Argentinien ist gewarnt. Trotz des spektakulären Achtelfinal-Comebacks gegen Ägypten blickt die Presse des Weltmeisters mit grossem Respekt auf die Schweizer Nati. Besonders Granit Xhaka, Gregor Kobel und Manuel Akanji stehen vor dem Viertelfinal im Fokus.
In den K.-o.-Spielen gegen Kap Verde und Ägypten zeigte sich die Albiceleste verwundbar. Im Achtelfinal stand das Team von Lionel Scaloni sogar kurz vor dem Aus. Erst eine spektakuläre Aufholjagd in der Schlussphase - angeführt vom erneut überragenden Lionel Messi - sicherte den Argentiniern doch noch den Einzug in den Viertelfinal.
Trotz des Weiterkommens herrscht daher in den argentinischen Medien durchaus Skepsis. Vor allem die defensive Anfälligkeit wird kritisch thematisiert. Das Portal Rosario3 beschreibt die Schweizer Nati als diszipliniert, robust und defensiv kompakt und fordert gegen das Team von Murat Yakin eine deutliche Leistungssteigerung. Als Schlüsselspieler der Schweiz wird dabei immer wieder Granit Xhaka herausgehoben. Übereinstimmend bezeichnen die argentinischen Medien den Nati-Captain als Taktgeber im Mittelfeld, der unbedingt aus dem Spiel genommen werden müsse. TyC Sports fordert, dass Leonardo Paredes - mittlerweile wieder für Boca Juniors im Einsatz - Xhaka in Manndeckung nehmen soll.
Neben Xhaka warnen die argentinischen Medien auch vor Abwehrchef Manuel Akanji und Torhüter Gregor Kobel. Akanji wird als Abwehrchef von enormer Klasse und Dreh- und Angelpunkt der Schweizer Defensive beschrieben, Kobel gilt nach seinen starken Leistungen an der WM als einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren der Nati. Besonders sein Auftritt gegen Kolumbien inklusive des gehaltenen Penaltys gegen Juan Hernández findet grosse Anerkennung.
Auch Shootingstar Johan Manzambi hat in Argentinien Eindruck hinterlassen. Entsprechend wird sein verletzungsbedingter Ausfall als erhebliche Schwächung für die Schweiz eingestuft. Ohne den Offensivspieler des SC Freiburg fehle der Nati ein wichtiger Unterschiedsspieler und es mangele ihr spürbar an Durchschlagskraft.
Dass die Schweiz nicht unterschätzt werden darf, zeigt für viele argentinische Medien auch der Blick zurück. Wenn sie auf den WM-Viertelfinal blicken, werden sofort Erinnerungen an eines der dramatischsten Duelle an das dramatische Achtelfinal von 2014 in São Paulo wach.
Damals bissen sich die Argentinier unter Nationaltrainer Alejandro Sabella 118 Minuten lang am Schweizer Defensivbollwerk unter Ottmar Hitzfeld die Zähne aus. Erst zwei Minuten vor dem drohenden Penaltyschiessen erlöste damals Angel Di María die Argentinier mit dem 1:0-Siegtreffer, nachdem Lionel Messi zuvor mit einem starken Sololauf die entscheidende Vorlage geliefert hatte. Der Treffer hielt den argentinischen WM-Traum am Leben .
Für Medien wie Clarin oder die Nachrichtenagentur Agencia NA dient dieses Duell heute als mahnendes Beispiel. Die Schweiz von Murat Yakin erinnere mit ihrer taktischen Disziplin, ihrer physischen Präsenz und ihrer defensiven Kompaktheit stark an jene Mannschaft von 2014. Entsprechend warnen die argentinischen Medien eindringlich davor, den Viertelfinalgegner zu unterschätzen. Andernfalls könnte die Albiceleste in Kansas erneut am Schweizer "Cerrojo" (Abwehrriegel) scheitern.
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