Ausserordentlich lange Vertragslaufzeiten wurden in den letzten Jahren im Schweizer Eishockey immer populärer, mutmasslich auch wegen der zusätzlichen Konkurrenz im Schweizer Oberhaus. Doch was auf dem Papier steht ist das eine; was wirklich zählt, ist, wie lange die Akteure dann ihren Dienst bei ein und demselben Verein verrichten. Deshalb werden folgend alle diese Spieler in den Fokus gerückt, welche die letzten fünf Spielzeiten mit ihrem aktuellen Verein bestritten haben.
Obschon der HC Ajoie noch nicht so lange in der National League spielt und es deshalb viel Bewegung im Kader gegeben hat, finden sich immerhin fünf Spieler, die zuletzt die Einsätze aus mindestens fünf Jahren en suite im Team der Jurassier in den Beinen haben. Thibault Frossard und Bastien Pouilly sind aus dem eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft aufgestiegen und dem HCA immer treu geblieben. Ausserordentlich ist natürlich auch das langjährige Import-Duo mit den beiden Kanadiern Philip-Michaël Devos und Jonathan Hazen. Mit Steven Macquat (Wechsel zu La Chaux-de-Fonds) und Alain Birbaum (Rücktritt) werden zwei treue Seelen in der nächsten Saison nicht mehr das Ajoie-Trikot tragen.
Beim HC Ambri-Piotta finden sich drei feste Kaderbestandteile der letzten fünf Saisons. Isacco Dotti spielte 2018/19 zwar noch auf Leihbasis für das Team aus der Leventina, hat jedoch damals die komplette Saison mit dem HCAP absolviert. Sein Bruder Zaccheo wird nächste Saison seine fünfte Spielzeit in Folge für die Leventiner bestreiten. Mit einem Engagement seit 2016/17 ist der italienische Stürmer Diego Kostner gar schon länger bei der ersten Mannschaft, als Luca Cereda an der Bande stand. Der heutige Head Coach übernahm das Team zum Beginn der Spielzeit 2017/18. Mit Benjamin Conz (zu Ajoie) und Johnny Kneubuehler (zu Biel) verlieren die Leventiner zwei treue Seelen. Die beiden Führungsspieler Daniele Grassi und Inti Pestoni haben zwar auch deutlich mehr als fünf Vereinsjahre vorzuweisen, beide spielten allerdings zwischenzeitlich für andere Clubs und haben es deshalb nicht namentlich in die Aufzählung geschafft.
Obschon der SC Bern in den letzten Jahren für einen ganz grossen Umbruch im Kader gesorgt hat, sind drei Spieler erhalten geblieben, die schon eine gefühlte Ewigkeit das SCB-Dress tragen. Tristan Scherwey hat einst vom Gottéron-Nachwuchs in die U17 des SCB gewechselt. Seither hat es für den Stürmer aber keinen anderen Verein mehr gegeben. Fünf Meistertitel hat Schwerwey in der Hauptstadt gefeiert, wenn möglich soll diese Zahl bis zum Vertragsende 2027 weiter ansteigen. Simon Moser, ein Tigers-Zögling, wechselte nach einem Jahr in der NHL zum SCB, der Ostschweizer Ramon Untersander kam derweil vom EHC Biel zum SC Bern. Nächste Saison kommen zwei weitere SCB-Cracks dazu. Goalie Philip Wüthrich wird nämlich in seine fünfte Saison mit den Bären steigen. Selbiges gilt auch für Thierry Bader.
