Der HC Davos hat sich in der Playoff-Viertelfinalserie gegen den EV Zug klar mit 4:0 durchgesetzt. Es ist ein Resultat, das so vor der Serie nicht erwartet werden konnte. Die Bündner haben aber diverse Dinge richtig gemacht und denen wollen wir jetzt auf den Grund gehen.
Hinweis: Die Statistiken in diesem Bericht stammen von nlicedata.com.
Nur das erste Spiel, welches der HCD mit 2:1 für sich entschieden hatte, war knapp. Die restlichen drei Partien endeten mit mindestens drei Toren Unterschied. Beim Blick auf die Statistiken der jeweiligen Spiele fällt auf, dass die ersten beiden Partien ausgeglichen waren, auch wenn das zweite Spiel mit 4:0 zu Gunsten der Bündner endete.
Bevor wir noch detaillierter auf die Statistiken eingehen, nehmen wir die expected Goals unter die Lupe. Im ersten Spiel hatte der EV Zug 2.74 expected Goals und der HCD 2.39 expected Goals. Das ist interessant, weil es die einzige Partie der ganzen Serie war, in der Zug mehr erwartete Tore als die Bündner hatten. Im zweiten Spiel war der Unterschied aber auch nur 0.16 expected Goals, obwohl der HCD das Spiel mit 4:0 gewinnen konnte.
Auffallend war, wie es der HC Davos während der ganzen Serie geschafft hatte, die Zuger mit einem klugen Forechecking zu verunsichern und Profit daraus zu schlagen. In dieser Hinsicht konnte Josh Holden sich klar gegen seinen ehemaligen Meister, Dan Tangnes, durchsetzen. Es wird spannend zu sehen sein, ob Holden da einen Vorteil gegenüber Tangnes hatte, weil er ihn so gut kannte oder, ob er auch andere Gegner so unter Druck setzen kann. Das wird der Playoff-Halbfinal sicher auflösen.
Viel mehr müssen wir uns aber beim HC Davos dem sogenannten "off the Rush" widmen. Die schnelle Transition und der schnelle Abschluss, sobald man in der offensiven Zone angelangt ist, kennt man vom HC Davos bereits noch aus der Zeit von Arno Del Curto. Unter Josh Holden war es im Playoff-Viertelfinal gegen den EV Zug wieder die grosse Stärke der Bündner.
Ein interessantes Beispiel für die obige Aussage ist das erste Spiel. Der EV Zug kreierte zehn Chancen off the Rush (innert fünf Sekunden nach vorstossen in die offensive Zone erfolgt ein Abschluss). Der HC Davos kreierte im selben Spiel zwölf Chancen off the Rush. Die expected Goals off the Rush lagen beim HCD aber bei 1.61 und beim EVZ bei 0.62. Es zeigt, dass der HC Davos sich in dieser kurzen Zeit in bessere Abschlusspositionen manövrieren kann. So kann natürlich jeder Gegner in der National League vor Probleme gestellt werden. Nur im zweiten Spiel hatten die Bündner off the Rush weniger als ein expected Goal.
Die Transition und off the Rush haben Gemeinsamkeiten. Die Transition zeigt die Konstanz des Verlassens der eigenen Zone und das Eintreten in die gegnerische Zone auf. Kann man das Tempo in die gegnerische Zone mitnehmen, ist die Wahrscheinlichkeit auch höher, sich eine Torchance herauszuspielen. Gerade beim kontrollierten Eintreten in die gegnerische Zone war der HCD in der gesamten Serie besser als der EV Zug. Ab dem zweiten Spiel lag der Wert beim HC Davos immer über 50%. Das dürfte mit ein Grund sein, weshalb es die Bündner so konstant schafften, off the Rush gute Chancen herauszuspielen.
Ein grosser Unterschied zwischen dem EV Zug und dem HC Davos waren die Importspieler. Matej Stransky, Adam Tambellini, Simon Ryfors und Filip Zadina stehen unter den besten zehn Punktesammlern in den Playoffs, obwohl sie weniger Spiele absolviert haben, als die Konkurrenz. Adam Tambellini wusste mit zwei Hattricks zu beeindrucken, Matej Stransky war im vierten Spiel der Man of the Match und auch die anderen beiden Spieler sammelten ihre Punkte.
Wenn sie in dieser Form bleiben, wird jeder Gegner gegen den HC Davos Mühe bekunden. Grund dafür ist nicht nur das Spiel bei fünf gegen fünf, sondern auch die Special Teams. Im Powerplay spielte der HC Davos den EV Zug ab dem dritten Spiel an die Wand. Fünf Tore erzielten die Bündner in den letzten beiden Spielen in Überzahl. Fakt ist also, dass man im Spiel gegen den HC Davos Disziplin an den Tag legen muss, sonst wird man im Powerplay gegen eine Wand gefahren. Die weiteren Gegner sind gewarnt.
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