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Zürich und Zug haben den Routinier verloren, doch den grössten Schmerz trägt wohl der HCD

Die "schmerzhaftesten" Abgänger der NL-Teams

Die neue Saison in der National League ist bereits ein paar Spieltage alt und wir wollen in diesem Artikel einmal die schmerzhaftesten Abgänge pro NL-Team in den Fokus rücken. 

Es gibt Teams, die keinen sportlich gesehen schmerzhaften Abgang bekundet haben, wie etwa Meister ZSC. Auch die SCL Tigers oder der EV Zug konnten bezüglich Abgänge nicht wirklich jammern, trotzdem haben wir auch bei diesen Teams versucht, einen Namen herauszupicken. 

HC Ajoie: Tim Wolf 

Während insgesamt fünf Jahren hat Tim Wolf das Tor des HC Ajoie gehütet und er war in der Saison 2020/21 massgeblich daran beteiligt, dass die Jurassier den umjubelten Aufstieg in die National League bewerkstelligen konnten. In der letzten Saison konnte der 32-Jährige aufgrund von Verletzungsproblemen jedoch nur noch 19 Spiele bestreiten und mittlerweile verdient er sein Geld bei Ligakonkurrent Zug. Tim Wolf hat die Fähigkeit, auch mal ein Spiel für sein Team "stehlen" zu können. Nun liegt es in Ajoie an Benjamin Conz, ähnlich starke Leistungen zu zeigen. 

HC Ambri-Piotta: Michael Spacek

In insgesamt zwei Saisons für den HC Ambri-Piotta sammelte der Tscheche exakt 100 Scorerpunkte (31 Tore und 69 Assists), was natürlich eine formidable Quote ist. Sein Abgang zu Ligakonkurrent Genf hat die Ambri-Fans besonders geschmerzt, auch wenn er mit seinem Landsmann und Rückkehrer Dominik Kubalik zumindest vorübergehend gut ersetzt werden konnte. Ob dieser jedoch bis Saisonende in der Leventina bleiben wird, wird sich noch zeigen. Sein Vertrag besitzt nämlich bis zum 15. Dezember eine Ausstiegsklausel, die es Kubalik ermöglicht, jederzeit in die NHL zurückkehren zu können. 

SC Bern: Joshua Fahrni 

In den letzten Jahren haben doch einige Eigengewächse den SC Bern in Richtung Ligakonkurrenz verlassen, weswegen die Fans auch schon Kritik an den SCB-Verantwortlichen geäussert haben. Mit Joshua Fahrni hat ein nächstes Talent, das noch vor drei Jahren einer der grossen Shootingstars war, die Bären verlassen. Der 21-Jährige will bei den SCL Tigers den nächsten Entwicklungsschritt schaffen, stagnierte er zuletzt in Bern ein wenig. Die Berner Fans wird es sicherlich schmerzen, ein einst so hoffnungsvolles Eigengewächs beim Kantonsrivalen spielen zu sehen. 

EHC Biel: Tino Kessler

Bei den Seeländern kam es zu einem grösseren Umbruch, haben doch gleich mehrere wichtige Spieler den Verein verlassen. Einer von ihnen ist definitiv Tino Kessler, der sich in den letzten Jahren prächtig entwickelt hat. Vor allem im Powerplay der Bieler konnte der Rechtsschütze eine wichtige Rolle einnehmen und in der letzten Saison im Schnitt rund 0,5 Scorerpunkte pro Spiel erobern. Er kehrte auf diese Saison hin zum HC Davos zurück, wo der 28-Jährige aufgrund einer Verletzung noch nicht zum Zug kam. Der Stürmer dürfte wegen einer Fussfraktur erst im Dezember wieder einsatzfähig sein. 

