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'Ich hätte nie gedacht, dass er zusagt'

Ajoie sucht noch einen sechsten Import

Nach einer enttäuschenden Saison blickt der HC Ajoie wieder nach vorne. Generaldirektor Julien Vauclair spricht von einem starken Sommer, einem verbesserten Kader und einem Trainer-Coup, den er selbst kaum für möglich gehalten hätte.

Der HC Ajoie will nach Jahren im Tabellenkeller der National League einen Schritt nach vorne machen. Rund sieben Wochen vor dem Saisonstart zeigt sich Generaldirektor Julien Vauclair im Gespräch mit Planète Hockey optimistisch. Die Jurassier hätten eine gute Sommer-Vorbereitung absolviert und ein qualitativ stärkeres Kader zusammengestellt, erklärt der ehemalige Nationalverteidiger. Einzig ein sechster Ausländer fehle noch, dann sei der Club bereit für den Meisterschaftsstart.

Besonders stolz ist Vauclair auf die Verpflichtung von Ville Peltonen. Der frühere finnische Weltklasse-Stürmer übernimmt neu das Traineramt in Porrentruy. "Ich hätte ehrlich gesagt nie darauf gewettet, dass er unser Angebot annehmen würde", sagt Vauclair. Peltonen habe sowohl mit Finnland als auch später in Genf gezeigt, dass er Mannschaften führen und entwickeln könne.

Dass ein Trainer mit dieser Vita zu einem Team wechselt, das in den vergangenen fünf Saisons jeweils am Tabellenende landete, überrascht viele. Vauclair glaubt jedoch, dass Peltonen vor allem das Potenzial der Mannschaft gesehen habe. Die letzte Saison sei von zahlreichen Verletzungen geprägt gewesen. Mit Neuzugängen wie Smirnovs, Gerber und Zgraggen wolle man nun eine deutlich stabilere Mannschaft formen.

Finnischer Einfluss in Porrentruy

Seit fünf Jahren steht Vauclair als Generaldirektor an der Spitze des HC Ajoie. Zuvor hatte er zwanzig Jahre beim HC Lugano gespielt und dort zweimal den Schweizer Meistertitel gewonnen. Sein Netzwerk aus dieser Zeit helfe ihm heute enorm. Im Eishockey sei es entscheidend, ständig informiert zu sein und gute Kontakte zu Spielern, Trainern und Sportchefs zu pflegen.

Trotz der sportlich schwierigen Jahre bezeichnet Vauclair die Präsenz des HC Ajoie in der National League als aussergewöhnliche Geschichte. Der Kanton Jura zähle nur rund 74'000 Einwohner, gleichzeitig seien die Anforderungen an einen NL-Club massiv gestiegen. Das Budget habe sich seit 2020 von etwa vier auf rund fünfzehn Millionen Franken erhöht. Für eine kleine Region sei das enorm.

Die schwache Vorsaison habe im Club zu einer intensiven Aufarbeitung geführt. Man habe die vielen Verletzungen analysiert, die Sommer-Vorbereitung angepasst und versucht, den Spielern während der Off-Season bessere Trainingsbedingungen zu bieten.

Ein Schlüssel der Ajoie-Strategie bleibt der finnische Markt. Weil die finanziellen Mittel begrenzt seien, könne man keine NHL- oder KHL-Stars verpflichten, erklärt Vauclair. Deshalb habe der Club früh begonnen, gezielt in Finnland und Schweden nach Spielern zu suchen. Der heutige starke finnische Einfluss in Porrentruy sei das Resultat jahrelanger Arbeit.

Die Erwartungen an die neue Saison sind im Jura spürbar gestiegen. Nach fünf Jahren am Tabellenende soll der HC Ajoie endlich wieder für positivere Schlagzeilen sorgen.

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2026-07-29 08:15:26