sport.ch

Knüpfen sie an ihre Steigerung an, dürfte es an der WM 2025 noch mehr Debütanten geben

Die Spieler mit dem grössten Entwicklungssprung in der NL-Saison 2023/24

Am 17. September steigt die neue Saison in der National League, doch bevor die Spielzeit 2024/25 im Fokus steht, wagen wir nochmals einen Rückblick auf die letzte Saison. In diesem Artikel präsentieren wir jeweils den Spieler pro NL-Verein, der unserer Meinung nach den grössten Entwicklungssprung hingelegt hat. 

HC Ajoie: Kyen Sopa (RW) 

Es war im Sommer 2020, als Kyen Sopa nach zwei Jahren in Übersee in der OHL die Entscheidung fasste, zurück in die Schweiz zu kommen und zum SC Bern zu wechseln. Bei den Berner blieb er aber nur eine Saison und zog dann zu den ZSC Lions weiter, wo er sich in zwei Spielzeiten aber nie so richtig festsetzen konnte. Im Verlaufe der letzten Saison wechselte er dann von den GCK Lions, kam er bei ZSC nicht mehr zum Einsatz, zum HC Ajoie. Bei den Jurassiern entpuppte sich der 23-Jährige sogleich als Verstärkung und er konnte in 33 NL-Spielen so viele NL-Scorerpunkte erobern wie noch nie, nämlich 14 an der Zahl (fünf Tore und neun Assists). Gut möglich, dass er nächste Saison unter Wohlwend eine noch wichtige Rolle einnehmen darf. 

EHC Kloten: Axel Simic (C/RW)  

Die Flughafenstädter haben letzte Saison enttäuscht, trotzdem gab es den ein oder anderen Lichtblick. Zu den positiven Erscheinungen darf sicherlich auch Axel Simic gezählt werden, dessen Leistungen für sich sprachen. Der 25-Jährige entdeckte seine produktive Seite und steuerte 18 Tore und zehn Assists in 52 Spielen bei, was seine beste Ausbeute in seiner NL-Karriere gewesen ist. An ihm lag es definitiv nicht, dass der EHC Kloten auf dem zweitletzten Rang in der Regular Season landete. Ob er seine starke letzte Saison bestätigen kann?  

SC Rapperswil-Jona Lakers: Inaki Baragano (D) 

Seit der Saison 2021/22 verdient der heute 22-Jährige sein Geld bei den Rapperswil-Jona Lakers und mit jeder Spielzeit konnte sich der Verteidiger weiterentwickeln und verbessern. In der letzten Spielzeit gelang ihm ein weiterer grosser Sprung, vor allem was seine offensive Ausbeute anbelangt. Baragano sammelte 13 Scorerpunkte (ein Tor und zwölf Assists) und damit mehr, als in den Saisons 2021/22 und 2022/23 zusammen (zwölf). Dazu bekam er im Schnitt fast drei Minuten mehr pro Spiel Eiszeit und als Belohnung für seine Leistungen wurde er von Patrick Fischer erstmals für die Schweizer A-Nati aufgeboten. 

SCL Tigers: Stéphane Charlin (G) 

Für den jungen Goalie stellte sich sein Wechsel ins Emmental zu den SCL Tigers als genau richtig heraus, entwickelte sich das Genfer Eigengewächs in Langnau zu einem der begehrtesten Goalies der National League. Der 23-Jährige überragte in 30 NL-Partien mit einer Fangquote von 91,9% und dazu erhielt er sein erstes Aufgebot für die Schweizer A-Nati. Da der Vertrag von Charlin nur noch eine Saison läuft, wurde er schon von einigen NL-Teams kontaktiert und selbst Mannschaften aus Nordamerika haben sich nach ihm erkundigt. Der Westschweizer ist derzeit eine der heissesten Goalie-Aktien der Liga. 

Genève-Servette HC: Giancarlo Chanton (D) 

Der heute 21-Jährige spielt seit der Saison 2021/22 in der Organisation der Genfer, wo er zuerst für die U20 auflief und in der Folge sogar seine ersten NL-Partien bestreiten durfte. Bereits in der Meistersaison kam der talentierte Verteidiger auf insgesamt 52 Partien (inklusive Playoffs) und in der letzten Saison gehörte Chanton dann fix zum Profikader der Grenats. 51 Partien in der Regular Season (drei Assists) zeigen, dass Headcoach Jan Cadieux auf ihn setzt. Noch beeindruckender ist die Entwicklung seiner Eiszeit, kam er doch im Vergleich zur vorherigen Saison im Schnitt fast drei Minuten pro Spiel mehr zum Einsatz (7:16 Minuten vs. 10:10 Minuten). 

