Die Olympischen Winterspiele in Mailand vereinten sie bei der Feier goldener Medaillen, doch nun erwartet sie das harte Eishockeygeschäft. Der General Manager der Minnesota Wild, Bill Guerin, packt laut Informationen von Michael Russo von The Athletic dieser Tage seine Koffer nach Michigan. Sein Ziel ist nichts Geringeres, als sich mit den Vertretern des Star-Verteidigers Quinn Hughes an den Verhandlungstisch zu setzen und eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zu vereinbaren.
Der aktuelle Vertrag des 26-jährigen US-Nationalspielers, der ihm durchschnittlich 7,85 Millionen Dollar einbringt, läuft bereits nach der kommenden Saison aus. Obwohl ein Verbleib im Team laut dem Spieler selbst im Mai noch „definitiv eine offene“ Möglichkeit war und eine Vertragsverlängerung formal bereits ab dem ersten Juli möglich ist, spielt die Zeit nun eine entscheidende Rolle.
Grund dafür ist der neue Tarifvertrag, der am 16. September in Kraft tritt und die maximal zulässige Vertragslaufzeit auf sieben Jahre reduziert. Die Führung der Wild bevorzugt es jedoch, ihr Juwel für fünf bis acht Saisons zu binden. Die immensen 45 Millionen Dollar unter der Gehaltsobergrenze, die Minnesota für die Saison 2027/28 dank fehlender langfristiger Verpflichtungen zur Verfügung hat, geben Guerin enorme Flexibilität.
Und diese wird er auch brauchen. Hughes hat nämlich eine realistische Chance, der bestbezahlte Spieler in der Geschichte der NHL zu werden. Leo Carlsson hat die Messlatte kürzlich extrem hoch gelegt, als die Anaheim Ducks ihm 18 Millionen Dollar pro Jahr zusprachen, doch der Elite-Verteidiger hat alle Trümpfe in der Hand, um diese Summe zu übertreffen. In der vergangenen Saison, die er zwischen Vancouver und Minnesota aufteilte, sammelte er 76 Punkte in 74 Spielen, was ihn auf den fünften Platz unter den Verteidigern der Liga brachte.
Auch wenn er bei der Abstimmung zur Norris Trophy diesmal Siebter wurde, ist seine Bilanz beeindruckend: 2024 gewann er diese Auszeichnung für den besten Verteidiger und 2025 war er Finalist. Seine phänomenale Form bestätigte er zudem bei den erwähnten Spielen in Mailand, wo er mit acht Punkten in sechs Partien die Verteidiger-Punktewertung anführte und als bester Verteidiger des Turniers ausgezeichnet wurde.
Guerins grösste Hürde in den Verhandlungen müssen jedoch nicht unbedingt die Finanzen sein. An der Ostküste lauert ein starker Familienfaktor. Im Trikot der New Jersey Devils spielen Quinns Brüder Jack und Luke, wobei die „Devils“ bereits versucht hatten, den ältesten der Hughes-Brüder zu verpflichten, bevor Vancouver ihn genau nach Minnesota tauschte.
Stürmer Jack Hughes goss zudem bereits letzten Sommer Öl ins Feuer, indem er öffentlich erklärte, dass er eines Tages sehr gerne mit seinem Bruder zusammenspielen würde. Sollte Minnesota Quinn nicht rechtzeitig ein ausreichend attraktives Angebot unterbreiten, könnte die Aussicht auf eine brüderliche Wiedervereinigung die historischen Millionen leicht übertreffen.
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