Der Monat Juli stand ganz im Zeichen des Frauenfussballs. Die Frauen-EM in der Schweiz hat sämtliche Erwartungen übertroffen, weswegen dieses Ereignis logischerweise einen grossen Stellenwert einnimmt, wenn wir die High- und Lowlights des letzten Monats im Fussball nochmals Revue passieren lassen.
Nicht einmal die kühnsten Optimisten hätten sich wohl erträumen lassen, welch grosse Euphorie die Women's EURO 2025 hierzulande auslösen wird. Die Frauen-EM 2025 war perfekt organisiert, wofür die Schweiz auch aus dem Ausland ganz viel Lob und Anerkennung erhalten hat. Auch die Schweizer Frauennati um Captain Lia Wälti hat ihren Teil dazu beigetragen, dass die Schweiz knapp einen Monat lang im Frauenfussball-Fieber gewesen ist.
Schliesslich hat die Mannschaft von Trainerin Pia Sundhage Geschichte geschrieben und sich erstmals für ein Viertelfinale an einer Endrunde qualifiziert. Dort waren dann die amtierenden Weltmeisterinnen aus Spanien zu stark, trotzdem haben sich viele Schweizerinnen und Schweizer in unsere Frauennati verliebt. Auch unsere Nati-Cracks haben unvergessliche Emotionen erlebt, welche sie ein Leben lang in ihrem Herzen tragen werden.
Auch abseits des Rasens ging es an der WEURO 2025 sehr harmonisch zu und her, gab es doch keine Ausschreitungen, während die ganz grosse Stärke des Fussballs auch dank der tollen Fanmärsche so richtig zelebriert wurde. Keine andere Sportart hat die Fähigkeit, derart viele Menschen aus unterschiedlichsten Gruppen miteinander verbinden zu können. Die Schweiz erlebte ein wahres Fussballfest und dafür gebührt allen Beteiligten (Organisatoren, Volunteers, Spielerinnen, Fans, etc.) ein ganz grosses Dankeschön! Bleibt zu hoffen, dass der Frauenfussball-Boom nun auch ausgenutzt werden kann, dann sieht die Zukunft der Schweiz in diesem Bereich definitiv rosig aus.
Eine ganz grosse Geschichte an der Frauen-EM schrieb die Engländerin Lucy Bronze, deren Ausmass erst unmittelbar nach dem Finale bekannt geworden ist. Die 33-Jährige verteidigte mit ihrem Land erfolgreich den Europameistertitel und sie selbst hat dafür definitiv alles in die Waagschale geworfen. Nach dem Finale gab sie nämlich zu, dass sie die gesamte EM mit einem gebrochenen Schienbein absolviert hat.
Dies ist eine unfassbare Willensleistung, wenn man bedenkt, dass sie insgesamt 598 Minuten auf dem Rasen gestanden ist und es sich dabei nicht einmal hat anmerken lassen, dass sie mit körperlichen Problemen zu kämpfen hat. Laut Experten handelte es sich bei ihr wohl um eine Stressfraktur, was ein feinerer, aber schmerzhafter Riss im Schienbein gewesen sein dürfte, der sich durch Dauerbelastung hätte verschlimmern können.
Im Finale verletzte sie sich dann noch zusätzlich. "Heute habe ich mir noch das andere Knie verletzt", wie sie bei BBC verraten hat. "Ich bekam nach dem Schweden-Spiel schon so viel Lob von den Mädels – ich hatte viele Schmerzen. Aber wenn das der Preis ist, um für England zu spielen, dann tue ich das."
Es ist eine mentale Grossleistung, die die Engländerin da an den Tag gelegt hat und dafür auch gelobt wurde. "Ich meine das im positivsten Sinne – aber sie ist nicht menschlich", so ihre frühere Teamkollegin Ellen White. "Ich liebe und bewundere sie – sie ist das Sinnbild von England." Sie sei einfach eine "absolute Legende des Frauenfussballs", wie die englische Ex-Kapitänin Steph Houghton zusammenfasste.

Am 25. Juli fiel bekanntlich der Startschuss für die Saison 2025/26 und mit Winsley Boteli (FC Sion) sowie Lucas Ferreira (FC Luzern) avancierten gleich zwei Youngster zu den grossen Matchwinnern. Beide erzielten in ihrem jeweils ersten Super-League-Spiel ihr erstes Tor und bei beiden war es der siegbringende Treffer zum 3:2-Endstand für ihr Team. Lustigerweise trafen beide sechs Minuten nach ihrer Einwechslung und dies ist noch nicht genug der Parallelen, konnten doch beide sogar im gleichen Stadion treffen. Der FC Sion (3:2 beim FCZ) und der FC Luzern (3:2 gegen GC) waren zum Saisonstart im Letzigrund gefordert.
