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'Das war die beste Chemie, die ich je zu einem Spieler hatte'

Sörensen exklusiv über Kumpel Wallmark

Marcus Sörensen hat mit Fribourg-Gottéron den grössten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Nach einer schwierigen Saison, einem ungewöhnlichen Sommer und einer langen Autofahrt zurück in die Schweiz spricht der Schwede über seine Zukunft - und darüber, das ein Karriereende in Fribourg durchaus möglich ist.

Sonst gehört Marcus Sörensen eher zu den ruhigen Personen, gibt nicht viel Auskunft und passt perfekt ins Klischee des zurückhaltenden Schweden. In Graz zeigt er sich einen Tag nach dem perfekten Einstand von Fribourg-Gottéron ein wenig anders. Seine Worte sind immer noch bewusst gewählt, doch ab und zu geht ein Lächeln über seine Lippen. Vor allem, wenn er über die letzten Monate spricht.

Der Schwede ist eine ruhige Persönlichkeit. (Bild: Imago)

Schweizer Meister. Das klingt in den Ohren aller Saanestädter noch ein wenig surreal. Dennoch ist es nach der nächsten Saison Realität. Auch wenn es der perfekte Abschluss für Marcus Sörensen war, war alles, was zuvor kam, alles andere als leicht. "Die Saison war hart", gibt er zu und macht dabei ein Geständnis: "Ich habe den ganzen Dezember mit einer Verletzung gespielt." Im Januar schliesslich musste er nach einem Zusammenprall mit Luganos Jiri Sekac für drei Monate pausieren.

Das Team hat ihn mit Positivität angesteckt, auch wenn es ihm anders zumute war. "Ich habe in den ersten Wochen nichts gemacht, weil ich nicht konnte", verrät er und ergänzt: "Ich bin nur in der Umkleidekabine herumgelaufen und habe versucht, Spass zu haben." In den Playoffs kam er zum Comeback und durfte zehn Spiele bestreiten. "Es war nicht immer einfach, drei Monate weg zu sein und gleich mit dem Halbfinale einzusteigen", sagt er.

Mit dem Meisterpokal ging er ins Spital

Am Schluss kam er in der entscheidenden Phase zurück, buchte sechs Scorerpunkte auf sein Konto und durfte den Meisterpokal in die Höhe stemmen. Auch wenn es für ihn hart war, blickt er heute mit einem gesunden Abstand auf diesen Abschnitt zurück: "Es war alles wert und ein gutes Ende." Auch wenn er insgesamt nur auf knapp über 40 Partien in der letzten Saison kam, gehört ihm der Titel genauso wie allen anderen. Was er mit dem Pokal gemacht hat, zeigt erneut, was für eine Persönlichkeit er ist.

"Ich habe mit dem Pokal im Spital ein paar Kinder besucht", sagt er. Die Kinder hätten es geliebt und die Eltern hätten es geschätzt. Auch das Spitalpersonal staunte nicht schlecht über den Besuch. "Das hat mir viel Energie gegeben", sagt er mit einem kleinen Glanz in den Augen. Danach sei er in der Innenstadt mit der Plastiktrophäe feiern gegangen. Am Schluss hat er den Pokal zur 30. Geburtstagsfeier eines Kollegen mitgenommen. Nach Schweden nahm er den Meisterpokal nicht.

Der Schwede blieb noch bis zur ersten Juni-Woche in der Schweiz, danach kehrte er in sein Heimatland zurück. Mit sieben Wochen deutlich weniger lang als auch schon. "Es war irgendwie kurz", witzelt er ein wenig verlegen. Damit könnte auch sein Programm zu tun haben. "Es gab sehr viele Hochzeiten, jedes Wochenende war viel los, aber es hat Spass gemacht", sagt er. Zu den Feierlichkeiten gehört auch das Mittsommerfest. Bei diesem schwedischen Volksfest tanzen und singen alle im Kreis.

Auch der Hockeyprofi gibt zu, dass er nach langer Zeit wieder einmal sein Tanzbein schwang. "Normalerweise tanze ich nicht, aber dieses Jahr schon", sagt er, als würde er sich entschuldigen. Ob es ihn wegen des Meistertitels in den Beinen zuckte, kann er nicht sagen. Da ist nach dem Tanzgeständnis die schwedische Zurückhaltung wieder zurück.

