Nicht alle Spieler konnten ihr Niveau aus der Hinrunde bestätigen. Während einige Teams in der zweiten Saisonhälfte einbrachen, verloren auch einzelne Leistungsträger komplett den Tritt. Wir zeigen acht Super-League-Spieler, die in der Rüclrunde deutlich abbauten.
In der Hinrundentabelle stellte der FC Basel mit nur 20 Gegentoren die beste Defensive der Liga. Am Rheinknie war man daher zuversichtlich, dass in der zweite Saisonhälfte der nächste Schritt nach vorne gelingen würde - doch es kam anders. In der Rückrunde kassierten nur vier Teams mehr Gegentore als die Basler. Mit ein Grund für den Leistungsabbau der FCB-Defensive war Flavius Daniliuc. Stabilisierte der Österreicher in der Hinrunde die Abwehr noch merklich, zeigte er im Jahr 2026 Schwächen.
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Mitte Februar setzte ihn zudem eine Verletzung ausser Gefecht. In den vergangenen fünf Partien, in denen Daniliuc von Beginn an auflief, kassierte der letztjährige Meister zwölf Gegentore. Dies ist mit ein Grund dafür, warum der FC Basel das europäische Geschäft ziemlich sicher verpassen wird.
Auch der zweite Ligakrösus spielte eine Saison zum Vergessen. Die Berner Young Boys hinkten den Erwartungen meilenweit hinterher, wodurch im Sommer ein grosser Kaderumbruch erfolgen dürfte. Ein Kandidat für einen Abgang ist dabei sicherlich Rayan Raveloson.
Unter Giorgio Contini galt der 29-Jährige noch als Schlüsselspieler, doch seit der Ankunft von Gerardo Seoane in Bern hat sich die Einsatzzeit des zentralen Mittelfeldspielers stetig verringert. Nach dem Jahreswechsel kam Raveloson in der Super League nur noch auf 162 Einsatzminuten - deutlich zu wenig für einen Spieler seiner Gehaltsklasse.
Obwohl die Berner Oberländer auch in der zweiten Saisonhälfte stark aufspielten und entgegen vieler Prognosen nicht einbrachen, gab es in den Reihen des frischgebackenen Meisters auch Spieler, die nicht mehr an ihr gewohntes Leistungsniveau herankamen. Einer davon war Christopher Ibayi. Der Stürmer steuerte 12 seiner insgesamt 13 Skorerpunkte bereits in der Hinrunde bei. Anfang Jahr zog sich der 30-Jährige eine Verletzung zu, woraufhin Brighton Labeau den Platz an der Seite von Elmin Rastoder im Sturmzentrum übernahm.
Da die Thuner zu Beginn des Jahres 2026 alles gewannen, gab es für Ibayi lange keinen Weg zurück in die Startelf. Erst Mitte April durfte der Offensivspieler gegen den FC Basel wieder von Beginn an ran und traf dabei prompt zu seinem zehnten Saisontor. Seither konnte Ibayi allerdings keine weiteren Akzente mehr setzen.
Der französische Flügelspieler Matthias Phaëton wechselte auf diese Saison hin leihweise von ZSKA Sofia zum FC Zürich. Seine Spielzeit steht dabei exemplarisch für die enttäuschende Saison der Stadtzürcher. Zu Beginn hatte der 26-Jährige - wie viele andere Spieler im Kader - Mühe, sich zurechtzufinden. Im Spätherbst zeigte Phaëton unter dem neuen Trainer Dennis Hediger, der Mitchell van der Gaag ersetzt hatte, während einer kurzen Phase starke Leistungen. Doch in der Rückrunde lief auch beim Offensivspieler kaum noch etwas zusammen.
Im Kalenderjahr 2026 steht bislang lediglich ein Treffer auf seinem Konto. Zudem soll es im Frühling zu einer Auseinandersetzung mit dem mittlerweile entlassenen Trainer Hediger gekommen sein, woraufhin Phaëton zwischenzeitlich auf die Tribüne verbannt wurde. Der FCZ verfügt bei Phaëton zwar über eine Kaufoption, diese dürfte nach der enttäuschenden Saison kaum gezogen werden.
Auch ein Spieler des FC St.Gallen schafft es in diese Liste. Cyrill May gehörte gemeinsam mit Alessandro Vogt zu den grossen Aufsteigern der Hinrunde bei den Ostschweizern. Im Gegensatz zum Stürmer-Star konnte der Defensivspieler in der zweiten Saisonhälfte hingegen keine Akzente mehr setzen. Im Januar verpflichteten die Espen mit Colin Kleine-Bekel zusätzliche Konkurrenz für die Defensive. Der Deutsche etablierte sich sofort in der Startformation, wodurch May in der Rückrunde lediglich noch zu zwei Einsätzen kam.
Die Leistungen von Lausanne-Sport wurden in dieser Saison aufgrund der starken Conference-League-Kampagne lange äusserst positiv wahrgenommen. Im Frühjahr folgte ein deutlicher Leistungseinbruch, der Peter Zeidler schlussendlich den Job kostete. Auch Gaoussou Diakité, der in der Hinrunde noch gross aufgespielt hatte, fand nicht mehr richtig zu seiner Form. Die Salzburg-Leihgabe stellte bei den Kantersiegen gegen YB und Basel die gegnerischen Defensiven phasenweise fast im Alleingang vor grosse Probleme. Im Jahr 2026 war von diesem Spielwitz allerdings nur noch selten etwas zu sehen, weshalb Lausanne die Saison wohl im Niemandsland der Tabelle beenden wird. Der 20-Jährige dürfte in der kommenden Saison zu seinem Stammverein zurückkehren. Dort wird Diakité allerdings beweisen müssen, dass er sein Potenzial auch über eine gesamte Saison hinweg konstant abrufen kann.
Der 19-jährige Offensivspieler ist einer von vielen Luzerner Nachwuchsspielern, die in den vergangenen Jahren beim FC Luzern den Durchbruch geschafft haben. Mario Frick schenkte Ferreira zu Beginn der Saison überraschend das Vertrauen - und dieser zahlte es gleich am ersten Spieltag mit einem Treffer gegen die Grasshoppers zurück. Der portugiesische Juniorennationalspieler überzeugte in der Hinrunde mit konstant starken Leistungen, weshalb er zwischenzeitlich sogar mit einem Transfer ins Ausland in Verbindung gebracht wurde. In der Rückrunde wurde es indes etwas ruhiger um den Offensivspieler. Ein Blick auf die Statistik zeigt dies deutlich: Nur zwei seiner insgesamt neun Scorerpunkte gelangen ihm in der zweiten Saisonhälfte.
Wir schliessen die Liste mit einem Spieler ab, für den die Saison äusserst enttäuschend verlief. FCZ-Urgestein Yanick Brecher verlor im Jahr 2026 seinen Stammplatz und musste dem talentierten Silas Huber weichen. Dieser konnte zwar ebenfalls nicht verhindern, dass die Stadtzürcher nochmals beinahe in den Abstiegskampf hineingezogen wurden, etablierte sich jedoch nachhaltig als neue Nummer 1. Nach der laufenden Saison wird Brecher seine Karriere beenden, wie der Verein am Mittwochabend bekannt gegeben hat.
Der 32-Jährige bekam wenige Runden vor Schluss unter Interimstrainer Carlos Bernegger noch einmal seine Chance, patzte allerdings im Spiel gegen Lausanne gleich mehrfach und fand sich bereits in der nächsten Partie erneut auf der Ersatzbank. Die Rolle als Ersatz dürfte bei Brecher auch eine Rolle in seiner Zukunftsplanung gespielt haben.
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