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Der Platzverweis gegen Embolo läutete das Ende der Schweizer WM-Reise ein

Aus im WM-Viertelfinale

Der amtierende Weltmeister Argentinien beendet die Schweizer WM-Reise. Die Nati war phasenweise gar das stärkere Team, belohnte sich mit dem Ausgleich. Ein Platzverweis gegen Breel Embolo sollte aber den Wendepunkt darstellen.

Mutige Schweizer bekamen die überwiegend südamerikanischen Fans im Stadion in Kansas City in den Startminuten zu sehen. Dem Team von Murat Yakin war nicht anzumerken, dass es das erste WM-Viertelfinale seit 1954 bestreitet.

Dass mit dem amtierenden Weltmeister eine ungemein schwierige Aufgabe auf dem Rasen gegenüberstehen wird, zeigte sich auch beim Blick auf die Startaufstellung. Auf neun Positionen war die argentinische Startelf identisch mit jener Aufstellung, die 2022 im WM-Finale auf dem Rasen stand. In der Schweizer Startelf ersetzte Djibril Sow im Mittelfeld Ardon Jashari. Damit vertraute Yakin auf jene Elf, die im Achtelfinale gegen Kolumbien in die zweite Halbzeit starteten.

Beim letzten Aufeinandertreffen im WM-Achtelfinale 2014 fiel das erste und einzige Tor erst nach 118 Minuten. Dieses Mal dauerte es keine zehn Minuten, bis der Ball in den Maschen zappelte. Lionel Messi fand mit seiner Eckball-Flanke den Kopf von Alexis Mac Allister (10.), der zum 1:0 für Argentinien einköpfen konnte. Mac Allister stahl sich im Rücken von Gegenspieler Breel Embolo davon und profitierte davon, dass Djibril Sow knapp unter der Flanke hindurchtauchte. Erstmals seit dem Nations-League-Spiel gegen Spanien im November 2024 sah sich die Schweizer Nati in einem Pflichtspiel mit einem Rückstand konfrontiert.

Abgesehen von dieser Standardsituation liess die Schweiz in der ersten Halbzeit keinen einzigen argentinischen Abschluss aufs Tor zu. Umso ärgerlicher war der einfache Gegentreffer durch eine Standardsituation. Selbst ging von der Nati kaum Torgefahr aus, es gelang nicht, die Offensivkräfte regelmässig in Szene zu setzen. Am vielversprechendsten war ein Steilpass auf Breel Embolo, der sich im Laufduell mit Cristian Romero zwar behaupten konnte, Torhüter Emiliano Martinez spitzelte dem Schweizer Stürmer aber den Ball vom Fuss. So führte ein effizient auftretender Weltmeister zur Pause mit 1:0.

Auf den Ausgleich folgt der Platzverweis

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine deutlich munterere Partie. Der aufgerückte Nahuel Molina verpasste sein Ziel mit einem Versuch aus der Distanz. Im Gegenzug hatte Embolo das Auge für seinen Mitspieler. Dan Ndoye zögerte im Zentrum mit dem Abschluss allerdings zu lange, sodass er schlussendlich in den argentinischen Block schoss. Zwar wurde die Aktion noch wegen einer Abseitsposition von Embolo zurückgepfiffen, sie sollte den Schweizern aber deutlich machen, dass hier etwas möglich wäre.

Weil die Albiceleste ihrerseits im Vergleich zu den ersten 45 Minuten nicht zusetzte, übernahm die Schweiz immer mehr das Spieldiktat und tastete sich immer näher an einen Treffer heran. Zweimal innerhalb weniger Minuten prüfte Embolo um die Stundenmarke herum Martinez mit einem Kopfball. Dann war es Granit Xhaka mit einem tückischen Distanzschuss, doch der argentinische Torhüter hielt seinen Kasten sauber.

Ein Schweizer Treffer lag förmlich in der Luft und er fiel in der 67. Minute. Nach einem Doppelpass mit Ricardo Rodriguez drang Dan Ndoye von links in den Strafraum ein und erhielt genügend Freiraum, um zum 1:1 einzuschiessen. Der Schweizer Auftrieb wurde aber noch vor der üblichen Trinkpause arg ausgebremst.

Leandro Paredes wurde für ein vermeintliches Foulspiel an Breel Embolo verwarnt. Der Unparteiische wurde in der Folge an den Bildschirm gebeten. Die TV-Bilder deckten eine offensichtliche Schwalbe des Schweizer Stürmers auf. Weil Embolo zu diesem Zeitpunkt bereits verwarnt war, sah er in der 72. Minute die Gelb-Rote Karte. Seit dieser Weltmeisterschaft kann per VAR auch eingegriffen werden, wenn in einer Szene eine Karte gegen eine falsche Person ausgesprochen wurde, auch wenn es sich um das gegnerische Team handelt.

Nach dem Platzverweis veränderte sich das Spiel schlagartig. Die Schweiz wurde in die Defensive gedrängt. Mit den Wechseln brachte Yakin mit Miro Muheim und Silvan Widmer für Fabian Rieder und Djibril Sow deutlich defensiveres Personal ins Spiel. So wirklich gefordert war Torhüter Gregor Kobel aber erst tief in der Nachspielzeit, den Abschluss von Lautaro Martínez parierte er souverän. Wie schon 2014 ging aus den ersten 90 Minuten kein Sieger hervor.

Breel Embolo war nach dem Platzverweis untröstlich.

Alvarez' Weltklasse hebelt den Schweizer Abwehrriegel aus

An der Spielweise änderte sich in der Verlängerung vorerst nichts. Eine Fünferabwehrkette, mit dem für Ricardo Rodriguez eingewechselten Eray Cömert, sollte die Gefahr vor dem Schweizer Tor fernhalten. Der Ball zirkulierte durch die argentinischen Reihen, die ganz grossen Torchancen blieben allerdings eine Seltenheit. Mit einem Schuss ins Aussennetz sorgte Lautaro Martínez für ein Raunen auf den Rängen.

Solidarisch verteidigende Schweizer hielten weiter dagegen, mit der einzigen Hoffnung, abermals im Elfmeterschiessen eine Runde weiterzukommen. Die Schlinge zog sich allerdings immer weiter zusammen. Kobel parierte Lionel Messis Distanzschuss, die Argentinier blieben aber gleich am Drücker und Julian Alvarez (112.) schlenzte den Ball aus etwa 18 Metern ins weite Eck - ein Weltklasse-Tor und ein Stich ins Schweizer Fussballherz.

Die endgültige Entscheidung fiel dann in der Nachspielzeit der Verlängerung. Die Argentinier konterten die Schweiz, die alles nach vorn warf, aus und Martinez (121.) verwandelte einen Abpraller bei Kobel zum 3:1. Damit wird Argentinien am kommenden Mittwoch im Halbfinale auf England treffen.

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2026-07-12 05:59:40

Event

12.07.2026 03:00
Argentinien 3:1 Schweiz

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