Er fuhr mit dem Auto von Schweden nach Fribourg

Als die Sommerpause endete, packte er gemeinsam mit seiner Frau alles für die kommende Saison. Statt es ins Flugzeug zu verladen, packten es die beiden in den Kofferraum des Autos. Der Grund ist aber keine Flugangst. "Ich habe eine englische Bulldogge und möchte ihr das Fliegen nicht antun", begründet er. Deshalb fuhr er 20 Stunden lang von Schweden mit einem Stopp in Deutschland nach Fribourg. "Das mache ich immer so", sagt er, als wäre die Reise so gewöhnlich wie die Fahrt von Fribourg ins Tessin.

Seine Frau fuhr jedoch separat, die Pausen haben sie aber gemeinsam gemacht. Letztes Jahr bestritt er die Fahrt mit Lucas Wallmark. Mit dem Schweden verstand er sich bestens. "Ich vermisse ihn sehr, wir hatten viel Spass zusammen und das war die beste Chemie, die ich je zu einem Spieler hatte", gibt er zu. Dass Wallmark Fribourg verliess und in die Heimat zurückwechselte, versteht Sörensen. "So ist das Leben", sagt er dazu, auch wenn man ihm anmerkt, dass ihm sein Sturmpartner fehlt. Immerhin hat er täglich Kontakt mit ihm.

Marcus Sörensen und Lucas Wallmark verstanden sich nicht nur auf dem Eis perfekt. (Bild: Pascal Muller/freshfocus)

Mit Ludvig Johnson, Jacob De La Rose, Lucas Hedlund und Patrick Nemeth hat er gleich mehrere Landsleute in Fribourg. Das hilft ihm. Gemeinsam mit Jacob De La Rose unterschrieb er damals. Die beiden gehören immer noch zu den grössten Stützen der HCFG-Offensive. Seit letzter Saison ist mit Trainer Roger Rönnberg ein weiterer Schwede zum Team gestossen und bringt Ruhe in das Gefüge.

Trotz so vieler Skandinavier ist die offizielle Sprache in der Kabine noch nicht Schwedisch. Es sei ein Mix zwischen Deutsch, Französisch, Schwedisch und Englisch. Auch in den anderen NL-Teams sind einige Schweden vertreten. Mit Ambris Tim Heed hat er viel Kontakt. Die beiden kennen sich noch von ihrer gemeinsamen Zeit bei den San Jose Sharks. Aber nicht nur deshalb. "Wir kommen beide aus der gleichen Stadt und spielen im Sommer zusammen Golf", sagt er. Sonst kennt er nicht jeden Schweden in der Liga.

Auch mit 34 hat er noch nicht genug vom Eishockey

Nun startet er mit den Saanestädtern in die fünfte Saison. "Wir werden den Meistertitel nicht verteidigen, sondern ihn jagen, genauso wie alle anderen Teams", sagt er. Die Drachen haben zwar einige Abgänge zu verkraften gehabt, holten aber auch neue Spieler. Dennoch gehört Gottéron zu den Teams, die wenig am letztjährigen Kader schraubten. Eine erste Kostprobe von ihrem Eishockey gaben sie bereits in der Champions Hockey League. "Es war das erste Pflichtspiel, es ist noch nicht perfekt, aber das wird noch kommen", sagt er. Der Schwede weiss aus Erfahrung, dass es solche Spiele braucht, um zu wachsen.

Mit 34 hat er noch nicht genug vom Eishockey. "Ich werde älter und versuche, es immer mehr zu geniessen", sagt er und fügt hinzu: "Und letztes Jahr habe ich es wirklich mehr als geschätzt." Sein Vertrag läuft im Sommer 2027 aus. Was danach kommt, weiss Sörensen bereits, verrät es aber noch nicht. Er kann sich aber vorstellen, seine Karriere in Fribourg zu beenden. "Es ist nicht unmöglich, wir werden sehen, was passiert", verrät er dennoch.

Dass er noch nicht genug vom Eishockey hat, beweist er mit jedem Einsatz auf dem Eis. Die Liebe zu diesem Sport ist tief in ihm verankert. "Wenn ich ein guter Tennisspieler wäre, würde ich dies auch lieben", witzelt er. Seit seiner Kindheit spielt er Eishockey. "Ich habe nie etwas anderes erlebt oder einen normalen Job gehabt. Es ist das Einzige, was ich kenne."

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2026-09-14 14:16:19