Sie pulverisieren nationale Rekorde, stürmen europäische Bestenlisten und lassen die Schweiz von zukünftigem olympischem Edelmetall träumen. Diese zwölf Megatalente stehen in den Startblöcken, um die Sportwelt zu erobern.
Die Schweizer Leichtathletik erlebt seit Jahren einen beispiellosen Höhenflug. Getragen von nationalen Ikonen wie Mujinga Kambundji, Ditaji Kambundji, Angelica Moser, Simon Ehammer, Nadja Kälin oder Audrey Werro ist die Begeisterung im Land riesig. Doch wer sorgt dafür, dass dieser Boom keine Momentaufnahme bleibt? Ein Blick in die Nachwuchs-Leistungszentren zeigt: Dahinter wächst eine Generation heran, die nicht nur auf internationalem Parkett mitläuft, sondern der globalen Konkurrenz das Fürchten lehrt.
Hier sind zwölf spannende Zukunftshoffnungen unseres Landes, aufgeteilt in die Disziplinen, in denen sie bald für Furore sorgen werden.
Akira Eghagha (Sprint): Nach seinem EYOF-Doppelgold vor drei Jahren ist das Ausnahmetalent nun endgültig explodiert. Mitte Juni 2026 lief der erst 18-Jährige beim Junioren-Gala in Mannheim ein absolut historisches Rennen: Er brannte die 100 Meter in unglaublichen 10,16 Sekunden auf die Bahn! Das ist nicht nur ein neuer Schweizer U-20-Rekord, sondern katapultiert ihn auf Platz 4 der ewigen nationalen Bestenliste der Männer. Das ist die zweitbeste Zeit eines europäischen U-Sprinters in dieser Saison. Ausserdem schrammte er damit nur um eine winzige Hundertstelsekunde an der EM-Limite der Aktiven vorbei.
Xenia Buri (Sprint): Sie gilt als das derzeit heisseste Versprechen im Schweizer Frauensprint. Die junge Athletin hat die nationalen U-20-Rekorde (darunter 100 m in 11,13 s sowie die 200 m) regelrecht pulverisiert. Europaweit gilt sie aktuell als die schnellste Juniorin und bringt alles mit, um die Nachfolge unserer grossen Sprintköniginnen anzutreten. Die 18-Jährige hat eine grosse Zukunft vor sich und könnte bereits jetzt bei der Elite mitlaufen. Ihr Fokus gilt aber vorerst der U-20-WM Anfang August in Eugene.

Timea Rankl (Sprint): Ein absolutes Juwel auf den ganz kurzen Distanzen. Bereits als 15-Jährige gewann Rankl sensationell Silber mit der Schweizer U-20-Staffel bei der WM in Lima und knackte den Schweizer U-18-Rekord über 100 Meter. Zuletzt hatte sie mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, doch trotz eines Trainingsrückstands schaffte sie jüngst die WM-Limite für die U-20-WM mit einer Zeit von 11,66 Sekunden. Ihre persönliche Bestzeit bei 100 Metern liegt bei 11,61 Sekunden.
Milla Tonazzi (Sprint): Sie ist fester Bestandteil der "goldenen Sprintgeneration." Anfang Juli stellte sie in Fribourg gemeinsam mit Xenia Buri, Joy Umegbolu und Mara Schwitter einen fantastischen neuen Schweizer U-20-Staffelrekord (43,32 s über 4x100m) auf. Kein U-20-Team weltweit ist in diesem Jahr schneller gelaufen als die Schweizerinnen. Auch als Solistin ist sie eine Bank: Sie stand bereits im U-20-EM-Final über 200 Meter und steigerte ihre 100-Meter-Bestzeit auf starke 11,50 s, was ihren Weg direkt zu den kommenden U-20-Weltmeisterschaften ebnet.
Jil Sanchez (100 m Hürden): Die Schwyzerin (Jahrgang 2007, TSV Steinen) sorgt international für extremes Aufsehen. Ihre phänomenale Entwicklung im Hürdensprint brachte ihr 2025 den Best-Youngster-Award von Swiss Athletics ein. Bei den U-20-Europameisterschaften in Tampere liess sie der Konkurrenz trotz starkem Gegenwind keine Chance und krönte sich in absolut souveräner Manier zur U-20-Europameisterin. Dies brachte ihr sogar eine Nominierung für "Europas Rising Star 2025" ein. Der prestigeträchtige Award ging mit Audrey Werro letztlich an eine andere Schweizerin. Ihre persönliche Bestzeit liegt bei 12,96 Sekunden, womit sie nur noch zwei Hundertstel von Ditaji Kambundjis U-20-Rekord entfernt liegt.
