Der zweite Tag der Schweizer Leichtathletik-Meisterschaften in Zürich stand ganz im Zeichen der Europameisterschaften in Birmingham. Über 400 Meter sicherten sich Lionel Spitz, Haydn Brotschi und Ricky Petrucciani gemeinsam das EM-Ticket. Zudem feierten Angelica Moser ihren zehnten Outdoor-Titel in Folge und William Reais den zweiten Schweizer Meistertitel innerhalb von zwei Tagen.
Die Schweizer Meisterschaften im Zürcher Letzigrund haben am Sonntag weitere Höhepunkte hervorgebracht. Im Fokus standen die 400-Meter-Läufer, die gleich geschlossen das Ticket für die Europameisterschaften in Birmingham lösten. Zudem sorgten Angelica Moser, William Reais und Audrey Werro für weitere Ausrufezeichen.
Über 400 Meter der Männer setzte sich Lionel Spitz in starken 45,34 Sekunden durch und holte sich seinen fünften Schweizer Meistertitel in Folge. Hinter ihm liefen Haydn Brotschi (46,10) und Ricky Petrucciani (46,13) auf die Plätze zwei und drei. Das Trio darf damit gemeinsam an den Europameisterschaften in Birmingham starten.
Spitz freute sich besonders über den nächsten Titel. "Es ist krass. Ich habe gestern daran gedacht, dass es der fünfte Sieg sein könnte. Es war eine Willenssache. Bei Wettkämpfen wie der SM hat man das besondere Etwas im Kopf. Die Zeit könnte sogar noch schneller werden", sagt er gegenüber SRF. Auch Brotschi hatte allen Grund zur Freude. Der 400-Meter-Spezialist löste mit Rang zwei ebenfalls das EM-Ticket.
Auch Angelica Moser wurde ihrer Favoritenrolle einmal mehr gerecht. Die Europameisterin gewann den Stabhochsprung mit übersprungenen 4,70 Metern und sicherte sich den zehnten Schweizer Outdoor-Meistertitel in Folge.
"Es zeigt, dass ich nicht mehr die Jüngste bin", witzelte sie gegenüber SRF. "Es macht Spass. Im Moment bin ich sehr gut in Form. Es waren schwierige Bedingungen mit dem Wind, aber es war ein guter Wettkampftest im Hinblick auf die EM."
Nach Gold über 100 Meter am Samstag legte William Reais über 200 Meter nach. Der Schweizer Rekordhalter setzte sich in 20,37 Sekunden knapp gegen Timothé Mumenthaler (20,52) durch und gewann damit seinen zweiten Titel an diesem Wochenende. "Ich wurde heute richtig gepusht. Ich habe das Gefühl, dass ich eine gute Entwicklung gemacht habe. Ich habe gezeigt, dass auch mit mir zu rechnen ist", sagt Reais zu SRF.
Bei den Frauen sprintete Fabienne Hoenke in 22,66 Sekunden souverän zum Schweizer Meistertitel. "Es ist mega cool. Es zeigt meine konstanten Leistungen über das ganze Jahr. Es bedeutet mir sehr viel. Ich spüre es definitiv in den Beinen, aber es hat Spass gemacht."
Audrey Werro verzichtete wie geplant auf den Final über 400 Meter und konzentrierte sich ganz auf ihre Paradedisziplin. Über 800 Meter gewann sie den Schweizer Meistertitel in 1:57,21 Minuten souverän vor Valentina Rosamilia und Veronica Vancardo. "Meine Beine waren gut. Mein Ziel war, schnell zu laufen und Spass zu haben. Ich bin sehr glücklich mit meiner Leistung und bin in einer guten Form."$
Im Hürdensprint der Frauen setzte sich Annik Kälin in Abwesenheit von Weltmeisterin Ditaji Kambundji souverän durch. Die Mehrkämpferin gewann in starken 12,67 Sekunden und unterstrich einmal mehr ihre ausgezeichnete Form. "Es ist mega cool. Es zeigt meine konstanten Leistungen über das ganze Jahr", sagte Kälin nach ihrem Sieg.
Bei den Männern liess Jason Joseph über 110 Meter Hürden nichts anbrennen. Der Schweizer Rekordhalter gewann in 13,30 Sekunden bereits sein neuntes SM-Gold in Serie. Dennoch, ganz zufrieden mit seiner Leistung war er nicht. "Von A bis Z war alles okay. Ich wollte unabhängig von den Bedingungen 13,30 laufen. Es war mindestens okay", erklärte Joseph.
Über 400 Meter der Frauen setzte sich Mélanie Roland durch, nachdem Audrey Werro auf den Final verzichtet hatte. Jocelyn Wind verteidigte ihren Titel über 1500 Meter erfolgreich, während sich Eric Huanca Quispe bei den Männern durchsetzte. Im Kugelstossen gewann Miryam Mazenauer mit starken 17,32 Metern Gold. Bei den Männern setzte sich Jephté Vogel mit 18,89 Metern knapp gegen Stefan Wieland durch.
Für einen weiteren Höhepunkt sorgte Nessa Burkhardt im Dreisprung. Die erst 18-jährige Athletin des US Yverdon sicherte sich mit einem Sprung auf 13,12 Meter im letzten Versuch nicht nur ihren ersten Schweizer Meistertitel bei der Elite, sondern stellte gleichzeitig einen neuen Schweizer U20- und U23-Rekord auf.
Im Diskuswerfen triumphierte Jule Insinna mit einer Saisonbestleistung von 53,85 Metern. Die Liechtensteinerin mit Schweizer Lizenz setzte sich deutlich gegen Giada Borin und Ladina Kobler durch. Weitere Schweizer Meistertitel gingen an Sandro Graf im Dreisprung, Lena Wernli über 400 Meter Hürden, Julien Bonvin über 400 Meter Hürden der Männer sowie Ramon Wipfli über 800 Meter.
| Disziplin | Schweizer Meister/in |
|---|---|
| 200 m Frauen | Fabienne Hoenke |
| 200 m Männer | William Reais |
| 400 m Frauen | Mélanie Roland |
| 400 m Männer | Lionel Spitz |
| 800 m Frauen | Audrey Werro |
| 800 m Männer | Ramón Wipfli |
| 1500 m Frauen | Joceline Wind |
| 1500 m Männer | Eric Huanca Quispe |
| 100 m Hürden Frauen | Annik Kälin |
| 110 m Hürden Männer | Jason Joseph |
| 400 m Hürden Frauen | Lena Wernli |
| 400 m Hürden Männer | Julien Bonvin |
| Dreisprung Frauen | Nessa Burkhardt |
| Dreisprung Männer | Sandro Graf |
| Stabhochsprung Frauen | Angelica Moser |
| Kugelstossen Frauen | Miryam Mazenauer |
| Kugelstossen Männer | Jephté Vogel |
| Diskuswerfen Frauen | Jule Insinna |
| Diskuswerfen Männer | Philipp Schmidli |
Für viele Schweizer Athletinnen und Athleten war dies die Hauptprobe für die Europameisterschaften. Diese finden vom 10. bis 16. August 2026 in Birmingham statt.
Angelica Moser Annik Kälin Audrey Werro Fabienne Hoenke Jason Joseph Joceline Wind Leichtathletik Lionel Spitz Nessa Burkhardt Soraya Sägesser Timothé Mumenthaler William Reais