Um eine Legende bei den Fans zu werden, muss ein Spieler in der Regel einem Club sehr viel Treue zeigen. In der heutigen Zeit sind Wechsel auch im Eishockey an der Tagesordnung und entsprechend kommt die Treue etwas abhanden. Wir werfen einen Blick auf alle National-League-Spieler, die noch nie bei einem anderen Team unter Vertrag gestanden sind.
Damit es ein Spieler in diese Auflistung schafft, muss er folgende Bedingungen erfüllen:
Die erste Club-Legende finden wir im Jura. Thibault Frossard lief bereits im Nachwuchs für den HC Ajoie auf und schaffte in der Saison 2011/12 erstmals den Sprung in die erste Mannschaft. Seit 2021 spielt er mit seinem Team in der National League und konnte in jeder Saison mindestens 18 Scorerpunkte sammeln. Sein Vertrag läuft noch ein Jahr. Sollte er seine Karriere nicht beenden, dann ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass seine Zukunft in Pruntrut liegen wird.
Kommen wir zu einem Verteidiger mit 271 Partien in der höchsten Schweizer Eishockeyliga. Im Vergleich zu Thibault Frossard wurde Isacco Dotti mehrmals ausgeliehen. Er musste sich bei den HCB Ticino Rockets seine Sporen abverdienen und die nötigen Erfahrungen für die National League sammeln. Seit der Saison 2018/19 ist Dotti fixer Bestandteil der ersten Mannschaft.
Der einzige Spieler in dieser Auflistung, der nicht über den Schweizer Pass verfügt, ist Dominic Zwerger. Der Österreicher mit Schweizer Lizenz spielte im Nachwuchs unter anderem für den HC Davos und in der kanadischen Juniorenliga WHL. Seit er 2017 zum Profi wurde, trug der 28-Jährige aber nur noch das Trikot des HC Ambri-Piotta. Mittlerweile kommt er auf 351 Einsätze für die Leventiner und 234 Scorerpunkte.
2007 verliess er den HC Fribourg-Gottéron und schloss sich der U17-Mannschaft des SC Bern an. Seither hat Tristan Scherwey nie mehr ein anderes Trikot getragen. Der 33-Jährige hat bei den Mutzen noch einen Vertrag bis 2027 und seine Nummer wird zweifelsohne einen Platz unter dem Hallendach der PostFinance Arena erhalten. Derzeit kommt er auf 826 National-League-Partien für den SCB.
Bekannt für treue Spieler ist auch der HC Davos. Das zeigt auch ein Blick auf diese Auflistung. Nicht dabei ist allerdings Andres Ambühl. Der aktuelle Captain der Bündner spielte schliesslich auch in der AHL und für die ZSC Lions. Chris Egli ist im letzten Mai 28 Jahre alt geworden und war in seiner Karriere stets beim HC Davos unter Vertrag. Als Leihspieler absolvierte er aber 15 NL-Partien für den HC Ambri-Piotta.
Der nächste Davoser im Bunde ist Enzo Corvi. Der Stürmer spielt seit der Saison 2012/13 für den HC Davos. Zuvor trug er das Trikot diverser Nachwuchsmannschaften des EHC Chur. Der 31-Jährige hat mittlerweile über 500 NL-Spiele für den HCD auf dem Buckel, wurde einmal Schweizer Meister und könnte der Nachfolger von Andres Ambühl als Captain werden. Insofern Andres Ambühl überhaupt einmal die Schlittschuhe an den Nagel hängen wird.
Seit diesem Sommer hat der HC Davos einen zusätzlichen Silberhelden im Kader. Sven Jung hat erstmals den Sprung in den Nati-Kader für ein grosses Turnier geschafft und wusste mit seinen defensiven Fähigkeiten zu überzeugen. Es ist sehr gut möglich, dass er auch in Zukunft von Nati-Coach Patrick Fischer aufgeboten werden wird. Auch er hat für den HCD bereits über 500 NL-Spiele absolviert.
Für Torhüter ist es besonders schwierig, einen Platz in der National League zu ergattern. Deshalb setzen die Clubs bei jungen Talenten oft auf Leihverträge. Das tat der Genève-Servette HC bei Gauthier Descloux nicht anders. Sein Hauptteam waren aber immer die Grenats, weshalb auch er seinen Namen in dieser Auflistung verdient.
Sein Teamkollege, Noah Rod, verpasste die Auflistung nur ganz knapp. Er stand zwischenzeitlich bei den San Jose Sharks unter Vertrag und erfüllt somit die Bedingen nicht.
In dieser Auflistung darf natürlich Julien Sprunger nicht fehlen. Der Captain des HC Fribourg-Gottéron gehört seit der Saison 2023/24 zum 1000er-Club der National League. Auf diese Spielzeit hin hat er seinen Vertrag noch einmal um ein Jahr verlängert. Ob der 38-Jährige danach noch weiterspielen wird? Das könnte vielleicht auch vom Ausgang der Saison 2024/25 abhängen.
Er hat das Eishockeyspielen beim HC Lugano erlernt und streifte sich nur zweimal in seiner Karriere das Trikot eines anderen Teams über. Er wurde je einmal an die SC Rapperswil-Jona Lakers und an die HCB Ticino Rockets ausgeliehen. In der National League kommt Luca Fazzini auf über 600 Partien für die Bianconeri. Dem 29-Jährigen fehlen also noch sechs bis acht Saisons, um den Sprung in den 1000er-Club zu schaffen.
Der italienische Nationalspieler wechselte 2011 ins Südtessin und lief für die U17 des HC Lugano auf. Seither wurde er von den Bianconeri höchstens ausgeliehen. Mittlerweile kommet Morini auf über 400 Partien für den HC Lugano und gehört bereits zu den Club-Legenden.
Bei den Zentralschweizern erfüllt mit Lino Martschini ein Spieler sämtliche Bedingungen, um in dieser Auflistung aufgeführt zu werden. Der Stürmer spielte für zwei Jahre in der kanadischen Juniorenliga OHL. In der National League trug er aber stets das Trikot des EV Zug und konnte mit dem Team zweimal den Meistertitel bejubeln. In der kommenden Saison wird er höchstwahrscheinlich sein 700. National-League-Spiel für die Zuger absolvieren.
Zum Abschluss der Auflistung kommen wir noch zu den ZSC Lions und da folgen noch zwei weitere Spieler, welche alle Bedingungen erfüllen. Einer davon ist Chris Baltisberger, der mit den Zürchern bereits viermal den Schweizer Meistertitel gewann. Auch er musste natürlich zuerst seine Sporen bei den GCK Lions abverdienen, schaffte aber in der Saison 2012/13 den definitiven Sprung in die National League.
Der Captain der Lions darf natürlich nicht fehlen. Patrick Geering gehörte mit 18 Jahren bereits zum festen Bestandteil des Zürcher Teams. Mittlerweile ist er 34 Jahre als und kommt auf 908 Partien für den ZSC. Sein Vertrag dauert noch bis Ende Saison 2025/26. Einem Beitritt in den 1000er-Club könnte also bloss eine schwere Verletzung im Wege stehen, was natürlich niemand hofft. Sein Trikot dürfte zudem bereits einen reservierten Platz unter dem Dach der Swiss Life Arena haben.
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