Die Schweizer Leichtathletik erlebt ein historisches Jahr 2026. Allen voran die Schweizer Athletinnen sorgen international für Furore und reihen Weltjahresbestleistungen aneinander. Doch auch bei den Männern mischt die Swiss-Athletics-Equipe in der absoluten Weltspitze mit. Ein Überblick über die imposanten Leistungsausweise unserer Cracks im globalen Vergleich.
Was die erst 22-jährige Audrey Werro in dieser Saison auf die Bahn zaubert, grenzt an Magie. Beim Diamond-League-Meeting in Paris am 28. Juni brannte die Schweizer Ausnahmekönnerin eine Fabelzeit von 1:53,80 Minuten in den Asphalt. Damit führt sie nicht nur die Weltjahresbestenliste 2026 an, sondern stellte die drittschnellste jemals gelaufene Zeit über diese Distanz auf. Auf den scheinbar unerreichbaren, 43 Jahre alten Weltrekord von Jarmila Kratochvilova fehlen ihr nur noch winzige 52 Hundertstelsekunden.
Dass dies keine Eintagsfliege war, bewies Werro bereits Anfang Juni, als sie fantastische 1:53,98 Minuten lief – die viertbeste Zeit der Historie. Hinter Werro folgen in der Jahreswertung Keely Hodgkinson (GBR, 1:54,33 min) und Femke Broeders-Bol (NED, 1:55,60 min).
Im Siebenkampf führt derzeit kein Weg an Annik Kälin vorbei. Mit herausragenden 6819 Punkten beim Mehrkampf-Meeting im deutschen Ratingen setzte sich die Bündnerin an die Spitze der Weltjahresbestenliste. Die Dominanz Kälins zeigt sich auch darin, dass selbst ihr zweitbester Wettkampf des Jahres in Götzis (6726 Punkte) ausgereicht hätte, um die Weltwertung vor Emma Oosterwegel (NED, 6705 Punkte) und Sofie Dokter (NED, 6627 Punkte) anzuführen.
Für einen echten Paukenschlag im Sprint sorgte Géraldine Di Tizio-Frey beim Meeting in Bulle: In 10,98 Sekunden blieb sie erstmals in ihrer Karriere unter der magischen 11-Sekunden-Marke und reihte sich als erst vierte Schweizerin überhaupt in diesen elitären Kreis ein. Im europäischen Vergleich liegt sie damit auf dem fantastischen zweiten Rang – einzig die Britin Amy Hunt war mit 10,97 Sekunden einen Wimpernschlag schneller. Weltweit dominiert Adaejah Hodge (Britische Jungferninseln, 10,63s) vor Sha'Carri Richardson (USA, 10,77s).
Über die halbe Bahnrunde überzeugte die überraschende Fabienne Hoenke bei ihrer Diamond-League-Premiere in Monaco auf ganzer Linie. Mit 22,50 Sekunden stellte sie einen neuen Schweizer U23-Rekord auf und belegt im europäischen Vergleich den 4. Rang. Nur das britische Trio Dina Asher-Smith (22,28s), Amy Hunt (22,30s) und Success Eduan (22,43s) war in Europa schneller. Mit Léonie Pointet (22,69s, Rang 8 in Europa) stellt die Schweiz ein extrem starkes Doppelpack. Die Weltjahresbestleistung hält Julien Alfred aus St. Lucia (21,51s).

Simon Ehammer unterstreicht 2026 eindrücklich seinen Status als einer der komplettesten Athleten des Planeten. Im Zehnkampf führt der Appenzeller die Weltjahresbestenliste mit überragenden 8778 Punkten (erzielt beim Mehrkampf-Mekka in Götzis) vor den beiden deutschen Top-Athleten Leo Neugebauer (8730) und Niklas Kaul (8528) an.
Doch damit nicht genug: Als Spezialist im Weitsprung segelte Ehammer in diesem Jahr auf 8,51 Meter – die weltweit zweitbeste Weite des Jahres! Einzig Ausnahmespringer Miltiadis Tentoglou (GRE, 8,61m in Monaco) flog noch ein Stück weiter.
5000 Meter: Dominic Lobalu unterstrich seine Extraklasse mit einer Zeit von 12:52,54 Minuten. Das bedeutet Platz 9 in der Weltjahresbestenliste. In Europa war einzig der Schwede Andreas Almgren (12:48,61 min) schneller (Weltjahresbestleistung: Addius Yihune, ETH, 12:47,62 min).
Die Bilanz der Schweizer Leichtathletik im Jahr 2026 lässt keine Zweifel zu: Die Spitze ist so breit und hochkarätig besetzt wie noch nie. Allen voran Audrey Werro, Annik Kälin und Simon Ehammer setzen globale Massstäbe und gehen als Gejagte in die kommenden Grossanlässe. Beim Saisonhighlight, den Europameisterschaften in Birmingham (10. bis 16. August) darf definitiv das ein oder andere Schweizer Edelmetall erwartet werden. Man darf sogar darauf hoffen, dass man ähnlich erfolgreich sein wird wie vor zwei Jahren in Rom. Damals begeisterte Swiss Athletics mit neun Medaillen (viermal Gold) und dem fünften Platz im Medaillenspiegel. Es war die mit Abstand beste EM-Ausbeute in der Leichtathletik aller Zeiten.
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