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Hungrige Bären sehnen den Erfolg alter Tage herbei

Der SC Bern glänzt in der Analyse vor allem mit einem guten Kader-Mix

Der SC Bern steht zur ersten grossen Pause seit dem Beginn der neuen Saison nach 19 Spielen mit 30 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz. Eine Ausbeute, die zwar noch Luft nach oben hat, aber dennoch konnten die Hauptstädter in vielen Spielen überzeugen. Wir schauen auf die Gründe, weshalb der SCB am Ende der Saison gut und gerne auf den direkten Playoff-Plätzen landen könnte.

Erfolgsfaktor Nr. 1: starke Import-Spieler

Natürlich gilt wie für jedes Top-Team, ohne funktionierendes Ausländer-Kontingent kann man keinen Erfolg haben. Doch die Import-Fraktion des SC Bern lässt sich sehen, denn zahlreiche Spieler befinden sich in einer enorm guten Verfassung und spielen derzeit gross auf. Wenig verwunderlich, dass man unter den 75 besten Scorern der Liga deren vier Imports des SCB findet. Einer führt die Topscorerliste sogar an.

Die Rede ist natürlich vom Mann der Stunde, Austin Czarnik. Der Neuzugang aus den USA überzeugt auf allen Ebenen, sticht aber vor allem durch sein brillantes Auge hervor. Czarnik hat 18 Spiele absolviert und dabei sensationelle 25 Scorerpunkte gesammelt, Ligabestwert. Mit 18 Assists ist er zudem der beste Vorlagengeber der Liga. Dies scheint wenig verwunderlich, denn Austin Czarnik spielt derzeit in der Top-Linie vorne mit Victor Ejdsell und Waltteri Merelä. Ebenfalls zwei aussergewöhnliche Spieler.

Victor Ejdsell, der Neuzugang aus Schweden steht bei souveränen 16 Scorerpunkten, derweilen kommt Waltteri Merelä auf 14 Punkte. Die beiden Stürmer befinden sich im besten Hockey-Alter, denn der 29-jährige Ejdsell suchte nach seinen erfolgreichen Jahren in der Heimat Schweden, inklusive Meistertitel, noch nach einem erneuten Abenteuer, während der 26-jährige Merelä aus Finnland direkt in seiner ersten Saison in Bern zum Assistenzcaptain ernannt wurde. Trotz Mereläs jungen Alters, kann er sich schon als zweifacher finnischer Meister und einmaliger Champions-Hockey-League-Sieger auszeichnen. Alle drei bisher genannten Imports befinden sich in der Top 25 der Ligascorerwertung.

Trotz jungen Jahren bereits ein absoluter Leader und Punktegarant im Team der Berner: Waltteri Merelä

Ein Spieler, den die meisten vielleicht nicht so auf der Rechnung haben, aber vor allem bei den SCB-Fans grosse Beliebtheit geniesst, ist Patrik Nemeth. Der Verteidiger kommt in 19 Spielen auf neun Scorerpunkte, von deren acht Torvorlagen waren. Nemeth befindet sich somit auf bestem Weg scoringmässig seine persönlich beste Saison zu absolvieren. Mit einer Plus-Dreizehn-Bilanz steht er in diesem Ranking auf Position Vier der gesamten Liga. Denn der Schwede glänzt nicht nur durch seine offensiven Fähigkeiten, sondern gilt auch als knallharter Abwehrchef. Neben Linien-Kollege Ramon Untersander bildet er eines der besten Verteidigungs-Duos der Liga.

Erfolgsfaktor Nr.2: gross aufspielende Spieler mit Schweizer Lizenz

Die Rede ist extra von Schweizer Lizenz, denn mit Benjamin Baumgartner hat man einen Österreicher in den Reihen, der aktuell am Laufband scort. Bereits 15 Scorerpunkte konnte Baumgartner diese Saison sammeln. Der junge Center mit Jahrgang 2000 zeichnet sich vor allem durch sein exzellentes Stickhandling und seine Fähigkeiten als präziser Vorlagengeber aus. Baumgartner spielte schon in den Juniorenjahren in der Schweiz und fühlt sich hier deshalb seit langem Zuhause, dennoch konnte sich der Österreicher als jüngster Spieler der österreichischen Nationalmannschaft an der WM 2019 auszeichnen.