HC Davos: Dominik Egli 

Beim Schweizer Rekordmeister musste nicht lange überlegt werden, welcher Abgang die sportlich gesehen grösste Lücke hinterlässt. Dominik Egli hat sich im Sommer dazu entschieden, den Schritt nach Schweden zu Frölunda zu wagen. Dort will er sich noch weiter verbessern, damit Nati-Coach Patrick Fischer bei der nächsten WM nicht mehr auf den 26-Jährigen verzichten kann. In drei Jahren beim HCD war Dominik Egli stets ein sicherer Wert, wusste er vor allem auch in der Offensive Akzente zu setzen. Letzte Saison gelangen ihm gute 38 Scorerpunkte aus 52 Spielen

HC Fribourg-Gottéron: Basile Sansonnens 

Der erst 18-Jährige gehört zu den hoffnungsvollsten Schweizer Verteidigern für die Zukunft und wie gross das Potenzial von Basile Sansonnens ist, zeigt auch die Tatsache, dass er von den Vancouver Canucks an 221. Stelle gedraftet wurde. Umso bitterer für Fribourg, dass sich das Eigengewächs, welches letzte Saison seine ersten NL-Spiele bestreiten durfte, für einen Wechsel nach Lausanne entschieden hat. Ob der Youngster aber tatsächlich jemals für den LHC auflaufen wird, bleibt abzuwarten. Diese Saison versucht er nämlich, in der nordamerikanischen Juniorenliga QMJHL Fuss zu fassen. 

Genève-Servette HC: Valtteri Filppula 

Bei Genf ist der Fall klar, dass einer, welcher im Eishockey alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt, nicht ersetzt werden kann. Valtteri Filppula gehört bekanntlich zum Triple-Gold-Club und mit dem Titel in der Champions Hockey League ist er gar der erste Spieler aus dem elitären Kreis, der sich auch noch die europäische Krone aufsetzen lassen konnte. Der mittlerweile 40-Jährige war jedoch nicht nur sportlich, sondern vor allem auch menschlich eine Schlüsselfigur in Genf und nun lässt er seine glorreiche Karriere in seiner finnischen Heimat bei Jokerit Helsinki ausklingen, wo er sein Team als Captain zum Aufstieg führen will. 

EHC Kloten: Marc Marchon 

Der mittlerweile 29-Jährige stiess just in jener Saison nach Kloten, in welcher die Flughafenstädter den bitteren Abstieg in die Swiss League verkraften mussten. Doch statt das sinkende Schiff zu verlassen, blieb der Stürmer dem Team während insgesamt sieben Jahren treu. Der Wiederaufstieg in der Saison 2021/22 war für Marc Marchon eine besondere Genugtuung, zu welchem er einen riesigen Beitrag geleistet hat. Der Stürmer avancierte in Kloten zum Publikumsliebling und weil er auch in der National League beweisen konnte, dass er mehr als mithalten kann, steht er mittlerweile beim ambitionierten SC Bern unter Vertrag. 

Lausanne HC: Connor Hughes 

In der letzten Saison verpasste der Lausanne HC den historischen ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte nur knapp und vor allem Goalie Connor Hughes war dabei einer der Garanten. Der Schweizer Nati-Keeper spielte derart stark, dass sogar das NHL-Team Montréal Canadiens auf ihn aufmerksam wurde und ihn letztlich mit einem Einstiegsvertrag ausstattete. Was für Hughes eine riesige Chance bedeutet, ist für die Waadtländer natürlich ein ebenso riesiger Verlust. Schliesslich besteht das neue Goalie-Trio von Lausanne aus drei jungen Kerlen, bei welchem Thibault Fatton mit seinen 22 Jahren noch der älteste ist. Es ist also durchaus ein mutiger Entscheid der LHC-Verantwortlichen, dass man nach dem Hughes-Abgang nicht noch einen erfahrenen Goalie holte. 

