Beim HC Ambri-Piotta ist die finanzielle Lage angespannt. Wie die NZZ berichtet, sitzt der Tessiner Kultklub auf Verbindlichkeiten von knapp 30 Millionen Franken, kämpft mit Liquiditätsproblemen und steht unter genauer Beobachtung der Lizenzkommission. Präsident Davide Mottis zeigt sich dennoch zuversichtlich.
Der HC Ambri-Piotta steht finanziell unter erheblichem Druck. Laut einem Bericht der NZZ belaufen sich die Schulden des National-League-Klubs auf knapp 30 Millionen Franken.
Ein grosser Teil davon hängt mit der Gottardo-Arena zusammen. Auf dem 2021 eröffneten Stadion lasten demnach Hypothekarschulden von rund 22 Millionen Franken. Gleichzeitig gestaltet sich der Betrieb der Arena schwierig, weil zusätzliche Einnahmen durch Fremd- und Zweitveranstaltungen weitgehend fehlen.
Hinzu kommen weitere Verpflichtungen. Wie die NZZ schreibt, sind unter anderem noch knapp drei Millionen Franken an Covid-Krediten gegenüber dem Bund offen. Auch private Darlehensgeber sollen auf Rückzahlungen drängen. Der frühere Präsident Filippo Lombardi soll dabei mit rund 750'000 Franken zu den Gläubigern gehören.
Besonders heikel ist die aktuelle Liquiditätssituation. Laut der NZZ hat die Lizenzkommission der National League die finanzielle Lage des Klubs gegenüber Ambri als «besorgniserregend» bezeichnet. Auch die vergangene Saison hinterliess Spuren. Die HCAP-Gruppe schloss die Spielzeit 2025/26 dem Bericht zufolge mit einem konsolidierten Verlust von 848'093 Franken ab.
Der neue Präsident Davide Mottis, der im Februar die Nachfolge von Lombardi antrat, räumt gegenüber der NZZ ein, dass die Situation schwieriger sei als erwartet. Gleichzeitig zeigt er sich optimistisch, die Liquiditätsprobleme in den Griff zu bekommen.
Die angespannte finanzielle Lage hat bereits konkrete Folgen. So zog sich Ambri kurzfristig mit seinem Frauenteam zurück. Auch bei der ersten Mannschaft muss der Klub zurückhaltender wirtschaften.
Mottis erklärte gegenüber, dass die Mannschaft in der neuen Saison weniger kosten werde als noch im Vorjahr. Auch zusätzliche Ausländer kann sich der Klub nur eingeschränkt leisten. Der schwedische Verteidiger William Worge Kreü erhielt deshalb lediglich einen auf drei Monate begrenzten Vertrag.
Weitere Entlastung soll eine Kapitalerhöhung bringen. Ambri hatte bereits in der Vergangenheit immer wieder auf die Unterstützung von Aktionären, Gönnern und Fans zurückgreifen können.
Parallel zu den finanziellen Problemen befindet sich Ambri auch sportlich in einer schwierigen Phase. Nach der enttäuschenden vergangenen Saison steht die Mannschaft vor einem Umbruch.
Wie die NZZ weiter berichtet, haben Miles Müller und Manix Landry bereits für die Saison 2027/28 bei Lausanne unterschrieben. Mit Dario und Philip Wüthrich könnten demnach weitere Abgänge folgen.
Für die neue Führung um Mottis wird es damit gleich doppelt anspruchsvoll: Ambri muss sportlich konkurrenzfähig bleiben und gleichzeitig seine finanzielle Lage stabilisieren.
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