HC Ambri-Piotta: Tommaso De Luca (C/LW) 

Der 19-Jährige ist vermutlich das grösste Talent beim HC Ambri-Piotta, weswegen es aus Schweizer Sicht schon etwas ärgerlich ist, dass sich Tommaso De Luca für Italien entschieden hat. In der letzten Saison gehörte der Offensivspieler fix zum Profikader der Leventiner dazu und in seiner Rookie-Saison gelangen ihm beachtliche 21 Scorerpunkte (elf Tore und zehn Assists) aus 45 NL-Spielen. Er hat also bewiesen, dass er zurecht als Spieler mit riesigem Potenzial gehandelt wird. An ihm dürften die Biancoblù auch in Zukunft noch sehr viel Freude haben. 

EHC Biel: Luca Christen (D) 

Nach einer schwierigen Premierensaison im Seeland, wo er aufgrund mangelnder Einsatzzeiten zwischenzeitlich in die Swiss League zum SC Langenthal verliehen wurde, kam Luca Christen in der letzten Saison so richtig beim EHC Biel an. So absolvierte der 25-Jährige 51 Spiele in der höchsten Schweizer Spielklasse und sammelte dabei ein Tor und sieben Assists. Mit dem Abgang von Rathgeb und dem Karriereende von Forster kann es gut sein, dass Christen in der neuen Saison noch mehr Eiszeit und Verantwortung erhalten wird. 

HC Lugano: Calvin Thürkauf (C/LW) 

Der Schweizer Nati-Spieler war schon vor der letzten Saison ein sehr guter NL-Spieler, doch in der letzten Spielzeit entwickelte sich der HCL-Captain zu einer der dominanten Figuren in der höchsten Schweizer Spielklasse. Der 27-Jährige zeigte die Saison seines Lebens und sammelte satte 68 Scorerpunkte aus 61 Spielen, womit er seine Bestmarke aus der Saison 2021/22 (39 Scorerpunkte) pulverisiert hat. Wie gross sein Entwicklungssprung gewesen ist, zeigt auch die Tatsache, dass er von der Liga zum MVP der Regular Season gewählt wurde. In dieser Verfassung ist der Stürmer definitiv ein Kandidat für die NHL.

HC Davos: Valentin Nussbaumer (C/LW) 

Während der Saison 2020/21 zog es den Schweizer Offensivspieler vom EHC Biel zum HC Davos, wo er in der Folge jedoch Mühe hatte, Konstanz in seine Leistungen zu bringen. Der 23-Jährige brachte schon immer alle Anlagen mit, um bei den Bündnern ein Schlüsselspieler sein zu können, doch seine grosse Klasse brachte er zu selten aufs Eis. In der letzten Saison konnte Valentin Nussbaumer endlich den erhofften Entwicklungssprung machen und er avancierte zum Topscorer des HCD. Ihm gelangen in 58 Spielen 43 Scorerpunkte und damit mehr als doppelt so viel wie in seiner zuvor produktivsten Spielzeit. Macht er so weiter, wird er in Zukunft auch in der Schweizer Nati eine gute Rolle spielen können. 

SC Bern: Marco Lehmann (C/W) 

Als der Schweizer Offensivspieler im Sommer 2022 von den SC Rapperswil-Jona Lakers zum SC Bern wechselte, wusste man bereits, wozu Marco Lehmann imstande ist. Schliesslich eroberte er in der Saison 2020/21 die National League mit seinen 34 Scorerpunkten im Sturm. Danach folgten jedoch zwei ganz schwierige Jahre mit grossen gesundheitlichen Problemen, weswegen die Auferstehung des 25-Jährigen umso beeindruckender gewesen ist. Beim SC Bern avancierte er mit seinen 35 Scorerpunkten (14 Tore und 21 Assists) aus 54 Spielen zum besten Schweizer Scorer und als Lohn bekam er seine ersten Aufgebote für die Schweizer A-Nati. Wenn Lehmann gesund bleibt, wird er in Zukunft sogar noch besser sein. 

