sport.ch

Die Schweizer Nati beendet die WM-Karriere von Messi und bekommt es dann mit Haaland zu tun

Die Redaktion tippt die WM-Viertelfinals

Die Schweiz hat es endlich geschafft und die Viertelfinals einer WM erreicht. Gemeinsam mit sieben weiteren Nationen lebt also der Traum des grossen Coups weiter. Es ist eine Phase, in der alles möglich ist, wie vergangene Jahre immer wieder gezeigt haben. Wir haben in der Redaktion die Viertelfinals prognostiziert.

Die letzte Weltmeisterschaft, jene 2022 in Katar, soll der Schweiz Mut geben. Grosse Nationen wurden damals von etwas kleineren Nationen in die Schranken gewiesen. Marokko schaltete beispielsweise im Viertelfinale doch eher überraschend die Portugiesen aus, Kroatien setzte sich gegen Brasilien durch – wobei Kroatien nach dem Vize-Weltmeistertitel 2018 natürlich nicht mehr ein ganz kleines Land war.

Trotzdem sind es zwei gute Beispiele dafür, dass ein Land, das als Team auftritt, die Grossen durchaus ärgern kann. Als Team hat es die Schweiz in diesen Viertelfinal geschafft und gezeigt, wie solidarisch sie kämpfen kann, auch wenn der Gegner bessere Phasen hat.

Ein Blick auf die bisherigen Direktduelle zeigt allerdings, wie schwierig es werden dürfte, die Argentinier zu bezwingen. Siebenmal hat die Nati bisher gegen die Südamerikaner ein Spiel ausgetragen – zweimal bei einer Weltmeisterschaft, fünfmal in Freundschaftsspielen.

Gewinnen konnte die Schweiz dabei noch nie. Noch immer schmerzhaft ist die Erinnerung ans letzte Duell an der WM 2014. Im Achtelfinale zeigte die Nati ihr Kämpferherz, doch Ángel Di María besiegelte das Schicksal der Schweizer tief in der Verlängerung. Dass Blerim Dzemaili in der 121. Minute seinen Kopfball an den Pfosten setzte, schmerzt zusätzlich.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Im Gegensatz zur WM 1966, als man 0:2 verlor, oder beim Testspiel 1980 und der 0:5-Niederlage, fand die Schweiz zuletzt immer mehr Mittel und gestaltete die Partien viel ausgeglichener. 2007 gab es beispielsweise ein Freundschaftsspiel, in dem sogar 1:1-Unentschieden gespielt werden konnte. Marco Streller glich damals die Partie aus.

In diesem Jahr sucht die Schweiz also den ersten Sieg gegen Argentinien. Die Chancen dazu standen selten besser. Die Nati hat gegen Kolumbien gezeigt, dass sie mit Rückschlägen umgehen kann, und nicht von einem einzigen Spieler abhängig ist – auch wenn dies nach der Verletzung von Johan Manzambi befürchtet wurde.

Im Vergleich zu vorherigen Duellen ist die Schweiz vor allem in der Innenverteidigung besser aufgestellt. Bei den Niederlagen war es stets ein Abwehrchef und ein auf diesem Niveau eher unerfahrener oder unsicherer Spieler nebenan.

In diesem Jahr hat die Nati ein Top-Innenverteidigerduo. Manuel Akanji zeigt seit Jahren auf Weltklasse-Niveau seine Leistungen, neben ihm ist Nico Elvedi zu einer absoluten Bank gereift, der an diesem Turnier absolut zuverlässig agiert und in allen Gruppenspielen und den beiden K.-o.-Duellen jeweils einer der Besten war.

Unsere Prognose: Die Schweiz revanchiert sich für 2014 und gewinnt mit 2:1 nach Verlängerung.

Frankreich 3:1 Marokko

Wir haben zuvor bereits den Lauf Marokkos bei der WM 2022 angesprochen. Dieser endete im Halbfinale schmerzhaft, Frankreich war im Halbfinale schlichtweg eine Nummer zu gross. Theo Hernandez und Randal Kolo Muani waren damals für das 2:0 von "Les Bleus" verantwortlich.

Die beiden Mannschaften trafen zuvor fünfmal aufeinander – mit ganz unterschiedlichen Ausgängen der Partien. 2007 beispielsweise erreichte Marokko in einem Testspiel vor 78.000 Zuschauern ein 2:2, 1998 gab es in einem Freundschaftsspiel gar ein 8:7 nach Elfmeterschiessen. Die restlichen drei Spiele gingen aber immer zu Gunsten der Franzosen aus.

Im Boston Stadium von Foxborough gibt es einen absoluten Kracher zu erwarten. Beide Nationen spielen derzeit mit der wohl besten Elf, die je auf dem Platz stand. Besonders bei Marokko gibt es seit einigen Jahren kein Halten mehr, die Lücke zur Weltspitze wurde endgültig geschlossen.

