sport.ch

Flatscher macht sich keine Sorgen um die bodenständige Art von von Allmen

Der Alpin-Direktor spricht auch über die Krise im Speed-Team der Frauen

Während die Schweizer Männer in Bormio eine historische Dominanz zelebrieren, kämpfen die Frauen in Cortina noch mit der Form. Bei blue Sport analysiert Swiss-Ski-Alpin-Direktor Hans Flatscher den Ausnahme-Zustand um Dreifach-Olympiasieger Franjo von Allmen, den Ehrgeiz von Marco Odermatt und die Durststrecke der Speed-Frauen.

Die Winterspiele 2026 schreiben bereits jetzt Schweizer Sportgeschichte. Allen voran Franjo von Allmen, der mit drei Goldmedaillen in eine Sphäre vorgestossen ist, die zuvor nur Legenden wie Toni Sailer oder Jean-Claude Killy vorbehalten war. "Es war tatsächlich einmalig - und historisch", bilanzierte Hans Flatscher gegenüber blue Sport. Dass von Allmen trotz des immensen Rummels die Bodenhaftung verliert, glaubt der Alpin-Direktor nicht: "Ich mache mir überhaupt keine Sorgen, dass Franjo abheben könnte. Er steht mit beiden Beinen fest im Leben."

Odermatts hoher Anspruch und interne Reibungen

Während von Allmen alles überstrahlt, zeigte sich Marco Odermatt nach den Speed-Rennen trotz zweier Medaillen gewohnt selbstkritisch. Für Flatscher ist genau diese Unzufriedenheit das Markenzeichen eines Champions. "Wenn er nicht so ehrgeizig wäre, hätte er nicht so viel gewonnen", so Flatscher weiter. Diese Haltung sei eine enorme Stärke, die den Ausnahmekönner weiter vorantreiben werde.

Weniger gut verliefen die Spiele für Niels Hintermann, der öffentlich Unmut über eine interne Qualifikation äusserte. Flatscher verteidigte den Entscheid jedoch offensiv: Man habe sämtliche Faktoren wie Wetter und Trainingsleistungen berücksichtigt. Dass ein Athlet unglücklich sei, wenn er nicht starten dürfe, gehöre dazu und müsse man im Verband aushalten können.

Sorgenkind Frauen-Team: "Geduld ist ein seltenes Gut"

Ein kontrastreiches Bild zeigt sich in Cortina d'Ampezzo. Die Schweizer Frauen blieben bisher hinter den hohen Erwartungen zurück. Laut Flatscher fehlt es jedoch nicht am fahrerischen Können, sondern am "letzten Vertrauen", um Passagen kompromisslos durchzuziehen. Viele Athletinnen kämen aus schwierigen Phasen zurück, was Zeit erfordere.

Der Fokus richtet sich nun auf Camille Rast, die in den technischen Disziplinen die Kohlen aus dem Feuer holen soll. "Sie hat mehrfach bewiesen, dass sie mental extrem stark ist", erklärte Flatscher gegenüber oben genannter Quelle.

Jagd auf den Peking-Rekord

Mit Blick auf die ausstehenden Rennen ist der Alpin-Direktor optimistisch, dass der Schweizer Rekord von fünf Goldmedaillen (Peking 2022) fallen könnte. Die Chance lebe, da die stärksten Disziplinen der Frauen erst noch folgen und die Männer derzeit "unglaublich gut" dastehen.

Camille Rast Dominic Hodel Franjo von Allmen Hans Flatscher Marco Odermatt Milano Cortina 2026 Niels Hintermann Olympische Spiele Ski Alpin Swiss Olympic Swiss-Ski welovesnow.ch

2026-02-14 15:41:08