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Josi über den unvollendeten Weg, seine Nati-Zukunft und das Fussballfieber

Der Captain im Interview

Dreieinhalb Wochen nach der dramatischen Finalniederlage bei der Eishockey-WM steckt Roman Josi noch immer mitten im Verarbeitungsprozess. Der Superstar der Nashville Predators spricht über den schmalen Grat zwischen Stolz und Enttäuschung, seine Zukunft im Nationalteam und das aktuelle Fussballfieber rund um die Schweizer Nati.

Die knappe Niederlage im WM-Finale schmerzt auch knapp einen Monat später noch. "Es ist auf jeden Fall eine von den Niederlagen gewesen, die einfach etwas länger braucht", gestand der Verteidiger im Gespräch mit SRF Sport. Unmittelbar nach dem Turnier überwog die Leere, doch mit etwas Abstand stellt sich ein differenzierteres Gefühl ein. "Es ist halb-halb. Der Stolz ist sicher auch da über die Mannschaft, wie wir gespielt haben. Wir durften im Stadion Gefühle erleben, die unbeschreiblich sind."

Ablenkung dank der Familie

Geholfen bei der ersten Bewältigung des Rückschlags hat dem Berner vor allem die Familie. Nach den intensiven Wochen reiste Josi direkt in die Ferien. "Die Familie ist natürlich die beste Ablenkung. Mit den Kindern - die hatten das eine Stunde nach dem Match schon wieder vergessen", erzählt der NHL-Profi schmunzelnd. Das Zusammensein mit seinen Liebsten habe ihm extrem viel Kraft gegeben, um abzuschalten und den Sommer zu geniessen. Zu den Nationalmannschaftskollegen bestand seither kaum noch Kontakt: "Über die WM haben wir eigentlich nicht mehr gross geredet. Das wird aber sicher wieder Thema sein, wenn wir uns das nächste Mal sehen."

Die "Mission Gold" ist nicht vorbei

Trotz seines Geburtstags direkt nach der WM, an dem er 36 Jahre alt wurde, denkt der Defensivkünstler keineswegs an einen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Im Gegenteil: Der verpasste Titel dient als zusätzlicher Antrieb. "Für mich fühlt es sich irgendwie so an, als wäre es ein Weg, den wir jetzt mit diesem Team gegangen sind, der noch nicht ganz vollendet ist", stellt Josi klar. Nächstes Jahr findet die Weltmeisterschaft in Deutschland statt - für Josi ein klares Ziel, sofern der Körper mitspielt. Priorität haben zunächst eine erfolgreiche NHL-Saison und der Playoff-Einzug mit Nashville. Doch er betont: "Wenn ich gesundheitlich bereit bin, würde ich diesen Weg mit der Nati sicher gerne noch fertiggehen. Die Nati ist für mich sicher noch nicht fertig."

Im Fussballfieber vor dem Kanada-Knaller

Aktuell weilt Josi für Termine - unter anderem bei einer Podiumsdiskussion des Vereins "Future Now" zur mentalen Gesundheit im Leistungssport - kurzzeitig in der Schweiz, bevor der Hauptteil des Sommers in Nashville verbracht wird. In den USA verfolgt er intensiv die Fussball-Weltmeisterschaft. "Ich bin im Moment total im Fussballfieber und habe alle Spiele der Schweizer Nati geschaut", so Josi. Vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Kanada schlägt sein Herz logischerweise für die Schweiz, auch wenn es im Vorfeld die typischen Sprüche gab: "Schweiz gegen Kanada ist speziell, weil ich viele kanadische Kollegen habe, mit denen man schon Witze gemacht hat. Aber die Schweizer haben unglaublich gut gespielt gegen Bosnien, und ich hoffe auf den Gruppensieg."

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2026-06-24 19:58:14