EV Zug: Leon Muggli (D) 

Der 18-Jährige gilt als grösste Schweizer Zukunftshoffnung in der Verteidigung, doch Leon Muggli beweist bereits in der Gegenwart, wozu er imstande ist. In seiner ersten Profisaison beim EVZ konnte sich der Youngster sogleich fest in der Abwehr etablieren, kam er insgesamt 53-mal in der National League zum Einsatz. Beeindruckend dabei ist, dass ihm 14 Scorerpunkte (vier Tore und zehn Assists) gelungen sind. Wenig überraschend wurde er beim NHL Draft 2024 von den Washington Capitals an 52. Stelle gedraftet. Die kommende Saison wird der Youngster aber noch auf Leihbasis für den EV Zug bestreiten dürfen. Es gibt aber kaum Zweifel daran, dass er eines Tages ein gestandener NHL-Verteidiger sein wird. 

HC Fribourg-Gottéron: Maximilian Streule (D) 

Nach zwei Jahren in Übersee kehrte der junge Schweizer Verteidiger vor einem Jahr in die Schweiz zurück und schloss sich dem HC Fribourg-Gottéron an. Die Drachen haben mit seiner Verpflichtung ein gutes Händchen bewiesen, konnte sich der 20-Jährige trotz seines noch jungen Alters sogleich in der Profimannschaft etablieren. Satte 58 NL-Spiele durfte Maximilian Streule bestreiten (vier Tore und zwei Assists) und sein Vertrag in Fribourg wurde folgerichtig auch gleich bis 2027 mit einer Option bis 2028 verlängert, was zeigt, welch grosse Hoffnungen man in Zukunft in ihn setzt. 

Lausanne HC: Ken Jäger (C/RW) 

Die Waadtländer waren in der letzten Saison ganz nahe am ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte, scheiterte man letztlich erst in Spiel sieben an den ZSC Lions. Einer, der massgeblichen Anteil daran hatte, dass die Lausanner überhaupt so weit kamen, ist Ken Jäger. Die insgesamt vierte Saison im Dress des LHC war die mit Abstand stärkste, was alleine seine 35 Scorerpunkte (13 Tore und 22 Assists) aus 70 Partien zeigen. So produktiv war der 26-Jährige noch nie, wobei seine Leistungen nicht nur anhand seiner Scorerpunkte beurteilt werden dürfen. Das wohl grösste Lob für Ken Jäger war, dass er zum ersten Mal im Schweizer WM-Aufgebot stand und in Tschechien insgesamt sechs Spiele (je ein Tor und Assists) absolvieren durfte. Er durfte seine starke Saison mit der WM-Silbermedaille krönen. 

ZSC Lions: Vinzenz Rohrer (C/RW) 

Beim Schweizer Meister fällt unsere Wahl wenig überraschend auf den "Youngster des Jahres." Vinzenz Rohrer war trotz seiner erst 19 Jahren eine der Attraktionen der National League. Der Vorarlberger, der seine Stärken unter anderem auch im Bully hat, hat sich dank seiner energiereichen Art sowie seinen konstanten Leistungen in die Herzen der ZSC-Fans gespielt. Dem Österreicher gelangen auf dem Weg zum Titel 23 Scorerpunkte (neun Tore und 14 Assists) aus 64 Spielen und seine weitere Karriere dürfte ihn früher oder später in die NHL führen. Seine starke Saison wurde dann auch noch mit seinem ersten WM-Aufgebot für Österreich gekrönt (zwei Assists aus sieben Spielen).

Axel Simic Calvin Thürkauf EHC Biel-Bienne EHC Kloten Eishockey EV Zug Genève-Servette HC Giancarlo Chanton HC Ajoie HC Ambri-Piotta HC Davos HC Fribourg-Gottéron HC Lugano Inaki Baragano Ken Jäger Kyen Sopa Lausanne HC Leon Muggli Luca Christen Marco Lehmann Maximilian Streule National League SC Bern SC Rapperswil-Jona Lakers SCL Tigers sport.ch Stéphane Charlin Tommaso De Luca Valentin Nussbaumer Vinzenz Rohrer ZSC Lions

2024-08-22 20:20:05