Der Brasilianer wurde 2024 wegen Dopings für fünf Jahre gesperrt, kehrte ins Elternhaus zurück und kämpfte laut seiner Mutter mit psychischen Problemen.
Daniel Ferreira do Nascimento, 28, wurde in São Paulo aufgefunden. Damit endete eine quälende, über einen Monat andauernde Suche, die die Debatte über die mentale Gesundheit von Hochleistungssportlern, die von ihrem Sport ausgeschlossen sind, neu entfacht.
Der Olympiateilnehmer, der seit dem 19. Juni vermisst wurde, wurde lebend im Stadtteil Belenzinho in der Ostzone der paulistanischen Hauptstadt entdeckt. Die Ortung erfolgte, nachdem ein Passant ihn auf der Strasse erkannt hatte.
Nachdem Daniel seine Identität selbst bestätigt hatte, stellten die Behörden fest, dass der junge Mann in guter körperlicher Verfassung war. Er wurde daraufhin zum 30. Polizeirevier in Tatuapé gebracht, wo er mit seiner Familie, die sofort dorthin geeilt war, wiedervereint wurde.
Die Polizisten gaben an, dass der Athlet keinen spezifischen Grund für sein Verschwinden nannte, sondern seinen Weggang von zu Hause mit „persönlichen Problemen“ begründete.
Daniel Ferreira do Nascimento, südamerikanischer Rekordhalter im Marathon und Brasiliens Vertreter bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021, hatte das Haus seiner Familie in Paraguaçu Paulista lediglich mit einem schwarzen Rucksack verlassen. Sein Verschwinden veranlasste die Familie, insbesondere seine Mutter, mehrere Kampagnen in den sozialen Medien zu starten und öffentliche Appelle für Informationen zu veröffentlichen.
Die Karriere des Marathonläufers wurde 2024 abrupt beendet, als er wegen Dopings vom Wettkampf suspendiert wurde. Diese erzwungene Auszeit führte ihn zurück nach Hause und, Berichten zufolge, in einen Zustand grossen psychischen Leidens.
In der Zeit vor seinem Verschwinden war Daniel unter der Obhut seiner Mutter und begleitete sie bei ihrer Arbeit in einem Maniok-Verarbeitungsbetrieb. „Er war bei mir, unter meiner Obhut. Ich ging zur Arbeit und er kam mit. Er war immer ein guter Junge“, sagte Valdirene de Paula Ferreira während der Suche.
Obwohl er vom offiziellen Wettkampf ausgeschlossen war, trainierte der Athlet weiterhin informell. „Manchmal nahm ich ihn mit zum Laufen. Er absolvierte heimlich Trainingseinheiten inmitten der Zuckerrohrfelder. Ich glaube, er vermisste die Routine als Athlet sehr“, verriet die Mutter. Nach dem Wiedersehen bereiten sich Familie und Freunde nun darauf vor, dem jungen Mann die notwendige emotionale Unterstützung für seine Genesung zukommen zu lassen.
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