Im Kader des EHC Biel finden sich keine Spieler, die aus dem eigenen Nachwuchs stammen und auf einen Wechsel zu einem anderen Club verzichtet haben. Dafür findet sich beim EHCB etwas anderes Besonderes. Toni Rajala ist einer von nur fünf Importspielern, die schon über fünf Jahren beim selben Verein spielen. 403 Partien hat der Finne schon für den EHC Biel absolviert, in der Saison 2021/22 trug er das C auf dem Trikot. Damien Brunner steht seit 2018/19 für die Seeländer unter Vertrag, während Cunti vor fünf Jahren ins Seeland wechselte. Mit Beat Forster (Rücktritt) und Mike Künzle (Wechsel zum EVZ) muss der EHCB künftig auf zwei treue Seelen verzichten. Yanick Stampfli und Fabio Hofer werden nächste Saison ihre fünfte Spielzeit im EHCB-Trikot in Folge bestreiten.

Auch beim HC Davos ist die Liste einigermassen lang. Obschon er aufgrund seines Abstechers in die AHL und seine Rückkehr via den ZSC Lions nicht zuoberst steht, ist natürlich Andres Ambühl herauszuheben. Der Routinier steht bei 1'187 Vereinsspielen für die Bündner. Vor seinem Wechsel nach Nordamerika hat er schon fünf komplette Saisons für die Profis des HCD gespielt. Enzo Corvi, Marc Wieser und Co. befinden sich auf den Spuren der Vereinslegende. Mit 865 HCD-Einsätzen ist es Marc Wieser, der am nächsten an Ambühl herankommt, dessen Marke aber nie knacken dürfte.
Der HC Fribourg-Gottéron ist einer jener Clubs, bei dem Vereinstreue nochmals eine ganz neue Bedeutung erhält. Allen voran ist da natürlich Julien Sprunger herauszuheben, der seine ersten Einsätze in der Spielzeit 2002/03 auf höchstem Niveau absolvieren konnte. Er war immer Spieler des HCFG und hat für Gottéron bislang auch 1'108 Einsätze abgespult. Von Sprunger inspiriert sind auch Andrei Bykov und Nathan Marchon in ihrer Karriere bislang immer beim Team aus der Saanestadt geblieben. Erstgenannter hat seine Karriere aber bekanntlich beendet, weswegen er in diesem Artikel nicht mehr aufgezählt wird. Killian Mottet, auch aus dem eigenen Nachwuchs, hat per Umweg über Lausanne und Ajoie ins Profiteam gefunden. Daneben haben es auch Reto Berra und Samuel Walser geschafft, schon über ein halbes Jahrzehnt beim gleichen Verein zu spielen. Mit Ryan Gunderson können die Drachen sogar auf einen sehr treuen Import-Spieler zählen. Benoit Jecker und Dave Sutter werden in der neuen Spielzeit ihre fünfte Saison in Folge für die Saanestädter bestreiten.

Beim amtierenden CHL-Champion ist es Noah Rod, der aus dem eigenen Nachwuchs zu den Profis aufgestiegen ist und dem Club seither treu geblieben ist. Allerdings hat der Stürmer seinen Versuch in Nordamerika gewagt, in den beiden Anläufen in der AHL hat er aber jeweils die halbe Spielzeit für seinen Stammverein absolviert. Auf eine ganze Menge Vereinsjahre in Genf wird auch Tanner Richard kommen, der Center hat einen Vertrag bis 2028, erfüllt er diesen, erreicht er elf Saisons bei den Aigles. Roger Karrer, Simon Le Coultre und Marco Miranda finden seit der letzten Saison ebenfalls eine Erwähung in diesem Artikel. Mit Daniel Winnik (Rücktritt) und Eliot Berthon (Zukunft noch offen) tragen zwei treue Vereinsseelen künftig nicht mehr das Trikot der Genfer.
Mit der Saison 2019/20 als Stichpunkt wird beim EHC Kloten in der zweiten Saison nach dem Abstieg angesetzt. Dennoch findet sich ein Spieler im Kader, der die turbulente Zeit davor miterlebt hat und auch danach immer im Kader geblieben ist. Es ist dies Publikumsliebling Steve Kellenberger. Der Routinier steht schon bei 835 Einsätzen für den EHC Kloten. Nebst ihm hat auch Nicholas Steiner die letzen sechs Saisons allesamt im Kloten-Dress bestritten. Mit Patrick Obrist bekam eine treue Vereinsseele kein neues Vertragsangebot mehr von den Flughafenstädtern. Marc Marchon hat den Verein in Richtung Bern verlassen.
