Der HC Fribourg-Gottéron führt die Playoff-Viertelfinalserie gegen den SC Bern mit 3:1 an, nachdem die Saanestädter zuletzt zu Hause mit 2:1 gewinnen konnten. Es war ein Sieg, der zwei Dinge aufzeigte, die den HC Fribourg-Gottéron derzeit stärker machen als die Mutzen.
Tristan Scherwey sagte nach dem Spiel im Interview mit MySports, dass es immer mehrere Gründe für eine Niederlage gebe, aber er gab zu, dass bei der 1:2-Niederlage die Effizienz vor dem gegnerischen Tor ein entscheidender Faktor war. Um die Richtigkeit dieser Aussage zu überprüfen, müssen wir nicht lange recherchieren: Der SC Bern gab laut den Statistiken von nlicedata.com 28 Schüsse auf den Kasten des HC Fribourg-Gottéron ab. Die Saanestädter kamen auf elf Torschüsse. Das bringt uns auch gleich zum ersten der beiden Punkte.
Zwischen den Pfosten liegt der Vorteil beim HC Fribourg-Gottéron. Das zeigte sich zwar nicht nur im vierten Spiel der Serie, aber eben speziell in jener Partie. Während Reto Berra gefühlt Handstände im Tor machte und nur einen Gegentreffer kassierte, liess sich Adam Reideborn beim zweiten Gegentreffer in der nahen, hohen Ecke erwischen. Dabei hatte der Schlussmann der Mutzen gar noch freie Sicht.
Ein Blick auf die expected Goals zeigt erst recht, wie gut Berra im vierten Spiel war. Gemäss den Abschlüssen hätte der SC Bern statistisch eigentlich 4.5 Tor erzielen müssen. Der HC Fribourg-Gottéron kam hingegen auf 0.71 expected Goals über die ganze Partie. Dass sich die Spieler der Saanestädter nach dem Spiel bei Reto Berra bedankten, erklärt sich von selbst.
Aber das Ganze wird noch deutlicher, wenn wir die komplette Serie betrachten. Die Effizienz vor dem gegnerischen Tor war nicht nur im vierten Spiel ein eklatantes Problem beim SCB. Über die ganze Serie gesehen hat der SC Bern sieben Tore erzielt. Die expected Goals stehen aber nach vier Spielen bereits auf 15.15. Die Mutzen hätten also acht Tore mehr erzielen müssen, anhand der Abschlusspositionen, welche sie in den vier Spielen hatten. Der HC Fribourg-Gottéron steht nach vier Spielen hingegen bei elf Treffern und 10.36 expected Goals. Das Team von Lars Leuenberger ist also knapp über den erwarteten Toren. Diese Statistik unterstreicht also die Aussage, dass Reto Berra in dieser Serie bislang besser ist als Adam Reideborn und Philip Wüthrich.

Der HC Fribourg-Gottéron hat in dieser Serie bekanntlich elf Tore erzielt. Marcus Sörensen kommt dabei auf zwei Treffer und vier Vorlagen. Der Schwede war also an über der Hälfte der Treffer beteiligt und ist neben Reto Berra der entscheidende Faktor im Spiel der Saanestädter. Mithilfe bekommt Sörensen von seinem kongenialen Partner, Lucas Wallmark. Er steht bei zwei Toren und einem Assist und konnte damit auch schon etwas zu den drei Siegen gegen Bern beitragen.
Beim SC Bern suchen wir einen Spieler mit drei Scorerpunkten in dieser Serie allerdings vergebens, trotz der sieben erzielten Toren. Czarnik stand seit dem zweiten Spiel nicht mehr auf dem Eis und er fehlt den Mutzen an allen Ecken und Enden. Es wäre für jedes Team schwer zu verkraften, wenn der Topscorer der Regular Season in den Playoffs ausfällt. Genau das ist beim SC Bern derzeit der Fall und so gehen auch viele wichtige Scorerpunkte verloren. Gerade die Übersicht und die Vorlagen des US-Amerikaners werden vermisst. Auch im Powerplay war er der Dreh- und Angelpunkt. In den Playoffs nehmen die Special Teams eine entscheidende Rolle ein und der wichtigste Spieler fehlt beim SC Bern. Wollen die Berner noch irgendwie in die Serie zurückkommen, dann müssen sie die Abwesenheit Czarniks vergessen machen. Das ist allerdings deutlich einfacher gesagt, als gemacht.
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