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Vor allem durch Kubalik steckt man in Ambri in der Krise

Nicht nur spielerische Probleme

Ambri steckt tief in der Krise: Mit nur vier Punkten aus neun Spielen ist der Klub Tabellenletzter – ein Saisonstart, wie ihn der Verein nach eigenen Angaben noch nie erlebt hat. Die Probleme sind vielfältig: Auf dem Eis hapert es an der spielerischen Linie, mental wirkt das Team ebenfalls angeschlagen.

Der HC Ambri-Piotta kommt einfach nicht in die Gänge. Nach neun Spielen belegen die Leventiner den letzten Platz der National League und das sogar hinter dem ewigen Sorgenkind HC Ajoie. Nur ein Sieg steht bisher auf der Habenseite, und der stammt aus der ersten Runde gegen den EHC Kloten. Seither läuft für Ambri fast alles schief: Acht Spiele in Serie ohne Sieg, nur gerade einmal einen Punkt konnte man in dieser Zeit ergattern.

Besonders auffällig ist das Problem vor dem gegnerischen Tor. Mit lediglich 14 Treffern in neun Spielen stellen die Leventiner die harmloseste Offensive der Liga. Chancen sind vorhanden, das Spiel gestaltet Ambri mit, doch die entscheidenden Treffer bleiben aus. Die Fans der Leventiner müssen sich wohl auf eine schwierige Phase einstellen, wenn sich an der Treffsicherheit nichts ändert.

Kubaliks Abgang ist zu spüren

Dass es beim HC Ambri-Piotta in der Offensive derzeit nicht rund läuft, liegt nicht zuletzt am Verlust von Dominik Kubalik. Der tschechische Superstar war in der letzten Saison die unverzichtbare Tormaschine der Biancoblù. Mit unglaublichen 27 Treffern setzte er Massstäbe – zum Vergleich: Der zweiterfolgreichste Schütze im Team, Phillipe Maillet, brachte es "nur" auf 15 Tore. Schon vor seinem Abgang war klar, dass Kubalik eine Lücke reissen würde. Das Problem ist nicht nur die fehlende Torproduktion. Vielmehr leidet das gesamte Offensivspiel des HCAP darunter.

Besonders deutlich wird dies an den Leistungen einiger Schlüsselspieler. Chris DiDomenico, der Kanadier, war in der letzten Saison mit 45 Punkten der zweitbeste Scorer des Teams. In dieser Saison hingegen steht er nach den bisherigen Spielen erst bei zwei Punkten – ein drastischer Einbruch. Auch Manix Landry, in der letzten Saison noch auf 26 Zähler kommend, hat nach neun Spielen erst einen Scorerpunkt auf dem Konto. 

Die Transfers enttäuschen

Nicht nur der Verlust von Dominik Kubalik hinterlässt Spuren, auch die Neuzugänge des HC Ambri-Piotta konnten bisher nicht überzeugen. Mit Nicolas Petan, Chris Tierney, Michael Joly und Alex Formenton holte man sich Importspieler, die das offensive Vakuum füllen und die Qualität des Teams stabilisieren sollten. Doch bisher blieben die erhofften Impulse weitgehend aus.

Auf Nicolas Petan lagen die grössten Hoffnungen. Der ehemalige NHL-Spieler, zuletzt stark in der KHL aktiv, sollte das Offensivspiel beleben. Doch in Ambri zeigt er bisher enttäuschende Leistungen: Nach den bisherigen Spielen stehen für den Kanadier erst zwei Scorerpunkte zu Buche, Luft nach oben ist also reichlich vorhanden. Auch Chris Tierney kann die Erwartungen nur bedingt erfüllen. Mit drei Scorerpunkten liegt er zwar etwas besser, bleibt aber hinter dem erhofften Impact zurück.