Insgesamt vier Namen, welche die Anforderungen erfüllen, finden sich im Kader des Lausanne HC. 644 Spiele für den Lausanne HC hat der in London geborene Nationalspieler absolviert. Vor über elf Jahren kam er in Lausanne an. Und der 36-Jährige hat noch nicht genug, sein Vertrag läuft noch für ein Jahr, so wird er die Marke des Vereinsrekordspielers noch weiter in die Höhe schrauben. Etwas mehr als halb so lange wie Genazzi und dennoch schon sechs Jahre spielt Ronalds Kenins mit dem Löwen aus dem Waadtland auf der Brust. Aurélien Marti, Ken Jäger und Tim Bozon werden dann nächste Saison ihre fünfte Spielzeit in Folge für den letztjährigen Playoff-Finalisten absolvieren.
Was Julien Sprunger für den HC Fribourg-Gottéron ist, könnte Luca Fazzini dereinst für die Bianconeri werden. Sein Debüt bei den Profis liegt bereits über zehn Jahre zurück, seit 2015/16 hat der Stürmer den Sprung in die erste Mannschaft endgültig geschafft. Dass dieser nur noch eine Frage der Zeit sein würde, deutete Fazzini aber schon zuvor auf dem Eis an. 651 Einsätze für den HC Lugano hat der gebürtige Tessiner absolviert, sein Vertrag läuft noch bis 2027, also drei weitere Jahre. Komplettiert wird das aufgeführte Duo des HC Lugano mit Giovanni Morini, der in derselben Saison wie Fazzini den definitiven Schritt aus der U20 in die erste Mannschaft gemacht hat, zuvor aber nicht für die Profis auflief. Mit Julian Walker hat eine weitere Vereinsikone seine Schlittschuhe an den Nagel gehängt. Knapp (noch) nicht in die Liste hat es Goalie Niklas Schlegel geschafft, der in der Saison 2019/20 erst während der Saison vom SCB ins Tessin wechselte. Import-Stürmer Mark Arcobello wird ebenfalls nächste Spielzeit seine bereits fünfte Saison im HCL-Trikot bestreiten.
Bei den Lakers stehen drei Namen. Es sind dies Goalie Melvin Nyffeler, Verteidiger Fabian Maier sowie Stürmer Nico Dünner. Nyffeler wechselte schon 2015 von Fribourg zu den Lakers. Nach einer Saison in der damaligen NLB erhielt er in Kloten die Chance aufs Oberhaus. Nach nur einer halben Spielzeit kehrte er an den Obersee zurück. Fabian Maier stiess im Sommer 2016 von Hockey Thurgau zu den SCRJ Lakers. Beide feierten 2018 den Aufstieg und den Cupsieg und sind den Rosenstätter seither treu geblieben. Roman Cervenka würde seit letzter Saison auch dazugehören, doch der Captain ist bekanntlich in seine Heimat zurückgekehrt. Knapp nicht in der Auflistung mit dabei ist Gian-Marco Wetter, der erst ab der Saison 2020/21 fix zum Profikader dazugehörte. Er wird dann in einem Jahr mit dabei sein, genauso wie Jérémy Wick, der in sein fünftes Vertragsjahr geht.
