Nach einer turbulenten Saison will der HC Ambri-Piotta zurück zu seinen Wurzeln. Präsident Davide Mottis und Sportchef Lars Weibel setzen auf eine junge Mannschaft, Charakter und Kampfgeist - und wollen damit vor allem eines zurückgewinnen: das Vertrauen der Fans.
Die letzte Saison war in der Leventina gleich mehrfach turbulent. Zum einen suchte Ex-Präsident Filippo Lombardi nach einer Alternative für Trainer Luca Cereda. Der Mann hinter der Bande verliess nach diesem Vertrauensbruch schliesslich gemeinsam mit Sportchef Paolo Duca den Verein. Zunächst übernahmen die beiden Assistenztrainer, ehe kurz vor der entscheidenden Phase Jussi Tapola als Trainer verpflichtet wurde. Zum anderen musste der HCAP wieder einmal in den Playouts um den Ligaerhalt kämpfen.
Nach so einem Jahr ist es wenig verwunderlich, dass das Vertrauen in den Verein abgenommen hat. "Wir wollen Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückgewinnen", sagt Präsident Davide Mottis und fügt hinzu: "Unser Ziel war es auch, nach der vergangenen Spielzeit die Fäden nach den Rissen wieder zusammenzufügen." Wie der Präsident sagt, möchte der Verein zudem eine Grundlage schaffen, auf der die Spieler gerne spielen.
Er weiss auch, dass Ambri weiterhin sparen muss, um weiter existieren zu können. "Finanzielle Ressourcen sind nicht das, was Identität schafft und aufbaut", sagt er. "Die Identität kommt von Arbeit, Aufopferung, Hingabe und einem Gefühl der Zugehörigkeit", so der Präsident weiter. Was die Fans angeht, haben diese ihrem Verein bereits grosses Vertrauen entgegengebracht. So wurden bereits über 5000 Saisonkarten verkauft. "Das ist für uns wirklich ein grosser Ansporn, weiter in die Richtung zu arbeiten, die wir von Anfang an einschlagen wollen."
Zu dieser Richtung gehören auch viele junge Spieler. Mittlerweile hat Ambri die jüngste Mannschaft der Liga. "Wir müssen den Spielern helfen, sich zu entwickeln", sagt er und verspricht: "Zu Beginn fehlt vielleicht etwas Erfahrung und wir zahlen Lehrgeld. Der Einsatz, der Wille und die Leidenschaft werden aber da sein."
Die junge Mannschaft ist auch ein Grund dafür, dass für viele Spieler gar nicht genügend Geld vorhanden ist. "Ich beneide Lars nicht", sagt Mottis über seinen Sportchef. Der Verwaltungsrat gibt Grenzen vor, die nicht überschritten werden dürfen. Weibel hat sich bei der Zusammenstellung des Kaders aber daran gehalten. "Für uns hat es Priorität, hier ein neues Mindset einzuführen - nicht nur auf dem Eis für die Mannschaft und den Staff, sondern auch im Büro, im Management und im gesamten Club", sagt der Sportchef.
Für ihn und den gesamten Coachingstaff ist es wichtig, dass die Spieler Tempo, Intensität und Kampfgeist mitbringen. "Der Charakter steht für uns über dem reinen Talent", sagt er. Nichtsdestotrotz müssen alle auf einem hohen Niveau Eishockey spielen.
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