sport.ch

Von Gänsehaut am ganzen Körper bis zum coolsten Feeling, das es gibt

Die Stimmen der Bronzegewinnerinnen

Das Spiel um Bronze war ein regelrechter Nervenkrimi. Dank des Overtime-Treffers von Alina Müller dürfen sich die Schweizerinnen über olympisches Edelmetall freuen. Entsprechend gut gelaunt erschienen die Spielerinnen danach in der Mixed Zone.

Unbestritten einen grossen Anteil an dieser Bronzemedaille hat die Schweizer Torhüterin Andrea Brändli. Auch im Spiel um Bronze war sie wieder ein verlässlicher Rückhalt. Bis auf 96.97 Prozent schraubte Brändli ihre Fangquote hoch. "Ich war einfach glücklich, dass wir nicht ins Penaltyschiessen gegangen sind. Ich weiss nicht, ob meine Nerven überlebt hätten", gestand eine erleichterte Brändli nach dem Spiel. Es sei ein unglaubliches Spiel gewesen, Schweden habe die Schweizerinnen unter Druck setzen können, was es zu einem 50:50-Spiel habe werden lassen.

Brändli adelte Teamkollegin und Overtime-Torschützin Alina Müller: "Man hat richtig gemerkt, wie ihre Körpersprache immer energischer geworden ist. Ich habe gewusst, dass sie das in sich hat und ich hatte volles Vertrauen, dass sie den machen wird." Müller sei die beste Spielerin des Landes und das habe sie unter Druck einmal mehr bewiesen.

Die Schweizer Siegestorschützin selbst beschrieb den entscheidenden Moment folgendermassen: "Ich habe gestern Abend im Bett schon versucht, daran zu denken, was wäre, wenn es klappen würde. Es ist noch ein wenig surreal, ich kann es nicht wirklich glauben." Der Moment, nach dem Torerfolg, in dem sich Müller abdrehte und alle Spielerinnen auf sie zugerannt kamen, sei "das coolste Feeling, das es gibt." Müller hofft, dass diese Bronzemedaille viel fürs Schweizer Frauen-Eishockey auslösen wird.

Um überhaupt in die Verlängerung zu kommen, brauchte es zwischenzeitlich einen Ausgleichstreffer, für den war Sinja Leemann zuständig. Ihr eigenes Tor bezeichnete Leemann als Teameffort, sie habe vom Forechecking von Alina Marti profitiert und habe ihn lediglich noch verwandeln müssen. Weshalb die Schweizerinnen in der Overtime ihre beste Phase der Partie hatte, konnte Lehmann nicht wirklich erklären: "Wir sind einfach nochmals voll gegangen. Wir haben gewusst, dass die Entscheidung fällt, und haben nochmals alles gegeben." Spezielle Inputs von den Trainern habe es nicht mehr gegeben, ausser nochmals alles in die Waagschale zu werfen.

Die grosse Teamleistung hob auch Ivana Wey hervor. "Das Team hat mich mega getragen in den paar Minuten", beschrieb Wey die Momente, nachdem sie mit einem Penalty an der schwedischen Torhüterin gescheitert war. Die grosse Erlösung, der Treffer von Müller, habe bei ihr dann Gänsehaut am ganzen Körper ausgelöst.

"Unser Team hat sicherlich viel mehr Erfahrung. Und die Nationen Schweiz, Schweden, Finnland und Tschechien sind immer näher zusammengerückt. Das zeigt es jetzt, dass wir gewinnen konnten", erklärte Lara Christen die Unterschiede zu vor vier Jahren, als die Schweizerinnen im Spiel um Bronze gegen Finnland verloren hatten. Anfänglich sei das Bronze-Spiel allerdings von beiden Seiten eine nervöse Partie gewesen, bilanzierte die Verteidigerin. Man hätte offensiv noch mehr Akzente setzen wollen, das sei aber nicht wie gewünscht gelungen. "Schlussendlich spielt das alles keine Rolle mehr", schob Christen noch nach.

Alina Müller Andrea Brändli Eishockey Eishockey Frauen-Nationalmannschaft Eishockey National Teams Ivana Wey Lara Christen Milano Cortina 2026 Raphael Dort Sinja Leemann

2026-02-19 19:21:09