Salomé Kora ist die St.Galler Sportlerin des Jahres 2026. Die Sprinterin nahm am Montagabend im Pfalzkeller ihren dritten St.Galler Sportpreis entgegen – und schrieb damit Geschichte.
Mit drei Auszeichnungen in den Jahren 2015, 2018 und jetzt 2026 ist die 32-jährige Leichtathletin die neue Rekordhalterin dieses renommierten Preises. Kora, die bei der Leichtathletik-EM im Finale der 4x100-Meter-Staffel ein spektakuläres Comeback zeigte und die Schweiz zu Silber sprintete, wurde für ihre Leistung gefeiert.
Die Übergabe der Staffel, bei der sie fast aus dem Stand loslief, bleibt ein unvergesslicher Moment. Im SRF-Interview sagte sie anschliessend unter Tränen: "Wir wollten diese Medaille unbedingt. Die anderen Läuferinnen haben ein so gutes Rennen gezeigt, da musste ich auch meinen Beitrag leisten."
Bei der Verleihung des Preises zeigte sich Kora emotional, wie das St.Galler Tagblatt berichtet: "Das letzte Mal habe ich vor acht Jahren gewonnen. Da merkt man, wie alt man wird." Die Ehrung sei für Kora ein Höhepunkt eines ohnehin schon bewegenden Jahres.
Knapp musste sich Simon Ehammer mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Der 26-jährige Weitspringer aus Gais, der ebenfalls eine EM-Silbermedaille in Birmingham holte, war einer von Kora’s Hauptkonkurrenten. Bereits 2019 wurde Ehammer als Nachwuchssportler des Jahres ausgezeichnet und konnte 2022 den Sport-Oscar gewinnen. Auch das Storm-Team von Unity Cheer St.Gallen, das bei der Cheerleading-WM 2025 Silber holte, war nominiert, konnte sich jedoch nicht durchsetzen.
Das Jahr 2026 markierte nicht nur wegen der EM-Silbermedaille einen Meilenstein in Koras Karriere. Sie nahm auch an den Olympischen Winterspielen in Italien teil – als Anschieberin im Zweierbob zusammen mit Pilotin Debora Annen. Es war das erste Mal, dass eine Schweizer Athletin sowohl an Sommer- als auch an Winterspielen teilnahm.

Das Duo wurde mit einem Olympischen Diplom belohnt. Doch Kora stellte am Montagabend klar: Das Bobfahren war ein einmaliges Abenteuer. "Leichtathletik und Bobfahren gehen nicht so gut aneinander vorbei. Es hat mir sehr viel Spass gemacht, aber ich werde nicht mehr im Zweierbob an den Start gehen." Ihr Fokus liegt nun ganz auf den Olympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles, wo sie auf eine Medaille hofft, nachdem sie in Tokio 2021 mit der Staffel knapp das Podest verpasst hatte.
Damian Möschinger Leichtathletik Salomé Kora Simon Ehammer