Johan Manzambi fehlte der Schweizer Nati auch im WM-Viertelfinal gegen Argentinien (1:3 n.V.). Sportmediziner Boris Gojanovic erklärte gegenüber Watson, weshalb eine Knieprellung deutlich komplizierter sein kann, als die Diagnose zunächst vermuten lässt.
Die Schweizer Nati musste sich im WM-Viertelfinal dem amtierenden Weltmeister Argentinien nach Verlängerung mit 1:3 geschlagen geben. Neben dem Platzverweis gegen Breel Embolo und dem späten Gegentor durch Julian Alvarez machte sich auch das Fehlen von Johan Manzambi bemerkbar. Der 20-Jährige verpasste nach dem Achtelfinal gegen Kolumbien auch das Duell mit Argentinien wegen einer Knieprellung.
Dass der Offensivspieler trotz der auf den ersten Blick harmlos klingenden Diagnose nicht einsatzfähig war, überrascht Sportmediziner Boris Gojanovic nicht. Gegenüber Watson erklärt der Arzt vom Spital La Tour in Meyrin, dass eine Knieprellung sehr unterschiedlich verlaufen könne.
Im günstigsten Fall handle es sich lediglich um einen direkten Schlag aufs Knie - vergleichbar mit einem blauen Fleck. Mit Kühlung, Schonung und allenfalls Schmerzmitteln könnten Spieler in wenigen Tagen wieder einsatzfähig sein.
Die Verletzung könne allerdings auch deutlich tiefer gehen. Wird der Knochen in Mitleidenschaft gezogen, könne sich Flüssigkeit im Gelenk bilden, das Knie anschwellen und das Auftreten erschweren. In solchen Fällen sei eine Pause von zwei bis drei Wochen keine Seltenheit.
Laut Gojanovic hängt die Einsatzfähigkeit weniger von der Diagnose als vielmehr von den Beschwerden ab. Vor allem Bewegungen wie Antritte, Richtungswechsel oder das Abstützen könnten durch die Schmerzen stark beeinträchtigt werden.
Deshalb sei es auf diesem Niveau kaum möglich, mit einer solchen Verletzung aufzulaufen, wenn ein Spieler nicht vollständig belastbar sei. Ein Einsatz trotz Beschwerden könne zwar in der Regel keine bleibenden Schäden am Knie verursachen, die Heilung jedoch verzögern. Zudem steige das Risiko, sich durch Ausweichbewegungen an anderer Stelle zu verletzen. Für Manzambi kam ein Einsatz gegen Argentinien deshalb letztlich nicht infrage.
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