




























































































EV Zug vs. HC Fribourg-Gottéron in der National League. Den Spielbericht zur Partie gibt es hier.
Was für ein Blitzstart im Krisenduell! Gerade mal 13 Sekunden waren gespielt, als die Torsirene zum ersten Mal ertönte. Nach einem gewonnenen Bully in der Zuger Zone landete die Scheibe bei Borgman in der linken Ecke. Trotz wenig Verkehr vor dem Zuger Kasten spielte der Verteidiger den Puck scharf in den Slot, wo Senteler unglücklich ins eigene Tor ablenkte. Die Hausherren bekamen kurz darauf die perfekte Gelegenheit zur schnellen Antwort: Innerhalb weniger Sekunden mussten mit Marchon und Walser gleich zwei Spieler von Gottéron auf die Strafbank. Doch trotz mehrerer hochkarätiger Chancen liess die Équipe von Tangnes die doppelte Überzahl aber ungenutzt. Auch danach drängten die Zuger weiter auf den Ausgleich, scheiterten jedoch immer wieder am glänzend aufgelegten Reto Berra. Erst zur Mitte des Startdrittels kamen auch die Gäste wieder vermehrt zu Offensivaktionen, ohne dabei jedoch das 0:2 nachzulegen.
Was für ein zweites Drittel in Zug! Acht(!) Strafen, zwei reguläre und ein irreguläres Tor sowie Raufereien nach jedem Unterbruch – hier ist richtig was los! Beginnen wir am Anfang: Im Mittelabschnitt erwischten die Zuger den Traumstart, denn nach nur 63 Sekunden zappelte die Scheibe bereits hinter Berra im Netz. Voženílek erzielte nach einem schönen Zuspiel von Simion den 1:1-Ausgleichstreffer. Kurz darauf ging dann die Strafenflut los. Torschütze Daniel Voženílek knüpfte sich nach einem harten Einsteigen Kevin Etter vor und stichelte so lange, bis auch er auf der Strafbank landete. Nur zwei Minuten nach seiner Rückkehr aufs Eis geriet er mit DiDomenico aneinander, was beiden Streithähnen weitere zwei Minuten einbrachte. Im Mitteldrittel wanderte der Tscheche dann aber noch ein drittes Mal in die Kühlbox, nachdem er sich zunächst mit Berra anlegen wollte und dann die Konsequenzen von Bertschy zu spüren bekam. Doch auch auf dem Eis wurde gespielt: In der 31. Minute brachte Kovář die Zentralschweizer nach einem Bilderbuchangriff erstmals in Führung. Nur vier Minuten später sorgte Biasca für das vermeintliche 3:1, doch die Schiedsrichter kassierten den Treffer nach der Coaches Challenge von Patrick Emond wegen einer Torhüterbehinderung korrekterweise wieder ein.
Im Schlussdrittel hatten sich die hitzigen Gemüter aus dem Mittelabschnitt deutlich beruhigt, und auf beiden Seiten ging man wesentlich bedachter an die Sache ran. In der 47. Minute sorgte Herzog für die Vorentscheidung, nachdem er nach einem schönen Angriff von Senteler und Simion aus halblinker Position zum Abschluss kam und die Scheibe humorlos in der oberen rechten Ecke versenkte. Trotz des erneuten Rückschlags gaben sich die Sahnestädter noch nicht auf und kamen durch den Treffer nochmals von Rathgeb auf 3:2 heran. Insgesamt war die Luft bei den Gästen allerdings draussen, und so gelang der Emond-Truppe auch ohne Torhüter und mit einem Mann mehr der Lucky Punch nicht - Im Gegenteil: Herzog nutzte ein Fehlzuspiel von DiDomenico und erzielte das 4:2 mit einem Empty Netter. Somit schlägt der EVZ Fribourg-Gottéron in einem hitzigen Spiel, kann jedoch tabellarisch noch keinen Sprung nach vorne machen.
Tim Wolf (EV Zug): An ihm liegt es sicherlich nicht, dass sich der EVZ zu Beginn dieser Spielzeit im Tabellenkeller wiederfindet – das bewies der 32-jährige Schlussmann heute Abend einmal mehr. 37 Abschlüsse feuerten die Drachen insgesamt ab, wobei Wolf mit einer Fangquote von 94,6 % brillierte. Bei den beiden Gegentoren war er machtlos.
Daniel Voženílek (EV Zug): Der Tscheche wird hier sicherlich nicht wegen seiner sportlichen Leistung als Loser bezeichnet, sondern vielmehr wegen seines unsportlichen Verhaltens, das heute immer wieder deutlich wurde. Dreimal wanderte Voženílek heute Abend wegen Raufereien oder Unsportlichkeit auf die Strafbank und schwächte damit sein eigenes Team erheblich.