Auch wenn es womöglich andere Meinungen geben wird, finden wir, dass Steven Zuber mit seinem emotionalen Interview nach der für den FCZ so bitteren und unnötigen Pleite gegen den FC Sion für ein Highlight gesorgt hat. Dies darum, weil er seinen Emotionen freien Lauf gelassen und keinen Hehl aus seiner grossen Enttäuschung (als auch Wut) gemacht hat. Wenn dann auch noch Fragen dazukommen, die in einem solch emotionalen Moment schwieriger zu handeln sind, kommt eine explosive Mischung daraus hervor. Als Zuschauer macht es auf jeden Fall deutlich mehr Spass, solche Dialoge erleben zu dürfen als 08/15-Interviews nach den Partien, wo man für quasi jede Antwort des Spielers einen "Fünfliber ins Phrasenschwein" geben müsste.
An der Frauen-EM in der Schweiz gab es auffällig viele Strafstösse, die verschossen wurden. So konnten beispielsweise vor dem Elfmeterschiessen zwischen Deutschland und Frankreich im Viertelfinale sage und schreibe 14 von 26 Versuchen nicht verwandelt werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass nur 46 Prozent den Weg ins Tor gefunden haben.
Über die gesamte EM (inklusive Elfmeterschiessen) gesehen, landeten letztlich 23 von 50 Versuchen nicht im Netz, was bedeutet, dass fast die Hälfte aller Penaltys verschossen wurden (46%). Damit wurden nur 54% verwertet, was deutlich unter dem eigentlich schwankenden Wert für einen verwandelten Elfmeter zwischen 75% und 80% liegt. In Sachen Nervenstärke gibt es bei den Frauen also noch Luft nach oben.
Die Genfer haben in der 2. Quali-Runde für die UEFA Champions League gegen Viktoria Pilsen eine riesige Chance verpasst, mit einem Weiterkommen bereits eine Ligaphase für einen europäischen Bewerb zu buchen. Dabei war die Ausgangslage derart vielversprechend, konnte man doch in Tschechien einen (wenn auch sehr schmeichelhaften) 1:0-Hinspielsieg einfahren.
Im heimischen Stade de Genève verpasste man dann aber aufgrund einer unnötigen und selbstverschuldeten 1:3-Pleite den Sprung in die nächste Runde, weswegen man jetzt in der 3. Quali-Runde der Europa League gegen Utrecht antreten muss. Mit drei groben Eigenfehlern haben die Genfer dem Gegner den Sieg quasi geschenkt.
Beim 1:2 machte Goalie Joël Mall eine schlechte Figur, dann kassierte Verteidiger Yoan Severin nur drei Minuten, nachdem der Gegner Rot kassiert hatte, nach einer unnötigen Aktion im Mittelfeld seine zweite Gelbe Karte, womit man den womöglich entscheidenden Vorteil leichtsinnig aus der Hand gab. Beim 1:3 sah Youngster Théo Magnin ganz schwach aus und verursachte einen Elfmeter. Vor allem auch aus Sicht der Schweiz in der Fünfjahreswertung wirklich schade, dass die Genfer diese grosse Chance verschenkt haben.
Nebst den Genfern konnte sich auch der FC Lugano nicht gerade mit Ruhm bekleckern. Gegen Cluj erzielte man in der Quali-Runde für die Europa League in zwei Spielen kein Tor, weswegen man sich letztlich mit 0:1 nach Verlängerung geschlagen geben musste. Die Tessiner haben nun in der Conference-League-Qualifikation die letzte Chance auf das Erreichen einer europäischen Ligaphase.
Das Fussballgeschäft ist manchmal ein dreckiges Business, wie derzeit die Transferposse um Ardon Jashari vermuten lässt. Der Brügge-Spieler hat sich klar positioniert und will unbedingt zur AC Milan wechseln, doch sein Verein, wo er noch einen gültigen Vertrag bis 2029 besitzt, lässt den Nati-Crack bis dato nicht ziehen.
Aus Medien ist zu hören, dass Brügge darauf hofft, den Schweizer Mittelfeldspieler nach England verkaufen zu können, weil die Premier League bekanntlich höhere Ablösesummen zahlt. Und dies, obwohl Jashari selbst deutlich klargestellt hat, dass er nur zu den Rossoneri wechseln will. Milan bot zuletzt 33,5 Mio. Euro plus Bonuszahlungen und ging damit an die eigene Schmerzgrenze. Nun will Jashari selbst einen Wechsel erzwingen, indem er den Brügge-Verantwortlichen mitgeteilt haben soll, dass er keinesfalls mehr für die Belgier auflaufen will.
Ob sich der Club Brügge dadurch unter Druck setzen und letztlich nachgeben wird, wird sich erst noch zeigen. Auf jeden Fall wirft es derzeit nicht gerade das beste Licht auf die Beteiligten; weder auf den belgischen Topclub, noch auf Ardon Jashari, bei dem vor allem die Luzerner beim Verfolgen der Geschichte ein Déjà-vu-Erlebnis haben werden und man sich fragen muss, ob sein Verhalten ihm letztlich nicht sogar mehr schaden als helfen wird? Affaire à suivre...
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