Etwas mehr als 150 Tage ist es her, seit sich Loïc Meillard in Bormio zum Olympiasieger krönte. In einem emotionalen Rückblick schildert der Schweizer Skistar nun, wie gross der Druck vor dem Tag X war und welche Last im Moment des Triumphs von seinen Schultern fiel. Der Erfolg in Italien war für den Walliser die Bestätigung einer ausserordentlichen Karrierephase.
Ein Meilenstein, der bleibt: Vor rund fünf Monaten sicherte sich Loïc Meillard bei den Olympischen Spielen den begehrten Olympiasieg. Ein Erfolg, der nicht nur sportlich von historischer Bedeutung für Swiss-Ski war, sondern beim 29-Jährigen auch tiefe emotionale Spuren hinterlassen hat. In einem packenden Rückblick lässt der Ausnahmeathlet die Sekunden im Zielraum Revue passieren, in denen aus bitterer Anspannung pure Erleichterung wurde.
Für Meillard war das Rennen in Bormio kein gewöhnlicher Wettkampf. Als amtierender Weltmeister, der im Jahr zuvor bei den Titelkämpfen in Saalbach triumphiert hatte, reiste der Schweizer mit der maximalen Erwartungshaltung an. "Ein Jahr nach den Weltmeisterschaften in Saalbach bei den Olympischen Spielen erneut Gold zu gewinnen, war wirklich extrem emotional", erklärt Meillard in einem Instagram-Beitrag von Swiss-Ski sichtlich bewegt. Den Titel auf globaler Bühne zu bestätigen, gilt im alpinen Skisport als eine der schwierigsten mentalen Aufgaben überhaupt.
Wie hoch die psychische Belastung im Vorfeld tatsächlich war, verdeutlicht der Techniker mit einem bildhaften Vergleich. Der Druck, den er sich vor allem selbst auferlegt hatte, sei im Moment des Grünschreibens der Anzeigetafel schlagartig abgefallen. "Letztendlich habe ich wohl innerhalb weniger Sekunden ein paar Kilo verloren", schmunzelt Meillard im Rückblick.
Diese physisch spürbare Erleichterung sei das Resultat monatelanger Fokussierung gewesen. Im Skisport entscheiden oft Hundertstelsekunden über Ruhm oder Enttäuschung, weshalb der Fokus auf den Punkt genau stimmen muss. "Es ist klar: Man macht sich selbst unglaublich viel Druck. Wenn man es dann aber schafft, am Tag X genau das abzurufen, was man sich vorgenommen hat, und sein grosses Ziel erreicht, dann ist das einfach nur riesig", so der Slalom-Olympiasieger. Mit diesem Meilenstein im Gepäck dürften auch die kommenden Saisons mit einer gewissen Leichtigkeit angegangen werden – der Eintrag in die Geschichtsbücher ist ihm jedenfalls gewiss.
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