Beim 2:0-Sieg im WM-Sechzehntelfinale feierte Nati-Captain Granit Xhaka ein grosses Jubiläum mit seinem 150. Einsatz im Nationalteam. Ein Blick auf die Schweizer Rekordspieler zeigt, dass einige andere Akteure vor grossen Marken stehen.
Mit seinem 150. Spiel für das Schweizer Nationalteam hat sich Granit Xhaka nochmals auf ein ganz neues Level im Nationalteam gehoben. Der Schweizer Captain schraubt die Rekordmarke in eine Höhe, die womöglich nie mehr erreicht werden wird. Als jüngster Spieler der Schweizer Fussballgeschichte schaffte er die Aufnahme in den kleinen Zirkel der Spieler mit 100 Einsätzen für das Nationalteam. Mittlerweile sorgt er dafür, dass sein Name noch über Generationen hinweg ein Thema sein wird. Mit dem Achtelfinale gegen Kolumbien steht der Schweizer Anführer nun sogar bei 151 Einsätzen und im Viertelfinale gegen Argentinien wird er sein 152. Länderspiel bestreiten.
Es ist ein Trio aus derselben Generation, das sich an die Spitze der Rekordspieler der Schweiz gesetzt hat. Gemeinsam mit Xhaka feierte Ricardo Rodriguez schon in der U 17 den Weltmeistertitel im Jahr 2009. Die beiden gehen ihre Karriere im Nationalteam seither beinahe im Gleichschritt. Der "ewige Rodriguez" steht mittlerweile ebenfalls bei 143 Spielen mit dem Nationalteam. Die aktuelle Weltmeisterschaft beweist einmal mehr, dass er noch immer von grossem Wert für das Nationalteam sein kann.
Sowohl Xhaka als auch Rodriguez werden dann wohl selbst bestimmen, wann die Jagd nach immer mehr Spielen ein Ende finden wird. Nach 125 Einsätzen für die Nati trat Xherdan Shaqiri nach der EURO 2024 zurück. Tendenziell dürfte wohl Rodriguez vor Xhaka den Rücktritt erklären, ob schon nach dem aktuellen Turnier, bleibt abzuwarten. Für Rodriguez wäre die Marke von 150 Spielen im Nationalteam im Falle eines Einzugs in den WM-Viertelfinal noch in diesem Kalenderjahr zu erreichen.
Es sind nur noch vier weitere Spieler, welche es in den berüchtigten 100er-Club des Schweizer Nationalteams geschafft haben. Mit Heinz Hermann natürlich der langjährige Rekordhalter, der zwischen 1978 und 1991 insgesamt 118 Länderspiele gesammelt hat. Dicht auf Hermann folgt Alain Geiger, der zwei Jahre später als sein Natikollege debütierte. Mit Stephan Lichtsteiner hat auch Xhakas Vorgänger als Nati-Captain die Marke von 100 Spielen geknackt. Komplettiert wird das Septett durch Stephane Chapuisat, der die magische Marke kurz vor der Europameisterschaft 2004 erreichte.
Dieser prestigeträchtige Zirkel könnte im Verlauf des nächsten Jahres gleich dreifachen Zuwachs erhalten. Noch ist das in den Top Ten der Schweizer Rekordspieler nicht absehbar, was sich schon mit dem WM-Achtelfinale in Vancouver ändern wird. Remo Freuler bestritt gegen Kolumbien sein 93. Länderspiel und zog damit mit Haris Seferovic gleich. Im WM-Viertelfinale dürfte er auf eine Stufe mit Yann Sommer steigen. Die Situation bei Freuler ist derzeit ähnlich wie bei Rodriguez. Wie weit es noch nach oben geht, hängt wohl auch von ihrer Entscheidung nach der WM ab. Freuler ist mit 34 Jahren derzeit der älteste Spieler im Team und die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld wächst.
Rodriguez und Freuler müssten wohl für den weiteren Verbleib im Nationalteam akzeptieren, dass ihnen wohl der Stammplatz abgelaufen wird. Freuler könnte mit den Nations-League-Spielen im Herbst die 100er-Marke knacken.
In einer aussichtsreicheren Position befinden sich derweil Breel Embolo und Manuel Akanji. Es gibt keine Zweifel daran, dass die Nummer eins im Schweizer Sturm und der Abwehrchef im Nationalteam, auch in der kommenden Kampagne eine tragende Rolle einnehmen werden. Embolo steht derzeit bei 91 Spielen in der Nati. Der Stürmer könnte also auch schon bald in den 100er-Club aufgenommen werden. Gleichzeitig schraubt er auch noch eine andere Marke immer weiter nach oben. Mit 26 Toren im Nationalteam steht er diesbezüglich an siebter Stelle. Mit drei weiteren Toren würde er zu Jacques Fatton und Trello Abegglen aufschliessen.
Noch etwas weiter ist der Weg für Manuel Akanji unter die zehn Spieler mit den meisten Länderspieleinsätzen. Derzeit steht der Inter-Verteidiger bei 86 Spielen. Im WM-Achtelfinale zog er mit Fabian Schär an 15. Position der Rangliste gleich. Es spricht nichts dagegen, dass Akanji weiterhin eine feste Säule in der Abwehr bleiben wird. So wäre für ihn gegen Ende des Kalenderjahres 2027 die Marke von 100 Spielen im Nationalteam zu erreichen. Diese würde natürlich zusätzlich näher rücken, je länger der Schweizer Weg an der WM in Nordamerika noch dauert.
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