Einen Tag nach dem bitteren WM-Aus gegen Argentinien zog der Schweizerische Fussballverband Bilanz. Nationaltrainer Murat Yakin blickte trotz der Enttäuschung im WM-Viertelfinal optimistisch in die Zukunft, kritisierte aber erneut die Regelauslegung rund um den Platzverweis von Breel Embolo.
Die Enttäuschung über das WM-Aus gegen Argentinien sitzt bei der Schweizer Nati auch einen Tag später noch tief. An der Medienkonferenz des Schweizerischen Fussballverbands sprach Nationaltrainer Murat Yakin von einer "fantastischen Reise", übte aber gleichzeitig deutliche Kritik an der Schiedsrichterleistung im Viertelfinal. Vor allem der umstrittene Platzverweis gegen Breel Embolo, der das Spiel entscheidend veränderte, sorgte beim Nati-Coach weiterhin für Unverständnis.
"Wir haben nicht nur gegen ein grosses Argentinien und den Weltmeister gespielt, sondern auch gegen 70'000 argentinische Fans, den Schiedsrichter und den VAR. Das ist einiges zu viel", sagte Yakin.
Besonders die erste Verwarnung gegen Embolo konnte der 51-Jährige nicht nachvollziehen. "Für mich war die erste Gelbe Karte keine. Der Gegner simulierte, da hätte auch der VAR einschreiten können", erklärte Yakin. Auch die Regel, welche den VAR-Eingriff bei der zweiten Gelben Karte ermöglichte, sieht er kritisch: "Die Regel ist unnötig. Da müssen sie über die Bücher."
SFV-Präsident Peter Knäbel schlug etwas versöhnlichere Töne an. "Die Regelauslegung sollte während des gesamten Turniers konsistent sein. Wir wollen aber nicht als schlechte Verlierer dastehen."
Die Schweizer Nati spielte nach der EM 2024 auch an der WM 2026 ein starkes Turnier und stiess erneut bis in den Viertelfinal vor. Solche Erfolge wecken naturgemäss auch das Interesse anderer Vereine an Nationaltrainer Murat Yakin. An einen Abschied denkt der 51-Jährige jedoch nicht.
"Ich bin sehr gerne Trainer und stolz, Schweizer Nationaltrainer zu sein. Ich habe grosse Lust und Freude, mit dieser Mannschaft zu arbeiten. Für mich gibt es null Gedanken daran, einen anderen Weg einzuschlagen."
Auch personell soll der eingeschlagene Weg fortgesetzt werden. "Wir haben die besten Spieler aufgeboten. Die Nations League gibt uns die Chance, junge Spieler einzubinden", erklärte Yakin. Gleichzeitig stellte er klar, dass ihm aktuell keine Rücktrittsgedanken aus dem Kreis der Nationalspieler bekannt seien.
Für Knäbel war insbesondere das gewonnene Penaltyschiessen gegen Kolumbien der prägende Moment des Turniers. "Das hat viel in den Köpfen verändert."
Finanziell zieht der SFV ebenfalls eine positive Bilanz. Laut Knäbel werden sämtliche Einnahmen wieder in den Schweizer Fussball investiert. "Uns bleiben ungefähr drei Millionen Prämien übrig."
Auch die USA-Reise im vergangenen Jahr bezeichnete Yakin rückblickend als wichtigen Baustein für das erfolgreiche Turnier. "Das hat einen grossen Einfluss gehabt. Es gab uns das nötige Selbstvertrauen gegen Mexiko und die USA, das haben wir für die Qualifikation mitgenommen."
Fussball Fussball A-Nationalmannschaft Fussball International Fussball WM 2026 Gian Menzi Murat Yakin Peter Knäbel