Der Entscheid von Alessandro Romano, künftig für Italien aufzulaufen, sorgt auch nach dem offiziellen Nationenwechsel für Diskussionen. Die ehemaligen Schweizer Nationalspieler Valon Behrami und Blerim Dzemaili werfen dem SFV vor, beim 20-jährigen Mittelfeldspieler zu spät reagiert zu haben.
Seit Donnerstag ist klar, dass Alessandro Romano künftig für Italien spielberechtigt ist. Die FIFA hat dem Wechsel des 20-Jährigen von der Schweiz zur Squadra Azzurra zugestimmt. Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini kann den Mittelfeldspieler damit bereits für die kommenden Länderspiele berücksichtigen.
Romano hat sich seinen Platz bei der Squadra Azzura sportlich verdient. In den ersten drei Serie-A-Partien dieser Saison stand er jeweils auf dem Platz und erzielte beim 1:0 gegen Parma gleich sein erstes Tor für Cagliari. Der gebürtige Winterthurer war im Sommer von der AS Roma nach Sardinien gewechselt.
Dass die Schweiz ein solches Talent ziehen lässt, sorgt bei Valon Behrami für Unverständnis. Der 93-fache Nationalspieler findet deutliche Worte für das Vorgehen des Schweizerischen Fussballverbands. "Der SFV hat hinsichtlich Romano voll und ganz geschlafen. Ich halte das aus jeder Perspektive für einen riesigen Fehler des Verbandes", sagt Behrami im Tessiner Fernsehen RSI.
Seine Kritik richtet sich insbesondere gegen den Zeitpunkt der jüngsten Schweizer Bemühungen. Erst nachdem Romano in der Serie A den Durchbruch geschafft hatte, intensivierten der Verband und Nati-Trainer Murat Yakin ihre Versuche, ihn von einer Zukunft mit der Schweiz zu überzeugen. Yakin reiste dafür zuletzt sogar nach Sardinien.
Dabei war Romano für den SFV keineswegs ein unbekannter Spieler. Er lief von der U16 bis zur U20 für Schweizer Nachwuchsauswahlen auf und führte die U19 zeitweise als Captain an.
Blerim Dzemaili teilt Behramis Einschätzung. "Ja, sie haben geschlafen, Romano zeigt schon seit Jahren gute Leistungen", erklärt der frühere Schweizer Nationalspieler. Schon während Romanos Leihe zu Spezia habe er dessen damaligen Trainer Roberto Donadoni darauf hingewiesen, welch starken Spieler dieser erhalten habe.
Gleichzeitig nimmt Dzemaili Romano selbst aus der Schusslinie. Seine Entscheidung müsse respektiert werden, schliesslich handle es sich um eine persönliche Wahl. Für Dzemaili liegt das Versäumnis deshalb weniger beim Spieler als vielmehr beim Verband, der die Chance verpasst habe, Romano frühzeitig enger an die A-Nati zu binden.
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