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Ohne die Lions sähe unser Olympiakader komplett anders aus

Ausbildungsvereine der Schweizer Nationalmannschaft

Wir werfen vor den Olympischen Spielen einen Blick auf das Schweizer Kader - besser gesagt auf die Ausbildungsvereine unserer Hockey-Olympioniken. Vor allem die ZSC Lions überragen alle anderen Teams.

Ausschlaggebend für die Punktevergabe sind die Jugendteams ab der U 15. Wenn die Juniorenzeit zu ähnlichen Teilen bei zwei Vereinen absolviert wurde, erhält jedes Team einen halben Punkt. In die Bewertung fliessen nur Junioren-Teams aus den beiden obersten Schweizer Ligen ein.

0.5 Punkte: EHC Visp

Ein Swiss-League-Verein hat es in diese Liste geschafft. Der EHC Visp war massgeblich an der Ausbildung von Nico Hischier beteiligt. Bis zur U 17 spielte der Walliser in seiner Heimat, bevor er zum grossen SC Bern wechselte und da seine Hockeyausbildung abschloss. Hischier ist in sieben Swiss-League-Spielen per Leihe für den EHC Visp aufgelaufen. In der National League kommt der heutige NHL-Star auf 15 Einsätze für die Mutzen, ehe sein Weg in Nordamerika weitergegangen ist.

1 Punkt: SCL Tigers, HC Ambri-Piotta, EHC Biel, SC Rapperswil-Jona Lakers, Genève-Servette HC und EV Zug

Gleich sechs National-League-Vereine stellen jeweils einen ausgebildeten Spieler an den Olympischen Spielen. Während Michael Fora (HC Ambri-Piotta), Damien Riat (Genève-Servette HC) und Calvin Thürkauf (EV Zug) noch heute in der National League tätig sind, haben die anderen drei Spieler den Sprung nach Übersee gewagt.

Timo Meier stiess 2012 von den Pikes Oberthurgau in die U 17 der SC Rapperswil-Jona Lakers. Von da an ging seine Karriere so richtig los. Aus der Jugend des EHC Biel stammt Janis Moser: Er hat unlängst einen langjährigen NHL-Vertrag bei den Tampa Bay Lightning unterzeichnet und zu guter Letzt gehört noch Akira Schmid dazu. Er hat seine Karriere im Emmental bei den SCL Tigers lanciert.

2 Punkte: EHC Kloten, HC Davos

Zwei Vereine dürfen jeweils zwei Ausbildungen komplett für sich reklamieren. Der EHC Kloten hat mit Simon Knak und Christian Marti zwei absolute National-League-Leistungsträger hervorgebracht. Zum Leidwesen der Flughafenstädter werden beide Spieler ab der kommenden Saison für ihren Kantonsrivalen aus Zürich auflaufen. Noch steht Knak aber beim HC Davos unter Vertrag.

Die Bündner selbst haben derzeit ebenfalls keines der Eigengewächse im eigenen Verein. Zum einen durchlief Ken Jäger die Jugendabteilung des HCD, zum anderen wird ihnen Nino Niederreiter in diesem Artikel angerechnet. Niederreiter stammt zwar vom EHC Chur, wechselte aber bereits nach der U 15 zum HC Davos. Damit hat der National-League-Verein wesentlich mehr zur Ausbildung im Sinne dieses Artikels beigetragen und erhält die volle Punktzahl.

2.5 Punkte: HC Fribourg Gottéron

Mit einem halben Punkt Vorsprung reicht es dem HC Fribourg-Gottéron aufs Treppchen. Allein sind die Drachen verantwortlich für die Ausbildung von Andrea Glauser und Sandro Schmid. Glauser kehrte auf diese Saison hin in die Saanestadt zurück und Sandro Schmid zog es zwischenzeitlich nach Schweden, doch auch er steht jetzt im Kader des HCFG.

Im letzten Jahr waren Bertschy und Glauser noch Gegenspieler.

Den halben Punkt sichern sich die Fribourger für die geteilte Ausbildung von Christoph Bertschy. Bis zur U 17 spielte der Angreifer für die Nachwuchsmannschaften des HC Fribourg-Gottéron, ehe er zum SC Bern weiterzog und da dann auch die ersten Schritte in der National League machte. Wie Glauser ist auch Bertschy mittlerweile zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Seit Jahren überzeugt der 31-Jährige in der Saanestadt mit konstanten Scorerwerten. Auch in der laufenden Saison steht Bertschy bereits bei 13 Toren und 19 Assists.

3 Punkte: SC Bern

Neben den bereits erwähnten Nico Hischier und Christoph Bertschy hat der SC Bern zwei weitere Spieler ausgebildet: Philipp Kurashev und Roman Josi. Damit fällt auf: Wenn der SCB in der Nachwuchsabteilung seine Finger im Spiel hat, sind die Chancen auf eine NHL-Karriere besonders gross. Bis 2010 spielte Josi noch drei ganze Saisons in der Schweiz, ehe er in Nordamerika durchstartete. Anders ist die Situation bei Kurashev: Er spielte nie für die erste Mannschaft der Mutzen.

9 Punkte: ZSC Lions

Mit einem gewaltigen Abstand stellen ehemalige Nachwuchsspieler der ZSC Lions den grössten Anteil am Schweizer Olympiakader. Gleich neun Spieler durchliefen die Juniorenabteilung der Zürcher. Das beginnt bereits im Tor: Leonardo Genoni und Reto Berra stammen aus dem Nachwuchs der Löwen. Mit Dean Kukan, Sven Andrighetto und Denis Malgin spielen derzeit drei ZSC-Spieler bei Olympia, die bereits aus dem Nachwuchs des ZSC kommen. Dieses Trio wird in der nächsten Saison durch Tim Berni ergänzt.

Dazu haben auch drei NHL-Söldner in der Nachwuchsabteilung der ZSC Lions gespielt. Zum einen Pius Suter, der bei den Lions einst Liga-Topscorer wurde, zum anderen haben auch Jonas Siegenthaler und Kevin Fiala eine ZSC-Vergangenheit. Letzterer stammt aus der Ostschweiz und wechselte von Wil in die U 15 der Lions. Man darf also getrost sagen, dass unser Olympia-Kader ohne die ZSC Lions komplett anders aussehen würde.

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2026-02-07 16:00:22