Am 15. Mai startet die Heim-Weltmeisterschaft. Jeder Eishockeyspieler träumt davon, Teil des Kaders vor heimischem Publikum zu sein. Nach dem verpassten Titel im letzten Jahr in Schweden wiederholt sich das Finalduell zwischen der Schweiz und den USA im Eröffnungsspiel. Wir werfen einen Blick in die Kristallkugel.
Anfang Woche stiessen die Finalteilnehmer aus Fribourg und Davos sowie einige NHL-Cracks für die vierte Vorbereitungswoche zum Team und verstärken seither die Schweizer Nati. Das Kader wurde im Vergleich zur dritten Woche stark durchmischt. Aktuell sind 29 Spieler dabei - das sind zu viel, denn nur 22 Feldspieler und drei Goalies sind bei der WM erlaubt. Zudem fehlen noch Janis Moser und Philipp Kurashev aus Nordamerika.
Der letzte Cut steht nächste Woche bevor. Mindestens vier Spieler müssen die Nati verlassen. Davor hat die Schweiz aber noch drei Vorbereitungsspiele in Schweden, ehe es am 15. Mai gegen die USA ernst wird. Wir haben uns an das Line-up fürs erste Spiel gewagt.

Die drei Schweizer NHL-Stars mit Roman Josi, Nico Hischier und Timo Meier sind bereits heute im Vorbereitungskader. Verteidiger Janis Moser fehlt noch im Team. Der Spieler der Tampa Bay Lightning verlor die Playoff-Serie gegen die Montreal Canadiens und kündigte an, dass er davon ausgehe, an der WM teilzunehmen. Noch fehlen die Freigabe seines Klubs und seine finale Bestätigung.

Da Kevin Fiala noch immer seine Verletzung von den Olympischen Spielen auskurieren muss, klafft nun eine Lücke im NHL-Block der Nati. Der Lausanner Théo Rochette zeigte eine starke Saison. Insgesamt 50 Punkte holte er in 53 Spielen und punktete damit fast in jedem Spiel. Bei den Eisgenossen fehlte ihm bislang der Durchbruch. Mit Meier und Hischier an der Seite könnte der Westschweizer in einer offensiven Position seine Stärken komplett ausspielen und unser WM-Trumpf werden.

In der zweiten Linie halten die beiden ZSC-Verteidiger Dean Kukan und Christian Marti die Stellung. Schon während der Vorbereitungsspiele spielten die beiden Seite an Seite. An den Olympischen Spielen war das Duo getrennt. Weil nun aber Jonas Siegenthaler und Andrea Glauser verletzt sind, passen Kukan und Marti wie die Faust aufs Auge zusammen in die Defensive.

Mit Denis Malgin komplettiert ein weiterer Zürcher das ZSC-Trio. Eigentlich gehört zu Malgin sein Sturmpartner aus der National League: Sven Andrighetto. Weil dieser noch eine Gehirnerschütterung auskurieren muss, wird er womöglich beim WM-Auftakt fehlen - könnte aber später seinen Platz wieder einnehmen.
An seiner Stelle spielt Tyler Moy. Dieser schoss die Schweiz im letzten Vorbereitungsspiel zum Sieg. NHL-Söldner Nino Niederreiter komplettiert die Linie und bringt über 1000 NHL-Spiele Erfahrung in diesen Block. Schon in Mailand spielte der Bündner mit Malgin und Andrighetto in einer Linie, ehe sich Malgin verletzte.

Bei den Olympischen Spielen erhielt Sven Jung keinen Platz, an der Heim-WM soll es für den HCD-Verteidiger aber anders sein. Zusammen mit dem Genfer Tim Berni bildet er das Verteidigungsduo in der dritten Linie. Im Sturm erhalten die beiden Verstärkung von Pius Suter. Der NHL-Stürmer stiess in der dritten Vorbereitungswoche zum Team und ist aus dem Kader nicht wegzudenken.

Den Sturm könnten Calvin Thürkauf und der frisch gebackene Meister Christoph Bertschy komplettieren. Thürkauf und Bertschy spielten in Mailand mehrheitlich zusammen. Kaum vorstellbar, dass Trainer Jan Cadieux das Duo für die Heim-WM auseinandernimmt.

Während der Olympischen Spiele gehörten die drei Spieler zum Turnier in Italien wie die Pizza und das Tiramisu auf die Menükarte: Ken Jäger, Damien Riat und Simon Knak. Die drei Stürmer bildeten jeweils eine sogenannte Powerlinie.

Zwar nicht im olympischen Kader, aber dafür für die Heim-WM im Einsatz könnten Dominik Egli und Simon Seiler kommen. Für Seiler ist es das erste Nati-Aufgebot überhaupt. Dank seiner Leistung in den Playoffs mit Fribourg hat er sich dies verdient. Dominik Egli, der nächste Saison wieder für den HC Davos verteidigt, schoss bei seinem letzten WM-Einsatz zwei Tore. Das Duo dürfte vorwiegend wegen der verletzungsbedingten Abwesenheit der beiden Nati-Stammspieler Michael Fora und Andrea Glauser zu einem Einsatz kommen.
Im Tor dürfte trotz der meisterlichen Leistung von Reto Berra der Zuger Leonardo Genoni stehen. Genoni gehört seit der ersten Vorbereitungswoche zum Team und könnte deshalb im ersten Spiel zum Einsatz kommen. Ausserdem hat er in der Vergangenheit immer bewiesen, dass auf ihn in der Schweizer Nati Verlass ist. Das Goalie-Trio wird wohl Sandro Aeschlimann vom HCD komplettieren.
Noch ist es unklar, wie die Situation von Philipp Kurashev aussieht. Der vertragslose NHL-Spieler, der zuletzt bei den San Jose Sharks spielte, muss noch medizinische Tests abwarten. Gut möglich, dass er pünktlich zur Nati stösst. Auch Andrighetto ist nach seiner Gehirnerschütterung in den Playoffs bisher nicht fit. Er ist zwar Teil des Vorbereitungskaders, konnte vorerst aber nur reduziert trainieren. Sobald er aber fit ist, gehört er in die zweite Linie zu Malgin und Niederreiter.

Für die beiden Verteidiger Fabian Heldner und Giancarlo Chanton sowie den Stürmer Nicolas Baechler könnte das Turnier vorbei sein, bevor es gestartet ist. Die beiden National-League-Finalteilnehmer Attilio Biasca sowie Yannick Frehner würden wohl zum Zug kommen, falls Kurashev nicht zur Nati stösst und Andrighetto sich von seiner Verletzung nicht erholt. Vor allem Frehner überzeugte während der Playoffs mit dem HC Davos und könnte seine Leistung auch im Schweizer Kader zeigen. Neu-Meister Biasca spielt wie Andrighetto und Kurashev auch auf der Center-Position und wäre damit im Sturm variabel einsetzbar.
Trainer Jan Cadieux hat in allen Vorbereitungsspielen bislang mit acht Verteidigern und zwölf Stürmern gespielt. Auch während der Weltmeisterschaft könnte er mit diesem System weiterfahren. Dies wird sich spätestens im Eröffnungsspiel zeigen, wenn es zur Revanche zwischen den Schweizern und den Amerikanern kommt.
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