Michael Joly konnte bislang lediglich einen Assist erzielen, und Alex Formenton wartet noch immer auf seinen ersten Punkt.  Die Qualitäten für einen Kubalik-Ersatz waren vorhanden, doch bislang zeigen sich diese auf dem Eis nicht. Die Ambri-Fans müssen weiter Geduld aufbringen und hoffen, dass die Neuzugänge bald ihre Klasse abrufen und das Offensivspiel der Biancoblù wieder in Fahrt bringen.

Acht Niederlagen schwächen das Team auch mental

Die Ursachen für die schwache Offensive des HC Ambri-Piotta lassen sich nur schwer eindeutig benennen. Klar ist: Die Spieler feuern Schüsse ab, doch die Tore wollen einfach nicht fallen. Ein drastisches Beispiel lieferte das Spiel gegen den EV Zug. Die Leventiner unterlagen klar mit 0:4, obwohl sie insgesamt sogar drei Schüsse mehr abgegeben hatten als der Gegner. 

Doch woran liegt es dann? Ein entscheidender Faktor ist die mentale Verfassung des Teams. Acht Niederlagen in Folge und der schlechteste Saisonstart der Vereinsgeschichte hinterlassen Spuren. Selbst gute Chancen können so zu einer Belastung werden. Michael Joly hatte im Spiel gegen den EVZ eine klare Gelegenheit zum 1:0-Führungstreffer, vergab diese jedoch. Solche Momente wirken sich direkt auf die Motivation und das Selbstvertrauen aus.

Die Zahlen zeigen, dass Ambri durchaus mithalten kann, doch die Offensive läuft nicht. Chancen werden vergeben, die Scheibe will einfach nicht ins Tor. Der mentale Druck steigt, und je länger die Durststrecke anhält, desto schwerer fällt es dem Team, wieder in einen erfolgreichen Rhythmus zu finden. Die Biancoblù stehen vor der Herausforderung, nicht nur spielerisch, sondern auch mental wieder auf Kurs zu kommen. Da ist Headcoach Luca Cereda nun gefordert.

Knappe Niederlagen

Der schlechte Saisonstart der Leventiner ist nicht ausschliesslich auf schwaches Spiel zurückzuführen. Oft lieferten sie den Gegnern harte Schlagabtausche, zeigten Moral und Einsatz. Trotzdem verloren sie bisher fünf Spiele äusserst knapp. Zuletzt etwa mit 4:5 gegen Genève-Servette HC oder in einem 3:2 nach Penaltyschiessen gegen den EHC Biel-Bienne. Diese knappen Niederlagen hinterlassen Spuren. Das Team verliert nicht nur Selbstvertrauen, sondern auch ein Stück Motivation. In einer Phase, in der Rückschläge sich häufen, ist jedes Erfolgserlebnis entscheidend, um die Moral wieder anzukurbeln. Ohne solche Momente droht die mentale Last noch weiter zu wachsen und mit ihr die Schwierigkeiten, die Offensive in Schwung zu bringen. Die Biancoblù brauchen daher dringend ein positives Signal, um aus der Negativspirale auszubrechen und den ersten Sieg der Saison zu feiern.

Fazit: Ambri braucht ein Erfolgserlebnis

Der Abgang von Dominik Kubalik hat der Offensive des HCAP deutlich an Power genommen. Trotzdem zeigt das Team, dass es sich Chancen erarbeitet und auch Tore erzielen kann. Das grösste Problem bleibt jedoch die aktuelle Niederlagenserie. Mit zwei sehr knappen Niederlagen in den letzten drei Spielen steht die Mannschaft unter wachsendem Druck. Es wird Zeit für ein Erfolgserlebnis, um Selbstvertrauen, Sicherheit und Motivation zurückzugewinnen. Die Gelegenheit dazu könnte kaum passender kommen: Im Derby gegen den HC Lugano am Dienstagabend bietet sich den Biancoblù die perfekte Chance, die Negativspirale zu durchbrechen.

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2025-09-30 12:00:44