Mina Hirsbrunner (400 m Hürden): Die Hürdenspezialistin des SK Langnau (Jahrgang 2009) ist ein absoluter Rohdiamant auf der langen Hürdenstrecke. Als 16-Jährige stürmte sie beim Europäischen Olympischen Jugendfestival (EYOF) mit einem fulminanten Auftritt zu sensationellem Gold über 400 Meter Hürden. Zudem hält sie mit einer fabelhaften Zeit von 57,85 Sekunden den nationalen U-18-Schweizerrekord und gehört seitdem folgerichtig dem prestigeträchtigen Förderprogramm der "Swiss Starters Future" an.
Noah Hasler (Weitsprung): Ein absolutes Ausnahmetalent im Sandkasten. In seinen Altersklassen springt Hasler teilweise weiter, als es Multitalent Simon Ehammer oder der griechische Olympiasieger Miltiadis Tentoglou in den jeweiligen Jahren taten. Mit einem U-18/U-20-Hallen-Schweizerrekord von 7,64 m, Bronze beim EYOF und einer kürzlich im Freien aufgestellten persönlichen Bestmarke von 7,65 m ist er ein ganz heisses Eisen für die Zukunft.
Céline Weber (Hochsprung): Der Hochsprung galt in den letzten Jahren in der Schweiz als leises Sorgenkind – bis jetzt. Mit kontinuierlichen und beeindruckenden Steigerungen über die magische Marke von 1,87 m zeigt die 20-jährige Weber eindrücklich, dass die Schweiz bald wieder eine Athletin in den grossen internationalen Sprung-Finals vertreten haben könnte.
Lucia Acklin (Siebenkampf): Sport liegt ihr im Blut: Ihr Vater Guido Acklin holte einst Olympia-Silber im Bob. Tochter Lucia startet nun im Siebenkampf voll durch. Mit der sensationellen Silbermedaille bei der U-20-WM in Lima, und den Auszeichnungen als "Youngster des Jahres" und "SRF 3 Best Talent Sport" bewies sie immense Nervenstärke. Folgerichtig wurde sie von Swiss Athletics in das exklusive "World Class Potentials"-Förderprogramm aufgenommen. Ihre persönliche Bestleistung beim Siebenkampf liegt bei 5951 Punkten.

Leon Krummenacher (Zehnkampf): Der Obwaldner (Jahrgang 2006) zementiert die Schweizer Vormachtstellung im Zehnkampf. Bei den U-20-Europameisterschaften im finnischen Tampere übertraf er sich selbst und holte mit einer monumentalen persönlichen Bestleistung von 7972 Punkten völlig überraschend die Bronzemedaille. Ein absoluter Modellathlet, dessen Traum es ist, eines Tages zu den zehn besten Zehnkämpfern der Welt zu gehören. Das Potenzial dafür ist definitiv vorhanden.
Andrin Huber (Zehnkampf): In den Fussstapfen von Simon Ehammer wächst hier der nächste hochkarätige Schweizer Mehrkämpfer heran. Huber hat im Nachwuchsbereich bereits wertvolles Edelmetall gesammelt und besticht durch seine enorme Vielseitigkeit und Konstanz über alle zehn Disziplinen hinweg. Er wurde U-23-Europameister in Bergen (2025). Mit seinen 22 Jahren ist er bereits der viertbeste Schweizer Zehnkämpfer aller Zeiten, liegt doch seine persönliche Bestleistung bei 8188 Punkten.
Fiona von Flüe (800 m / 1500 m): Sie gilt als eines der grössten Schweizer Lauftalente der jüngeren Vergangenheit. Mit EYOF-Gold über 800 Meter, nationalen Allzeit-Bestleistungen (darunter eine herausragende 800m-Zeit von knapp über 2:02 Minuten) und einer erstaunlichen taktischen Reife bringt sie alles mit für eine Weltkarriere. Der Wechsel in die Profi-Trainingsgruppe von Louis Heyer und ihr erster Profivertrag untermauern ihre grossen Ambitionen.
Was diese zwölf Athletinnen und Athleten eint, ist nicht nur ihr schieres sportliches Talent. Es ist die mentale Stärke, auf den Punkt abzuliefern – ob bei Weltmeisterschaften in Lima oder Europameisterschaften in Tampere. Durch die exzellente Nachwuchsförderung von Swiss Athletics und die hochprofessionellen Vereinsstrukturen im Land reifen diese Rohdiamanten zu Weltklasseathleten heran. Wir können uns darauf verlassen: Wenn die etablierten Stars der Gegenwart einmal zurücktreten, stehen die Nachfolger längst in den Startblöcken, um Schweizer Sportgeschichte fortzuschreiben.
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