Neben Baumgartner in der Linie spielt oft der 27-jährige Thierry Bader, obwohl Trainer Jussi Tapola in dieser Saison gut und gerne die Linien etwas durcheinander mischt. Obwohl der Schweizer Nati-Spieler erst bei drei Scorerpunkten steht, ist Bader eine wichtige Teamstütze im Spiel der Berner. Mit einer Grösse von 1,87 m bringt er vor allem viel physische Präsenz mit sich. Seine Leistungen brachten ihm auch ein Nati-Aufgebot für den derzeitigen Karjala Cup ein.

Thierry Bader liefert seit Jahren beim SCB auf konstant hohem Niveau ab. Leistungen, die auch Nati-Trainer Patrick Fischer nicht entgangen sind. Bader hier im Einsatz am Karjala Cup.

Eine Scoringmaschine in Person des SC Bern darf natürlich nicht vergessen werden, die Rede ist von der aktuellen Nummer 15 der gesamten Liga, Marco Lehmann. Neun Tore und sieben Assists stehen auf dem Konto des 25-Jährigen. Mit dieser Pace ist er auf bestem Weg, seine persönliche Bestmarke in der National League zu knacken. Doch derzeit wird Lehmann aus bisher nicht offiziell kommunizierten Gründen ausgebremst, seit drei Spielen stand er nicht mehr im Kader des SCB, es ist lediglich bekannt, dass Lehmann krankheitshalber ausfällt. Sollte der Stürmer längerfristig fehlen, so wäre das ein herber Schlag für die Offensivproduktion der Hauptstädter

Wenn man über den SCB redet, so kommen einem unweigerlich die Verteidigungschefs um Romain Loeffel und Ramon Untersander in den Sinn. Untersander ist seit dieser Saison zum Captain des Teams ernannt worden und übernimmt diese Leaderrolle vorbildlich. Defensiv stabil wie man es sich gewohnt ist vom 33-Jährigen und gegen vorne konnte Untersander auch bereits acht Scorerpunkte liefern. Viermal wurde Untersander bereits Schweizer Meister und einmal WM-Silberheld, ein Résumé welches nur wenige Spieler in der Schweiz vorweisen können. Die Nummer Eins in der Abwehr ist und bleibt aber Romain Loeffel. Zehn Punkte ergatterte sich der 33-Jährige bereits. Seit Jahren ist er ein gestandener NL-Profi und etablierte sich als wichtiger Anker in den Defensivreihen der Berner, des Weiteren setzt er auch im Powerplay Akzente.

Erfolgsfaktor Nr.3: Adam Reideborn

Die Berner sind eines der wenigen Teams, die auf einen ausländischen Torhüter setzen. Ein Unterfangen, das sich mehr als auszahlt, denn Reideborn gehört zu den besten Torhütern der Liga. Auch diese Saison konnte der Schwede mit einer Fangquote von 92,22 % bereits viele Spiele für die Berner gewinnen. Es ist der viertbeste Wert der gesamten Liga. Übrigens ist der 32-Jährige einer von nur drei Goalies, die sich bereits einen Assists gutschreiben lassen konnten

Adam Reideborn glänzte anfangs Oktober mit zwei Shutouts in Folge, zuerst gegen Ambri-Piotta und danach hielt er beim 5:0-Sieg gegen Ajoie (hier im Bild) den Kasten dicht.

Die Gefährlichkeit der Berner zeichnet sich im guten Mix des Kaders mit starken Linien durch das gesamte Team aus. Angefangen bei einem sicheren Rückhalt wie Reideborn, über gestandene NL-Legionäre bis ganz nach vorne zu jungen Wilden oder erfahrenen Ausländern. Headcoach Jussi Tapola kann einen so tiefen Kader aufweisen, dass man fast vergisst, dass der letztjährige Topscorer Dominik Kahun noch verletzungsbedingt fehlt. Nach Jahren der Erfolgslosigkeit scheint der Biss der Bären zurück zu sein, denn der SCB befindet sich derzeit auf bestem Weg sich direkt für die Playoffs zu qualifizieren.

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2024-11-11 10:00:38