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Berra macht am Galaabend ein überraschendes Geständnis

Er wurde zweimal ausgezeichnet

Reto Berra war an der Swiss Ice Hockey Night einer der grossen Gewinner. Der letztjährige Fribourg-Goalie erhielt gleich zwei Auszeichnungen. Daneben sorgte er beim Anlass auch abseits des Eises für Gesprächsstoff.

Als Reto Berra zusammen mit der Schweizer Torhüterlegende Martin Gerber bei der Swiss Ice Hockey Night auf der Bühne steht, geht es für einmal nicht um Eishockey. Im Gegenteil: Die beiden sprechen über das Tanzen. Denn als Gerber seinem ehemaligen Goalie-Kollegen die Trophäe übergibt, nennt er ihn einen Tänzer. Doch der Meistergoalie des HC Fribourg-Gottéron will davon zunächst nichts wissen.

Ein wenig peinlich berührt sagt er vor Hunderten Gästen: "Ich weiss nicht, was er da erzählt, das ist lange her …" Doch dann lenkt Berra ein. "Jetzt ist alles ein wenig steifer geworden", sagt er und wechselt sein Gewicht von einem Bein aufs andere. "Früher habe ich schon gerne eins getänzelt mit Tinu bei einem Bierchen", so Berra. Dafür erntet er einige Lacher aus dem Publikum.

Reto Berra holte gleich zwei Awards.
(Bild: Zamir Loshi/freshfocus)

An diesem Abend war der 39-jährige Torhüter in besonders guter Stimmung. Kein Wunder, denn er räumte gleich zwei von drei Awards ab, für die er nominiert war. Berra erhielt die Jacques-Plante-Trophy als bester Goalie der Saison. Gleichzeitig wurde er zum wertvollsten Spieler der Playoffs ausgezeichnet.

Er nervte mit seinem Save einen ZSC-Stürmer

Damit hat er nicht nur zwei Trophäen abgeräumt, sondern auch zwei Uhren als Geschenk erhalten. Wo er die Uhren tragen wird, konnte er uns noch nicht verraten. "Das kann ich machen, wie ich möchte: eine am linken Fuss, eine am rechten Arm, beide an den Armen, beide an den Füssen oder beide an einem Arm", sagt er und witzelt: "Das kann ich mir jeden Tag neu überlegen, wie ich das gerne hätte."

Reto Berra war am Anlass besonders zum Witzeln aufgelegt. Auf der Bühne sprach er über seinen Lieblings-Save der Saison. Es war gegen die ZSC Lions, als er nach einem Fehler ausserhalb des Tores zurück in den Kasten springen musste und die Scheibe mit dem Stock an die Latte lenkte. Der ZSC-Stürmer wütete nach der Partie und meinte, er komme nie mehr nach Fribourg.

"Wir müssen ja auch irgendwie Freude haben", sagt Berra dazu und lacht. Alle Mitspieler würden im Training jubeln und er müsse einen Puck nach dem anderen reinlassen. "Sie haben immer eine Riesenfreude und ich kann nie nach einem Save im Training feiern." Darum sei es schon cool, wenn sie einmal Freude hätten. Für diese Aussage erhielt er Applaus aus dem Publikum.

Seine Saison kann sich sehen lassen: Meistertitel mit Fribourg, Olympische Spiele mit der Nationalmannschaft und Silber an der Heim-WM. "Es ist eine wunderschöne Saison gewesen", blickt er zurück. Mit den beiden Trophäen dank seiner Leistungen in Fribourg erhielt er das perfekte Abschiedsgeschenk.

Er tätowierte Whoopi Goldberg

Nun beginnt für ihn nach acht Jahren in Fribourg ein neues Kapitel in Kloten. "Ich freue mich mega auf das neue Abenteuer in Kloten", sagt er. Dort soll er einerseits Mentor für die jungen Goalies sein, andererseits bringt er als ältester Spieler viel Erfahrung in die Garderobe. "Gleichzeitig bin ich immer noch als Hockeygoalie angestellt, der Pucks halten muss", sagt er und grinst. Für ihn ist aber klar, dass sein Karriereende näher rückt. "Mein Ziel ist es nach wie vor, Freude zu haben, aufs Eis zu gehen und zu spielen wie als kleiner Bube."

Nicht nur seine Topform hat ihn in der vergangenen Saison zu solchen Leistungen getragen, sondern auch ein spezieller Glücksbringer. Und wie es der Zufall will, hat auch dieser mit Musik zu tun. "Ich habe Sister Act immer mit meiner Schwester geschaut - auf Kassetten. Ich weiss nicht, ob alle wissen, was das ist", erzählt er. Zwei Wochen vor dem Spengler Cup pfiff Berra die Sister-Act-Melodie. Wenig später hatte er Whoopi Goldberg auf der Maske und gewann mit ihr den Spengler Cup. "Ich habe das behalten und wir sind danach Meister geworden. Jetzt habe ich sie mir noch tätowieren lassen."

Ob Reto Berra nach der Swiss Ice Hockey Night tatsächlich noch das Tanzbein geschwungen hat, bleibt unklar. Gut möglich, dass er und Martin Gerber einen kleinen Goalie-Walzer hingelegt haben - natürlich nur ganz locker, schliesslich ist heute "alles ein wenig steifer geworden".

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2026-07-31 23:12:28