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Vier grosse Medaillentrümpfe im Slalom

Teamanalyse Slalom

Als letzte Skidisziplin steht der Slalom an den Olympischen Spielen auf dem Programm. Am Montag starten die Männer und zwei Tage darauf die Frauen. Wir blicken auf die Schweizer Starterinnen und Starter.

Matthias Iten

Für Matthias Iten ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen schon ein grosser Triumph. Aus dem Nichts hat er sich mit zwei Topresultaten im Weltcup aufgedrängt. Für ihn geht es an Olympia nicht nur um Medaillen und Diplome, sondern auch um Weltcup-Startlistenpunkte. Zeigt Iten auch in Bormio einen tollen Auftritt, könnte er näher an die Top-30 heranrücken und müsste nicht immer mit einer hohen Startnummer im Weltcup starten. Das könnte die Karriere des 26-Jährigen in den nächsten Monaten wesentlich erleichtern.

Daniel Yule

Daniel Yule mag es eisig und kompliziert. Der Hang in Bormio ist ziemlich genau das Gegenteil von Yules Präferenzen. Auch wenn der Schweizer in Topform anreisen würde, gehört er auf diesem Hang nicht zum engsten Favoritenkreis gehören. Mit dem bisherigen Saisonverlauf im Hinterkopf wäre ein Topresultat Yules eine riesige Überraschung. Bereits in der Teamkombination hat Yule gezeigt, dass ihm die Bedingungen nicht wirklich liegen. Die gute Vorlage von Alexis Monney - der Speedspezialist hat die zweitschnellste Zeit in der Abfahrt hingelegt - konnte Yule nicht verwerten. Schweiz 3 wurde am Ende 13.

Loïc Meillard

Auch Loïc Meillard ist ein Edeltechniker, der komplizierte Aufgaben mag. Eine solche wird ihn auf diesem Slalomhang nicht erwarten. Trotzdem gehört Meillard zu den besten Slalomfahrern, die immer für einen Platz unter den besten Drei gut sind. Meillard ist es sicherlich entgegengekommen, dass er bereits in der Teamkombination auf diesem Hang unterwegs war. Der Romand war zwar nicht schnell, konnte daraus aber hoffentlich seine Lehren ziehen.

Tanguy Nef

Spätestens mit seinem Auftritt in der Teamkombination hat sich Tanguy Nef zu einem heissen Medaillenanwärter aufgeschwungen. Der Westschweizer kam mit dem nicht selektiven Hang am besten zurecht und führte Schweiz 2 von Rang vier zu Olympiagold. Im Weltcup ist Nef sehr konstant knapp hinter dem Podest unterwegs. Der Sprung aufs Treppchen wird Tanguy Nef schon lange zugetraut - wieso nicht in Bormio?

Mélanie Meillard

Im Gegensatz zu ihrem Bruder gehört Mélanie Meillard nicht zu den grossen Medaillenanwärtern in Norditalien. In der laufenden Saison kann Meillard noch nicht überzeugen. Ausgerechnet der Auftritt in der Teamkombination, bei dem sich die 27-Jährige verfuhr, macht aber Mut. Mélanie Meillard liess es laufen und fuhr schnelle Zwischenzeiten. Daher war der Ausfall umso ärgerlicher. Eine Top-Platzierung im Slalomrennen würde dennoch überraschen.

Eliane Christen

Wie Meillard ist auch Eliane Christen im Slalom ausgefallen. Die Urnerin ging volles Risiko, wie sie später im Interview erklärte. Dieses volle Risiko wird Christen auch am Mittwoch an den Tag legen müssen, wenn der Exploit gelingen soll. Es wäre eine grosse Überraschung, ist aber nicht gänzlich unmöglich, denn Christen war bis zur zweiten Zwischenzeit (weiter kam sie nicht) am schnellsten auf dem Slalomhang unterwegs. Klar, sie hatte noch etwas bessere Verhältnisse als später die besten Athletinnen, trotzdem hat Christen ein grosses Ausrufezeichen gesetzt.

In der Teamkombination schied Eliane Christen noch aus.

Camille Rast

Die drittbeste Laufzeit im Slalom der Teamkombination legte Camille Rast hin. Das reichte am Ende nicht zu einer Top-Platzierung, denn die Vorlage aus der Abfahrt war zu schlecht. Die beste Schweizer Slalomfahrerin der Saison mag es grundsätzlich etwas komplizierter als auf dem Hang in Cortina, daraus hat Rast auch kein Geheimnis gemacht. Trotzdem hat die Slalomweltmeisterin mittlerweile die Klasse, um bei allen Bedingungen gut zu fahren. Das hat Rast schon mehrfach bewiesen und das darf sie gerne auch am Mittwoch beim Olympia-Slalom wieder tun. Denn dann ist Rast der grösste Schweizer Trumpf auf der Seite der Frauen.

Wendy Holdener

An Grossanlässen ist Wendy Holdener immer besonders stark. Eine erste Duftmarke hat die Schwyzerin diesbezüglich bereits in der Teamkombination gesetzt. Nur die Silbermedaillengewinnerin aus Deutschland, Emma Aicher, absolvierte den Hang noch schneller als Holdener. Vor allem im untersten Abschnitt verschenkte die Schweizerin noch etwas Zeit. Es ist also einmal mehr alles möglich für Holdener, auch wenn sie schon bessere Winter absolviert hat. Was allgemein das Feld etwas öffnen dürfte, ist der Fakt, dass auch die grosse Mikaela Shiffrin in der Teamkombination Mühe bekundete. Für die Schweizerinnen ist also alles möglich.

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2026-02-15 10:00:34