Die Speed-Disziplinen sind bereits durch, die technischen Disziplinen kommen bei den Olympischen Spielen erst dran. Am Wochenende finden sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen die Riesenslalom-Rennen statt. Die Schweiz schickt dabei acht interessante Namen ins Rennen.
Noch sind die offiziellen Aufgebote noch nicht bekannt. Durch die Leistungen in dieser Saison und der Verfügbarkeit der verschiedenen Fahrerinnen und Fahrer ist jedoch mit diesen vier Athleten und vier Athletinnen zu rechnen.
Die Saison 2024/25 war für Thomas Tumler ein Traum. Schon früh konnte er seinen allerersten Weltcup-Sieg feiern, an der WM holte er dann beim Team-Event und im Riesenslalom zweimal Silber. In dieser Saison will es beim 36-Jährigen aber noch nicht so wirklich. Oft besteht das Problem, dass Tumler nur ein Lauf wirklich gelingt, noch nie jedoch waren es zwei saubere, schnelle Läufe. Der Olympia-Riesenslalom wäre der beste Moment, dies zu ändern.
Und plötzlich ist Luca Aerni der auf dem Papier drittbeste Riesenslalom-Fahrer bei Swiss-Ski. Noch vor zwei Jahren war es eine Erwähnung wert, wenn der Kombi-Weltmeister von 2017 im Riesenslalom den zweiten Lauf erreichen konnte. Im vergangenen Jahr arbeitete er sich dann mit einem vierten Rang hoch und konnte diese Saison bestätigen, dass er sich im Riesenslalom mittlerweile wohler fühlt. In Val d'Isère stand er als Zweiter gar zwischen seinen Teamkollegen auf einem rein schweizerischen Podest.
Letzte Saison konnte Loïc Meillard die letzten beiden Riesenslaloms der Saison gewinnen. Mit den Rängen 14, 18 und 9 war der Start in die neue Saison dann eher harzig. In Val d'Isère gelang ihm mit dem Sieg dann der Befreiungsschlag, seither läuft es sehr gut. Zwar schaffte er es in Alta Badia und Adelboden nicht aufs Podest, die Olympia-Hauptprobe in Schladming konnte er aber für sich entscheiden. So hat er sich auf Rang 3 der Riesenslalom-Wertung hervorgearbeitet.
Er ist der Klassenprimus im Riesenslalom. Nicht nur im Swiss-Ski-Team, sondern auch im Weltcup ist der Nidwaldner der klar beste Fahrer der Welt. Über hundert Punkte beträgt zwei Rennen vor Schluss sein Vorsprung in der Wertung. Der 28-Jährige gewann beim Saisonauftakt in Sölden, konnte dann auch in Beaver Creek und vor allem in Adelboden gewinnen. Zudem kommt er mit dem Selbstvertrauen von Silber in der Team-Kombi und Bronze im Super-G. Einzige Gefahr: Nur in Schladming war Odermatt in den letzten Wochen auf den etwas kürzeren Skis.
Die Freiburgerin hat auf den allerletzten Drücker das Olympia-Ticket gelöst. Bereits zu Beginn der Saison dachte man, dass Piller den Sprung schaffen könnte, nachdem sie in ihrem sechsten Weltcuprennen als 20. zum ersten Mal punktete und auch im nächsten Rennen den zweiten Lauf erreichte. In diesen Regionen waren die Resultate - wenn sie ins Ziel kam - auch in den folgenden Rennen, womit die Qualifikation noch längst nicht geschafft war. In Spindlerau überraschte sie dann als Neunte nach dem ersten Lauf und konnte sich dank des sechsten Schlussrangs das direkte Olympia-Ticket lösen.
Auch erst nach Spindlerau sicher sein, durfte sich Vanessa Kasper. Sie hinkte den Erwartungen lange etwas hinterher. Sie punktete zwar immer wieder, allerdings kamen immer nur wenige Zähler auf das Konto der Bündnerin, und im ersten Rennen von Tremblant, sowie jenem von Kranjska Gora, schaffte sie es gar nicht in den zweiten Lauf. Rang 14 am Kronplatz und Rang 11 in Tschechien gaben ihr dann doch noch die Gewissheit, dass ein Telefon von Swiss Olympic nicht auf dem Prinzip Hoffnung basiert.
Bisher genau gleich viele Punkte wie Kasper sammelte im Weltcup Wendy Holdener. Die Schwyzerin hätte allerdings die Qualifikation rein theoretisch nicht erreicht, schaffte es nur am Semmering auf den 15. Rang. Was die 32-Jährige ausmacht, ist ihre Konstanz, und natürlich ist sie durch ihre Slalom-Qualitäten ohnehin bei Olympia dabei. Durch die fehlende teaminterne Konkurrenz wurde relativ schnell klar, dass auch Holdener im Riesenslalom starten darf. Wäre Lara Gut-Behrami jedoch gesund, so wäre es wohl eine harte Entscheidung gegen sie geworden.
Die Sorge um das Schweizer Riesenslalom-Team nach der Verletzung von Lara Gut-Behrami war gross. Die entstandene Lücke hat Camille Rast allerdings mit Bravour füllen können. Zeitweise dachte man in dieser Saison gar, dass sie nun in dieser Disziplin besser ist. Mittlerweile ist klar: Camille Rast rockt sowohl im Slalom als auch im Riesenslalom. Die kleine Kugel dürfte zwar schon fast weg sein, als zweitbeste Riesenslalom-Fahrerin des Winters, die nur in Sölden nicht in den Top 5 war und in Kranjska Gora gar gewinnen konnte, ist sie aber zweifelsohne eine grosse Medaillenaspirantin.
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