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Ein weiterer Schachzug führt die Nati ins Viertelfinale und drei Favoriten straucheln

Die Redaktionstipps zum WM-Achtelfinale

Da waren es nur noch 16. Nach den Sechzehntelfinals geht es Schlag auf Schlag weiter. Bereits am Samstagabend eröffnet Co-Gastgeber Kanada die nächste Runde, die Schweiz spielt dann als letztes Team am Dienstag. Wir als Redaktion haben uns in einer Prognose zum Achtelfinale versucht.

Seit Samstagmorgen ist bekannt, dass die Schweiz am 7. Juli, um 22:00 Uhr Schweizer Zeit, auf Kolumbien treffen wird. Die Mannschaft von Murat Yakin trifft dabei auf ein Team, das aus viel mehr als nur den beiden Superstars Luis Diaz und James Rodriguez besteht. Dies zeigte die Partie der Südamerikaner gegen Ghana, in der sie 90 Minuten das bessere Team waren.

Ein grosses Manko gab es allerdings auch in dieser Partie: die Chancenverwertung. Trotz 20 Schüssen gab es für die Kolumbianer nur einmal ein Vorbeikommen an Lawrence Ati Zigi, der starke sieben Paraden zeigte und so die Hoffnung Ghanas auf einen Ausgleich bis zum Schluss am Leben hielt. Der Sieg Kolumbiens war schlussendlich aber trotzdem hochverdient.

Die Schweiz ihrerseits zeigte sich gegen Algerien über rund 60 Minuten äusserst effizient, liess erst, als die Partie schon mehr oder weniger entschieden war, einige gute Chancen ungenutzt. Ein entscheidender Faktor war auch Denis Zakaria, der als Rechtsverteidiger viel Schwung nach vorne brachte und defensiv solide stand. Einmal mehr war es ein kluger Schachzug von Nati-Trainer Murat Yakin – auch für das Spiel gegen Kolumbien wird er einen solchen, schlussendlich entscheidenden Schachzug geplant haben.

Wir tippen auf einen 2:1-Sieg der Schweiz!

Kanada 0:2 Marokko

In letzter Minute sicherte sich Co-Gastgeber Kanada das Achtelfinal-Ticket. Noch dramatischer verlief der Sechzehntelfinal der Marokkaner, die erst im Elfmeterschiessen die Niederlande ausschalteten. Die Nordafrikaner sind allerdings deutlich stärker einzuschätzen, werden gegen die Kanadier wohl nichts anbrennen lassen.

Die Kanadier allerdings haben noch eine Rechnung zu begleichen. Dieses Duell gab es nämlich bereits bei der WM 2022, damals allerdings noch in der Gruppenphase. Mit einem knappen 2:1-Sieg setzte sich Marokko damals durch, die kanadische Mannschaft ist nun aber deutlich stärker einzuschätzen.

Paraguay 1:2 n.V. Frankreich

Alle haben sich auf ein Duell zwischen Deutschland und Frankreich gefreut, die Paraguayer hatten allerdings etwas dagegen. Sensationell schalteten die Südamerikaner die Deutschen aus. Frankreich zeigte sich gegen Schweden von seiner besten Seite und gewann klar.

Dieses Duell gab es bereits zweimal bei einer WM. 1958 gewannen die Franzosen klar mit 7:3. 1998 konnten sich "Les bleus" erst mit dem Golden Goal durchsetzen. Es zeigt, dass es bei der WM keine einfachen Spiele gibt – auch nicht für einen späteren Weltmeister. Wiederholt sich die Geschichte von 1998, als Frankreich, angeführt von Zinedine Zidane, am Schluss den Pokal holte?

Brasilien 4:5 n.P. Norwegen

Nicht viel Kredit bekamen vor der WM die Brasilianer. Der Rekordweltmeister spielte zu Beginn gegen Marokko unentschieden, erfüllte die zwei Pflichtaufgaben gegen Schottland und Haiti dann aber souverän. Gegen Japan gab es im Sechzehntelfinale einen Last-Minute-Sieg, die zweite Halbzeit gehörte aber klar der "Selecao".

Norwegen bestätigt bisher den Status als "Geheimfavorit". Das Team mit der unglaublich starken Offensive um Erling Haaland gewann erst gegen den Irak und Senegal, ehe man gegen Frankreich mit der B-Elf antrat. Dies zahlte sich aus, im Sechzehntelfinale wurde die Elfenbeinküste ausgeschaltet.

In dieses Duell dürften die Skandinavier auch dank eines Blickes in die Vergangenheit mit breiter Brust gehen. Bei der WM 1998 gewann Norwegen das Gruppenspiel mit 2:1. Norwegen ist übrigens weltweit die einzige Nation, die bei mindestens einem ausgetragenen Spiel, noch nie gegen Brasilien verloren hat (4 Spiele, 2 Siege, 2 Unentschieden).