Trotzdem ist es die individuelle Klasse der Franzosen, die sich unserer Meinung nach schlussendlich durchsetzen wird. Kylian Mbappé zeigt bei diesem Turnier einmal mehr, dass er für die WM gemacht ist. Zudem hat er mit Michael Olise und Ousmane Dembélé zwei Offensiv-Kompanen, die ihn jeweils perfekt bedienen.

Spanien 2:1 Belgien

23-mal gab es dieses Duell in der Geschichte bereits, dabei vor allem in der etwas jüngeren Vergangenheit überraschend selten in Freundschaftsspielen. Das letzte Aufeinandertreffen war allerdings ein Testspiel im September 2016, in dem Spanien dank zwei Toren von David Silva problemlos mit 2:0 gewinnen konnte.

Allgemein sieht die Bilanz der Belgier gegen die Iberer nicht wahnsinnig gut aus – bei 23 Spielen gab es zwölfmal einen spanischen Sieg, sechsmal gewannen die Belgier. In den letzten acht Duellen konnte Belgien nie gewinnen, darunter bei der Niederlage in der Gruppenphase der WM 1990.

Hoffnung dürfte den Belgiern das Duell an der WM zuvor geben, damals ebenfalls im Viertelfinale. Dort hatte Belgien bereits in der regulären Spielzeit den Sieg vor den Augen. Nachdem Spanien in der 85. Minute ausgleichen konnte, fand die Partie ihren Sieger im Elfmeterschiessen. Damals hatten die Belgier das bessere Ende für sich und zogen ins Halbfinale ein.

In diesem Jahr sind die Vorzeichen ganz anders, wenn auch nicht mehr ganz so extrem wie noch vor wenigen Tagen. Eigentlich dachte man, dass es eine Frage der Zeit ist, bis die Belgier ausscheiden. Gegen die USA zeigten die "Red Devils" allerdings eine starke Leistung und waren zum ersten Mal auch defensiv mehr oder weniger solide.

Spanien seinerseits hatte mit Portugal im Achtelfinale einen happigen Brocken zu bezwingen. "La Furia Roja" war im iberischen Duell aber spielbestimmend und kam in der Nachspielzeit doch noch zum Siegtreffer. Einziges Manko bisher: Viele Spielzüge versanden, da ein klassischer Mittelstürmer fehlt und die Zuspiele zur Mitte häufig keinen Abnehmer finden.

Am Ende setzt sich Spanien in diesem Duell wohl durch, da wir die belgische Hintermannschaft für zu wenig sattelfest halten, um über 90 Minuten dem spanischen Andrang standzuhalten.

Norwegen 2:1 n.V. England

Für die Norweger sah es in diesem Duell in der Vergangenheit nur selten gut aus. In den Qualis zu den Weltmeisterschaften 1982 und 1994 gab es aber immerhin zweimal einen Sieg. So haben die Skandinavier in Pflichtspielen gegen die Engländer aus vier Spielen tatsächlich eine positive Bilanz von zwei Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage.

Das letzte Duell zwischen diesen beiden Mannschaften gab es im September 2014 bei einem Testspiel. Wie schon im Mai 2012 setzten sich die "Three Lions" damals mit 1:0 durch, dank eines Elfmeters von Wayne Rooney. Die Norweger haben damals aber schon gezeigt, dass sie nur schwierig zu knacken sind.

Dies konnten sie an diesem Turnier lange nicht zeigen, kassierten in allen Gruppenspielen mindestens ein Gegentor. Allzu dramatisch muss man aber vor allem die vier Gegentore gegen Frankreich nicht nehmen: Zum einen wegen der Klasse von Frankreich, zum anderen liess Trainer Stale Solbakken die B-Elf auflaufen.

Einen entscheidenden Faktor, den die Norweger dafür aber haben, ist Erling Haaland. Der ManCity-Stürmer sorgte gegen die Elfenbeinküste eher kurios für die Entscheidung und war gegen Brasilien mit zwei Toren der überragende Mann.

England seinerseits enttäuschte in diesem Turnier lange, war hauptsächlich von zwei Spielern abhängig. Auf Harry Kane war einmal mehr Verlass: Der Stürmer des FC Bayern München gehört zu den auffälligsten Figuren im Spiel der Engländer und steht bereits bei sechs Toren. Mit vier Toren ist aber auch Jude Bellingham nicht weit von ihm entfernt. Der 23-Jährige spielt seine Qualitäten nach einer mässigen Saison mit Real Madrid vollends aus.

Schlussendlich glauben wir aber, dass, wenn es eine Verteidigung gibt, die Harry Kane stoppen kann, die grossgewachsene Abwehr der Norweger ist. Wie bei den Schweizern wird es auch hier die Solidarität der Mannschaft sein, die ausschlaggebend für den Erfolg gegen den Favoriten sein wird.

Argentinien Belgien (Fussball) Dominic Hodel England (Fussball) Frankreich (Fussball) Fussball Fussball A-Nationalmannschaft Fussball Nationalmannschaften Fussball WM 2026 Marokko Norwegen (Fussball) Spanien (Fussball)

2026-07-08 14:57:14