In wenigen Tagen startet die Schweizer Nationalmannschaft in die WM. Doch mit welcher Formation wird Murat Yakin das erste Gruppenspiel angehen? Wir wagen eine Prognose und zeigen, welche elf Spieler gegen Katar von Beginn an auflaufen könnten.
Gregor Kobel geht als klare Nummer eins in das Turnier. Nachdem ihm lange Yann Sommer den Platz zwischen den Pfosten streitig machte, erhält der Dortmunder nun die Möglichkeit, sich an einer grossen Endrunde als Stammkeeper zu beweisen. Der 28-Jährige blickt auf eine erneut starke Saison in der Bundesliga zurück und hat nach anfänglichen Schwierigkeiten inzwischen auch im Nationalteam zu seiner Bestform gefunden.
Läuft in der Gruppenphase alles, wie man es sich aus Schweizer Sicht erhofft, dürfte Kobel nur selten ernsthaft geprüft werden. Spätestens in den K.-o.-Spielen könnten seine Qualitäten jedoch zu einem entscheidenden Faktor für die Schweizer Ambitionen werden.
Die wohl wichtigste Frage vor dem ersten Gruppenspiel betrifft die taktische Ausrichtung der Schweizer Nationalmannschaft. In der Qualifikation setzte Nationaltrainer Murat Yakin konsequent auf eine Viererkette. Widmer, Elvedi, Akanji und Rodriguez bildeten in allen sechs Partien die Defensive von Beginn an.
In den Testspielen gegen Norwegen und Jordanien liess Yakin seine Mannschaft jedoch mit einer Dreierkette auflaufen. Besonders die Begegnung mit Jordanien dürfte dabei als richtungsweisend gelten, da sie gezielt als Simulation des Auftaktspiels gegen Katar angelegt war. Für unsere Prognose entscheiden wir uns deshalb ebenfalls für eine Dreierabwehr. Als gesetzt gelten Nico Elvedi und Manuel Akanji, an den beiden Innenverteidigern führt kein Weg vorbei. Den dritten Platz in der Abwehrreihe dürfte der erfahrene Ricardo Rodriguez einnehmen. Zwar erhielt gegen Jordanien Denis Zakaria den Vorzug, doch der 138-fache Nationalspieler hat an Endrunden bislang immer überzeugt.
Obschon Zakaria bei der AS Monaco auch in einer Dreierabwehrkette zum Einsatz kommt, reicht es für ihn wohl nicht in die Startelf. Gegen einen Einsatz des Monaco-Captains in der Schweizer Defensive spricht, dass er bei Monaco meist als zentraler Innenverteidiger aufläuft. Diese Rolle ist in der Nationalmannschaft jedoch bereits fest an Manuel Akanji vergeben.
Sollte die Schweiz mit einer Dreierkette antreten, dürfte Michel Aebischer die Rolle des linken Schienenspielers übernehmen. Der ehemalige YB-Profi kennt diese Position bereits. An der EURO 2024 setzte Murat Yakin ihn erstmals auf dieser Seite ein - mit Erfolg. Aebischer wusste auf Anhieb zu überzeugen und etablierte sich als wertvolle Option auf der linken Bahn.
Zudem scheint der Pisa-Spieler bei Yakin ein hohes Standing zu geniessen. Trotz einer schwierigen Saison, die mit dem Abstieg aus der Serie A endete, stand er in diesem Jahr in drei von vier Testspielen in der Startelf. Die beiden Plätze im zentralen Mittelfeld dürften fest vergeben sein. Granit Xhaka und Remo Freuler bilden seit Jahren das Herzstück der Schweizer Nationalmannschaft. Der Nationaltrainer wird auf dieser Position daher nur Änderungen vornehmen, wenn er aufgrund von Verletzungen oder Sperren dazu gezwungen ist.
Die Position des rechten Schienenspielers dürfte Johan Manzambi übernehmen. Der Freiburger Shootingstar zählt zu den grossen Gewinnern der vergangenen beiden Testspiele und kam bereits gegen Jordanien auf dieser Position zum Einsatz. Mit seinem Tempo, seiner Dynamik und seiner Durchschlagskraft kann er insbesondere gegen tief stehende Gegner zu einem echten Unterschiedsspieler werden.
Eine Alternative wäre Silvan Widmer. Der Routinier vom 1. FSV Mainz 05 würde jedoch eine deutlich defensivere Interpretation der Rolle mitbringen. Während Manzambi vor allem offensive Akzente setzt, steht Widmer für Stabilität und defensive Absicherung auf der rechten Seite. In den Gruppenspielen, in denen die Schweiz jeweils als Favorit ins Rennen gehen dürfte, erscheinen diese Qualitäten jedoch weniger gefragt.
Dan Ndoye und Breel Embolo gelten in der Offensive als gesetzt. Die beiden Angreifer präsentieren sich im Nationaldress derzeit in bestechender Form. Die Schweiz erzielte im Kalenderjahr 2026 bislang acht Treffer, fünf davon gingen auf das Konto dieses Duos. Ihre Bedeutung für das Offensivspiel der Nati ist entsprechend kaum zu überschätzen.
Komplettiert werden dürfte die Angriffsreihe im ersten Gruppenspiel von Ruben Vargas. Der Sevilla-Legionär hatte in dieser Saison zwar immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, genoss unter Murat Yakin bislang jedoch stets grosses Vertrauen. Voraussetzung für den Platz in der Startelf ist natürlich, dass sich Vargas zeitnah von seiner Blessur, die einen Einsatz gegen Australien verhindert hat, erholt.
Mit Noah Okafor steht zwar eine weitere interessante Option zur Verfügung, der Basler konnte im Nationalteam bislang jedoch nur wenige Einsatzminuten sammeln. Dafür könnte seine Explosivität später im Spielverlauf umso wertvoller werden, wenn frische Kräfte gefragt sind. Fabian Rieder hatte zuletzt zudem mit einer Verletzung zu kämpfen. Darüber hinaus bringt Ruben Vargas im Eins-gegen-eins andere Qualitäten mit und gilt als deutlich durchschlagskräftiger. Gerade gegen tief stehende Gegner könnte dieser Faktor den Ausschlag geben und Vargas den Vorzug in der Startelf verschaffen.
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