Die ersten Medaillen haben unsere Skifahrer schon eingetütet. Am Mittwoch und am Donnerstag stehen die beiden Super-G-Rennen auf dem Programm. Dabei bietet sich die Möglichkeit für die Schweizer, weiteres Edelmetall nachzulegen. Wir analysieren das Schweizer Super-G-Team.
Das Schweizer Team auf der Seite der Frauen ist noch nicht offiziell. Wir gehen aber von diesem Quartett aus.
In den beiden Abfahrten konnte Stefan Rogentin in Bormio noch nicht überzeugen. Jetzt steht für den Bündner aber seine beste Disziplin auf dem Programm. Im Super-G ist Rogentin sehr konstant unterwegs. Es fehlen ihm Ausreisser nach oben. Warum nicht an Olympia? Der grösste Schweizer Trumpf ist Rogentin sicherlich nicht, dennoch ist ihm an einem guten Tag alles zuzutrauen.
Auch wenn der Super-G nicht die beste Disziplin von Alexis Monney ist, ist der Speedspezialist heiss. Die Strecke in Bormio liegt Monney und er hat bei beiden Abfahrtsläufen gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist. Monney wird aber den oberen Streckenabschnitt in den Griff bekommen müssen, denn dort verlor der 26-Jährige jeweils viel Zeit. Danach kann er mit den Besten mithalten. Kriegt Monney den Start in den Griff, liegt eine Olympiamedaille in Reichweite.
Von Allmen ist der erste Schweizer in der Geschichte, der zwei Goldmedaillen im Ski Alpin gewinnen konnte. Legt er vier Tage nach seinem ersten Streich gleich mit der dritten Medaille nach? Gut möglich. Franjo von Allmen hat die Stelvio im Griff. Es stellt sich lediglich die Frage, ob die ganzen Emotionen und Zeremonien den Energietank bei von Allmen etwas leeren. Steht Franjo von Allmen aber mit vollem Fokus und Energie am Start, wird er zweifellos um die Medaillenplätze fahren.
Marco Odermatt ist der grosse Favorit beim Super-G. Seit Jahren dominiert er diese Disziplin. Wird es technisch anspruchsvoll, ist Odermatt kaum zu schlagen. Er kann Kurven fahren wie kein anderer. Bringt er all seine Qualitäten auf die Piste, ist der Weltcup-Dominator nicht zu schlagen. Während er im Winter 2024/2025 im Super-G in Bormio "nur" auf Rang fünf fuhr, gewann er die Rennen in den beiden Jahren davor. Vieles spricht also für einen Triumph Odermatts in Bormio.
Das Abfahrtsresultat des Schweizer Frauenteams war schwach. Für Janine Schmitt war es aber der erste Auftritt an Olympischen Spielen und ein Spitzenplatz wäre eine grosse Überraschung gewesen. Das wäre es auch im Super-G. Besser als Rang 17 war Schmitt noch nie in einem Weltcup-Super-G. Dieses Resultat stammt aus dem letzten Winter in Garmisch-Partenkirchen. Für die 25-Jährige steht das Sammeln von Erfahrungen im Vordergrund.
Die 32-Jährige gewann 2023 die Goldmedaille an den Ski-Weltmeisterschaften in der Abfahrt. Im Super-G stand Flury erst einmal in ihrer Karriere auf dem Podest - vor acht Jahren in St. Moritz. Es ist in Anbetracht ihrer aktuellen Form nicht davon auszugehen, dass Jasmine Flury beim Super-G in Cortina in die vorderen Ränge fährt.
Wie Schmitt ist auch Malorie Blanc noch unerfahren. Trotzdem ist sie wohl der grösste Schweizer Trumpf im Super-G. Seit dem vorletzten Wochenende darf sich Blanc Weltcup-Siegerin nennen. Völlig überraschend gewann Blanc das Rennen in Crans-Montana. Das Streckenprofil in Cortina liegt Blanc allerdings etwas weniger und es machten sich gemäss dem Trainer Anzeichen von mentaler Erschöpfung bei der 22-Jährigen breit. Daher setzt sie auch in der Team-Kombination aus. Trotzdem darf man auf ein gutes Resultat hoffen.
Normalerweise wäre Corinne Suter eine Medaillenkandidatin, doch eine Verletzung vor dieser Saison hat die Schweizerin ausgebremst. Noch fehlt Suter ein Topresultat seit ihrem Comeback. Trotzdem darf man die 31-Jährige nie abschreiben, denn an Grossanlässen ist auf Suter in der Regel Verlass. Dazu mag sie Cortina. 2021 krönte sie sich zur Abfahrtsweltmeisterin und holte im Super-G Silber. Eine Medaille von Suter wäre eine Sensation, aber nicht gerade ein Ski-Wunder, so wie es ein Medaillengewinn bei anderen Schweizer Athletinnen wäre.
Alexis Monney Corinne Suter Franjo von Allmen Janine Schmitt Jasmine Flury Malorie Blanc Marco Odermatt Michel Schuler Milano Cortina 2026 Olympische Spiele Ski Alpin Stefan Rogentin welovesnow.ch