Der Schweizer Fussball verliert eine seiner prägendsten Funktionärsfiguren. Ralph Zloczower ist am 10. September im Alter von 93 Jahren verstorben. Der frühere YB- und SFV-Präsident prägte den Schweizer Fussball während Jahrzehnten.
Ralph Zloczower ist tot. Der Berner verstarb im Alter von 93 Jahren, wie der Schweizerische Fussballverband und die Young Boys mitteilen. Mit ihm verliert der Schweizer Fussball einen Funktionär, der sowohl auf Klub- als auch auf Verbandsebene tiefe Spuren hinterlassen hat.
Seine Laufbahn im Fussball begann Anfang der 1970er-Jahre beim BSC Young Boys. Zloczower übernahm das Präsidium in einer wirtschaftlich schwierigen Phase und half mit, den Berner Traditionsklub wieder zu stabilisieren. Der sportliche Höhepunkt seiner Amtszeit folgte 1977, als YB den Schweizer Cup gewann.
Nach seiner Zeit bei den Young Boys verlagerte Zloczower seinen Fokus zunehmend auf den nationalen Fussball. Er war zunächst im Rekursgericht der damaligen Nationalliga tätig, später Mitglied des Nationalliga-Komitees und ab 1995 dessen Präsident.
EM 2008 eng mit Zloczower verbunden
2001 folgte der nächste grosse Schritt. Zloczower wurde zum Präsidenten des Schweizerischen Fussballverbands gewählt und stand während acht Jahren an dessen Spitze. In diese Zeit fielen unter anderem die Schweizer Teilnahmen an der EM 2004 und an der WM 2006.
Besonders eng verbunden bleibt sein Name jedoch mit der Europameisterschaft 2008. Während seiner Präsidentschaft gelang es der Schweiz gemeinsam mit Österreich, den Zuschlag für die Endrunde zu erhalten. Zloczower war später auch als Verwaltungsratspräsident der Organisationsgesellschaft der EURO 2008 tätig. Daneben engagierte sich der Berner auch in verschiedenen Gremien von FIFA und UEFA und verschaffte dem Schweizer Fussball damit auch auf internationaler Ebene Gewicht.
2009 übergab Zloczower das SFV-Präsidium an Peter Gilliéron. Gleichzeitig wurde er zum Ehrenpräsidenten des Verbands ernannt. Dem Fussball blieb er bis ins hohe Alter eng verbunden. SFV-Zentralpräsident Peter Knäbel würdigt insbesondere Zloczowers juristischen Sachverstand, sein Verhandlungsgeschick und sein internationales Netzwerk. Die Austragung der EM 2008 in der Schweiz werde dauerhaft mit seinem Namen verbunden bleiben.
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