Im Kader der SCL Tigers finden sich einige Eigengewächse, die schon fünf Jahre im Verein vorweisen können. Uns interessieren aber ausschliesslich die Spieler, die mindestens fünf Spielzeiten Teil der ersten Mannschaft waren. So fällt beispielsweise auch Keijo Weibel durch die strengen Anforderungen. Er hat zwar 2017/18 bei den Profis debütiert, kam in der Spielzeit 2019/20 aber nur in der U20 und beim EHC Olten zum Einsatz. Nach diesem intensiven Filtern bleiben drei Akteure übrig. Nur Pascal Berger und Samuel Erni standen schon 2019/20 im Kader der SCL Tigers und haben den Club seither nicht verlassen. Nolan Diem wechselt auf die kommende Saison hin zu Kloten, womit die Tigers eine weitere treue Seele verlieren. Das eine Jahr in der KHL verhindert, dass auch bei den Langnauern mit Harri Pesonen ein Import aufgenommen wurde. Mit Flavio Schmutz bestreitet ein weiterer Tiger in der kommenden Spielzeit seine fünfte Saison in Folge für die Emmentaler.
Auch der Schweizer Meister kann sich zu grossem Anteil auf die eigene Nachwuchsförderung stützen und das merkt man sofort bei den Spielern, die schon lange im Kader stehen. Capatin Patrick Geering steht schon bei exakt 1000 Spielen für den Zett. Er ist genauso wie Chris Baltisberger und Justin Sigrist aus dem eigenen Nachwuchs in die Profimannschaft gestossen. Christian Marti und Denis Hollenstein sind alles ehemalige Kloten-Junioren. Phil Baltisberger (Wechsel zu den Tigers), Reto Schäppi (Wechsel nach Kloten) und Simon Bodenmann (Rücktritt) sind aus der Liste der treuen ZSC-Spieler gefallen. In einem Jahr dürfte dann Sven Andrighetto mit dabei sein, der in sein fünftes Vertragsjahr geht.
Beim EV Zug ist Lino Martschini mit 761 Spielen für die erste Mannschaft sowas wie das Zugpferd. Dahinter folgen gleich mehrere Spieler, die sich schon lange den Zentralschweizern verschrieben haben. Mit Livio Stadler und Sven Leuenberger haben gleich zwei Eigengewächse den Sprung in die erste Mannschaft geschafft, die mittlerweile schon auf sechs komplette Jahre in der National League kommen. Neu mit dabei sind auch Goalie Leonardo Genoni sowie Captain und Import-Star Jan Kovar, die seit 2019/20 für die Zuger auflaufen. Grégory Hofmann wäre theoretisch ebenfalls mit dabei, doch wegen seines kurzen NHL-Intermezzos in der Saison 2021/22 haben wir ihn hier nicht aufgeführt, auch wenn er danach die Saison beim EVZ beendete.
Andres Ambühl Arnaud Jacquemet Bastien Pouilly Chris Baltisberger Chris Egli Christian Marti Damien Brunner Dario Simion Davyd Barandun Denis Hollenstein Diego Kostner Dominic Zwerger Dominik Schlumpf EHC Biel-Bienne EHC Kloten Eishockey Enzo Corvi EV Zug Fabian Heldner Fabian Maier Gauthier Descloux Genève-Servette HC Giovanni Morini HC Ajoie HC Ambri-Piotta HC Davos HC Fribourg-Gottéron HC Lugano Isacco Dotti Jan Kovar Joël Genazzi Jonathan Hazen Julien Sprunger Justin Sigrist Killian Mottet Lausanne HC Leonardo Genoni Lino Martschini Livio Stadler Luca Cunti Luca Fazzini Lukas Frick Marc Wieser Marco Miranda Melvin Nyffeler Mike Völlmin Nathan Marchon National League Nicholas Steiner Nico Dünner Noah Rod Pascal Berger Patrick Geering Philip-Michaël Devos Ramon Untersander Reto Berra Reto Schmutz Roger Karrer Ronalds Kenins Ryan Gunderson Samuel Erni Samuel Walser Sandro Aeschlimann Sandro Schmid SC Bern SC Rapperswil-Jona Lakers SCL Tigers Simon Le Coultre Simon Moser sport.ch Steve Kellenberger Sven Jung Sven Leuenberger Sven Senteler Tanner Richard Thibault Frossard Toni Rajala Tristan Scherwey Yannick Frehner ZSC Lions