Die WM ist vorbei, der Transfersommer läuft auf Hochtouren. Für mehrere Schweizer Nationalspieler könnten die kommenden Wochen wegweisend sein, denn ihre Klubwahl dürfte auch Einfluss auf ihre Zukunft im Nationalteam haben.
Der Flügelspieler von Nottingham Forest ist ein Mann für die grossen Turniere. Wie bereits an der Europameisterschaft 2024 in Deutschland gehörte Dan Ndoye auch an der WM zu den grossen Gewinnern der Schweizer Nati. Mit seinem Tempo und seiner Dynamik war der 25-Jährige eines der wichtigsten Elemente im Offensivspiel der Schweiz.
Umso bemerkenswerter sind seine starken Auftritte im Nationalteam, da er eine schwierige Saison in England hinter sich hat. Beim Tabellen-16. der vergangenen Premier-League-Spielzeit kam der ehemalige FCB-Spieler lediglich auf vier Torbeteiligungen - deutlich zu wenig für einen Akteur seines Formats. Immer wieder warfen ihn Verletzungen zurück, wodurch er sich nie einen Stammplatz erkämpfen konnte.
Mit Oliver Glasner übernimmt auf die neue Saison hin ein neuer Trainer bei Nottingham Forest. Der Österreicher gilt als grosser Befürworter von Dan Ndoye und soll einem Wechsel des Flügelspielers bislang einen Riegel vorgeschoben haben. Da das Transferfenster aber noch mehrere Wochen geöffnet ist, bleibt ein Abgang weiterhin möglich.
Genau wie Dan Ndoye gehört auch Zeki Amdouni zu den Spielern, die starke Leistungen im Nationalteam abrufen, obwohl sie im Klub zuletzt eine schwierige Phase durchlebten. Der 25-Jährige verpasste beim Premier-League-Absteiger Burnley aufgrund von Verletzungen fast die gesamte Saison. Trotzdem schenkte ihm Nati-Coach Murat Yakin das Vertrauen und nominierte ihn für die WM.
Amdouni zahlte dieses Vertrauen zurück. Im WM-Achtelfinale verwandelte er seinen Penalty souverän und wusste auch bei seinen Kurzeinsätzen mit ansprechenden Leistungen zu überzeugen. Der gebürtige Genfer brachte neue Impulse ins Offensivspiel und zeigte, dass er trotz seiner schwierigen Klubsaison nichts von seiner Qualität eingebüsst hat.
Nun beginnt für Amdouni die heisse Phase auf dem Transfermarkt. Die Aussicht auf eine Saison in der Championship dürfte für den Offensivspieler wenig reizvoll sein. Stattdessen dürfte er gemeinsam mit seinen Beratern einen Wechsel in eine Top-5 Liga anstreben, um seine Karriere wieder in die richtige Richtung zu lenken.
Drei Spieler aus dem WM-Kader mussten in der vergangenen Saison den Gang in die zweite Liga antreten. Neben Zeki Amdouni und Cedric Itten erwischte es auch Michel Aebischer, der mit Pisa abstieg. Der 29-Jährige machte bereits während der WM deutlich, dass er seine Karriere weiterhin in einer der fünf europäischen Topligen fortsetzen möchte.
Ein Wechsel dürfte allerdings kein Selbstläufer werden. Pisa überwies erst kürzlich rund 4,5 Millionen Euro für den Schweizer Nationalspieler und wird ihn kaum ohne Weiteres ziehen lassen. Medienberichten zufolge zeigen mit dem Hamburger SV und dem FC Augsburg bereits zwei Bundesligisten Interesse an Aebischer.
Der polyvalente Mittelfeldspieler ist nun gut beraten, seinen nächsten Karriereschritt sorgfältig zu planen. Für seine Zukunft in der Nationalmannschaft wäre es von grossem Vorteil, wenn er auch in der kommenden Saison regelmässig auf hohem Niveau Spielpraxis sammeln könnte.
Etwas überraschend wurde Alvyn Sanches nicht für das 26-Mann-Kader der WM nominiert. Ein Grund dafür dürfte seine noch geringe Erfahrung auf internationalem Niveau gewesen sein. Da die Young Boys in dieser Saison nicht im Europacup vertreten sind, wird sich daran vorerst auch nichts ändern.
Der offensive Mittelfeldspieler bringt jedoch alle Voraussetzungen mit, um sich im Ausland durchzusetzen. Entsprechend spricht derzeit vieles für einen Wechsel aus Bern - und das bereits nach nur einer Saison. Die grosse Frage ist, ob ein Klub bereit sein wird, die wohl hohen Ablöseforderungen der Berner zu erfüllen. Ein Transfer in eine stärkere Liga könnte Sanches den nächsten Entwicklungsschritt ermöglichen und seine Chancen auf eine wichtige Rolle in der Nationalmannschaft deutlich erhöhen.
Zehn Tore und vier Assists gelangen Andi Zeqiri in der Saison 2024/25 für Standard Lüttich. Diese Leistungen führten dazu, dass Murat Yakin in der damaligen Nations-League-Kampagne regelmässig auf den Stürmer setzte.
In der vergangenen Saison lief es Zeqiri allerdings deutlich weniger gut. Bei seinem neuen Verein Widzew Lodz kam der 27-Jährige lediglich auf drei Tore und einen Assist. Zu wenig, um sich für eine WM-Nominierung aufzudrängen.
Nun dürfte Zeqiri einen Vereinswechsel anstreben. Dabei könnte auch eine Rückkehr in die Schweiz zum Thema werden. Unter anderem soll Servette Interesse am Angreifer zeigen. Die Rückkehr in ein vertrautes Umfeld könnte seiner Karriere neuen Schwung verleihen und ihn wieder näher an die Nationalmannschaft heranbringen.
Bislang absolvierte Leonidas Stergiou sechs Länderspiele für die Schweizer Nationalmannschaft. Fünf davon bestritt er im Jahr 2024, als er beim damaligen Bundesliga-Vizemeister Stuttgart regelmässig auf der rechten Abwehrseite zum Einsatz kam. In dieser Phase etablierte sich der 24-Jährige als erster Ersatz für Silvan Widmer.
Seit der EM ist Stergiou allerdings nicht mehr für die Nati aufgelaufen. Immer wieder warfen ihn Verletzungen zurück und verhinderten, dass er sich nachhaltig für weitere Einsätze empfehlen konnte.
Nun steht der ehemalige Junior des FC St. Gallen offenbar vor dem Abschied aus Stuttgart. Medienberichten zufolge gibt es unter anderem aus der Schweiz Interesse an einer Verpflichtung, soll der FCSG die Fühler nach dem verlorenen Sohn ausgestreckt haben. Für Stergiou ist die Wahl des nächsten Klubs von grosser Bedeutung. Eine weitere Saison mit wenig Spielzeit wäre für seine Entwicklung und seine Chancen auf eine Rückkehr in die Nationalmannschaft alles andere als ideal.
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