich in Fahrt gekommen, scorte in vier aufeinanderfolgenden Spielen und stand dabei immer über 21 Minuten auf dem Eis

Update: Doch wie wir mittlerweile von Seiten des Klubs und des Spielers erfahren haben, beendete Justin Schultz mit sofortiger Wirkung seine Karriere. In gegenseitigem Einvernehmen löste man den Vertrag bim HCL auf. Von Seiten des langjährigen Profis hiess es, dass er nach nur vier Wochen in Lugano aus persönlichen Gründen zurück zu seiner Familie nach Kanada reisen wird.

Chance auf neuen Vertrag: Keine (aufgrund Karrieren-Ende)

Bobby Nardella | SC Rapperswil-Jona Lakers

Robert "Bobby" Nardella ist bei den Lakers bereits der vierte Import-Verteidiger neben Philip Holm, Emil Djuse und Jacob Larsson. Die beiden letztgenannten fehlen den St.Galler längerfristig, weshalb sich für Nardella die Chance bietet, sich zu zeigen. Bisher fiel der US-amerikanische und italienische Doppelbürger nicht sonderlich gross auf, lediglich drei Scorerpunkt aus 14 Spielen konnte er liefern. 

Der Verteidiger ist aber auch nicht primär fürs scoren zuständig, glänzte aber mit seiner Minus-Acht-Bilanz ebenfalls nicht wirklich. Generell läuft es dem Team aus Rapperswil-Jona noch nicht nach Wunsch, in der Liga steht man auf dem vorletzten Tabellenrang und musste zuletzt acht Niederlagen in Serie einfahren. Die Verträge zahlreicher Import-Spieler laufen aus und die Klubführung muss sich überlegen, mit welchen Spielern man in die Zukunft gehen wird. Bezüglich Nardella ist ein weiteres Engagement wohl auch abhängig von den Leistungen der anderen drei Import-Verteidiger. Da Nardella erst 28 Jahre alt ist, besteht zumindest noch die Hoffnung auf eine Leistungssteigerung.

Chance auf neuen Vertrag: niedrig bis mittel

Nicht beurteilbar: Ronalds Kenins (SC Bern), Brendan Lemieux (HC Davos) und Anthony Greco (EHC Biel-Bienne).

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2024-12-11 16:01:04