HC Lugano: Markus Granlund 

Der finnische Olympiasieger besitzt eine enorme Klasse, die er besonders in seiner ersten Saison für den HC Lugano zeigen konnte. In der letzten Spielzeit kämpfte der Stürmer mit grösseren Verletzungssorgen, trotzdem sammelte er immerhin 16 Scorerpunkte (vier Tore und 16 Assists) aus nur 20 Partien. Ab dieser Saison geht der Offensivspieler für Ligarivale Genf auf Torejagd und wenn Markus Granlund nur annähernd sein Potenzial ausschöpfen kann, wird er den Grenats ganz viel Freude bereiten und für noch mehr Abschiedsschmerz bei den Bianconeri sorgen.  

SC Rapperswil-Jona Lakers: Roman Cervenka 

Wenn der Captain, Fanliebling und Topscorer in Personalunion von Bord geht, gibt es keine Diskussion darüber, welcher Abgang bei den Lakers am meisten geschmerzt hat. Roman Cervenka hat nach fünf Saisons in Rapperswil entschieden, seinen noch laufenden Vertrag aufzulösen und in seine tschechische Heimat zu Pardubice zu wechseln. Ein Wunsch, welchen die SCRJ-Verantwortlichen ihrem mehr als verdienten Spieler auch erfüllen wollten. Den tschechischen Weltmeister eins zu eins zu ersetzen, ist natürlich nicht möglich, weswegen der Abgang des 38-Jährigen nur als Team aufgefangen werden kann. 

SCL Tigers: Keijo Weibel 

Die SCL Tigers mussten, wie bereits am Anfang dieses Artikels erwähnt, nicht die ganz grossen sportlichen Verluste verkraften. Einer, welcher sicherlich der Breite im Team weiterhin gutgetan hätte, ist Keijo Weibel. Der 23-Jährige entstammt der eigenen Nachwuchsabteilung der Emmentaler und in den letzten Jahren entwickelte sich die Identifikationsfigur zu einem soliden NL-Verteidiger. Seine Entwicklung stagnierte in der letzten Saison jedoch ein wenig, weswegen er mit einer Luftveränderung versucht, seiner Karriere neuen Schwung zu verleihen. Weibel kann sich schliesslich nach wie vor weiterentwickeln und noch besser werden, worauf man in Kloten natürlich hofft. 

ZSC Lions: Simon Bodenmann 

Zu guter Letzt verdienen sich auch noch zwei Spieler eine Erwähnung, die ihre tollen Karrieren beendet haben. Der Schweizer Meister ZSC konnte alle wichtigen Schlüsselspieler halten, weswegen wir uns für Simon Bodenmann als "schmerzlichsten" Verlust entschieden haben. Sportlich betrachtet spielte der 36-Jährige in seiner letzten Profisaison keine ganz grosse Rolle mehr, doch für das positive Teamgefüge war der Routinier mit seiner unglaublichen Erfahrung und seiner bodenständigen Art natürlich trotzdem äusserst wichtig. Als Mensch wird er den ZSC Lions sicherlich fehlen und das Geschehene fortan als grosser Fan verfolgen. 

EV Zug: Reto Suri 

Nebst Simon Bodenmann haben wir mit Reto Suri auch noch einen zweiten langjährigen NL-Crack, der seine Schlittschuhe an den Nagel gehängt hat, als einen der "schmerzhaftesten" Abgänger für diesen Artikel ausgewählt. Ähnlich wie Bodenmann spielte auch Suri sportlich gesehen nicht mehr die ganz grosse Rolle beim EV Zug, wobei dies in erster Linie mit seinen grossen Verletzungsproblemen zusammenhing. Sein Körper hat ihm letztlich mitgeteilt, dass es Zeit wird, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Als Typ wird der 36-Jährigen dem EVZ insbesondere in der Kabine extrem fehlen, brachte er doch mit seiner positiven Art immer eine gute Stimmung ins Team. Auch bei den Anhängern wird der Fanliebling sicherlich für immer in positiver Erinnerung bleiben. 

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2024-09-26 16:00:19