Mexiko 2:1 England

Mexiko reitet weiterhin auf der Erfolgswelle. Getragen vom heimischen Publikum sind die Mexikaner noch ungeschlagen und auch noch ohne Gegentor. Gegen Ecuador liess die Mannschaft von Javier Aguirre nichts anbrennen und zog souverän in die Achtelfinals ein.

Alles andere als souverän waren die bisherigen Auftritte von England. Die "Three Lions" stehen weiterhin bei einer einzigen guten Halbzeit an dieser WM - im ersten Spiel gegen Kroatien. Im Sechzehntelfinale taten sich die Engländer erstaunlich schwer und mussten sich einmal mehr auf Harry Kane verlassen.

Auf Harry Kane war bisher Verlass.

An der WM 1966 setzte sich England mit 2:0 durch, wurde anschliessend bekanntlich durch das legendäre "Wembley Goal" Weltmeister in der Heimat. Die Vergangenheit lässt definitiv nicht auf einen Sieg Mexikos schliessen, dieses Mal ist jedoch Mexiko das Heimteam und kann sich von der elektrisierenden Stimmung im Aztekenstadion tragen lassen.

Portugal 3:2 n.V. Spanien

Die Portugiesen zeigten sich bisher uninspiriert. Wie die Mannschaft um Captain Cristiano Ronaldo bisher weitergekommen ist, erinnert stark an den Lauf, der 2016 den Europameistertitel einbrachte. Wenig eigene Tore gab es – abgesehen vom klaren 5:0 gegen Usbekistan – und wenn es sie gab, kamen sie spät.

Spanien seinerseits enttäuschte zum Auftakt mit einer Nullnummer gegen Kap Verde, steigerte sich dann aber gegen Saudi-Arabien und Uruguay deutlich und liess auch den Österreichern keine Chance. Lamine Yamal kann wieder von Beginn weg spielen, blieb aber trotz viel Elan bisher eher glücklos.

Lamine Yamal ist allerdings auch einer der Gründe für unsere Prognose. Der zweite, noch etwas grössere Grund, ist Nuno Mendes. Kaum einer versteht es so gut, Yamal aus dem Spiel zu nehmen. In den letzten beiden Direktduellen wurde der Portugiese jeweils zum Spieler des Spiels gewählt, unter anderem beim Nations-League-Triumph im letzten Sommer.

USA 1:2 Belgien

Die USA spielten sich zu Beginn des Turniers in einen Rausch. Nach den Siegen über Paraguay und Australien gab es gegen die bereits ausgeschiedenen Türken allerdings einen Rückschlag. Im Sechzehntelfinale hatten die "US Boys" mit Bosnien keine Mühe, verloren aber aufgrund einer Roten Karte Toptorschütze Folarin Balogun.

Wie so oft zeigt sich Gegner Belgien nicht in seiner besten Verfassung, war bereits vor dem letzten Gruppenspiel gegen Neuseeland (5:1-Sieg) unter Druck, und stand im Sechzehntelfinale ganz nahe vor dem Ausscheiden. Gegen Senegal drehten die "roten Teufel" ein 0:2 nach der 85. Minute noch. Der Spielverlauf und die Wechsel dürften nun aber auch Trainer Rudi Garcia geweckt haben.

Bei einer WM gab es dieses Duell bisher zweimal. 1930 – bei der allerersten Austragung – setzten sich die USA mit 3:0 durch. 2014 zog Belgien nach einem 2:1-Sieg nach Verlängerung in den Viertelfinal ein. Im März ging das Testspiel mit 5:2 klar an Belgien.

Argentinien 2:0 Ägypten

Zu sagen, Argentinien ist weiterhin makellos, fühlt sich nach dem dramatischen Sechzehntelfinale gegen Kap Verde komisch an. Trotzdem stehen vor dem Achtelfinale vier Siege für das Team um Lionel Messi zu Buche. Der Superstar war dabei mit sieben Toren die überragende Figur.

Ägypten kam nach zwei Unentschieden gegen den Iran und Belgien und einem Sieg über Neuseeland als Zweiter weiter und hatte das Glück, mit Australien auf einen der schwächeren Gruppenzweiten zu treffen. Dabei war das Team um Mohamed Salah zwar das bessere Team, allerdings häufig zu wenig zwingend. Im Elfmeterschiessen war es dann Kopfsache.

Ein Blick in die Vergangenheit lässt allerdings die euphorischen Ägypter erstarren. Zwei Duelle gab es bisher zwischen diesen beiden Nationen. Bei den Olympischen Spielen 1928 gewann Argentinien gleich mit 6:0, in einem Freundschaftsspiel 2008 mit 2:0. An der Bilanz dürfte sich nach dem Achtelfinale nicht viel ändern.

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2026-07-04 09:37:31