Die Schweizer Legionäre in den fünf grossen europäischen Ligen stehen regelmässig im Fokus, sei dies ein Granit Xhaka in der Premier League, Yann Sommer und Manuel Akanji in der Serie A, die grosse Schweizer Bundesliga-Fraktion um Nati-Goalie Gregor Kobel oder das Schweizer Duo bei der AS Monaco. In diesem Artikel rücken wir die anderen Legionäre in den Fokus. Wer steht abseits der Big-Five-Ligen im Meisterrennen oder kämpft um den Aufstieg oder gegen den Abstieg?
Seit dieser Saison verdient Dereck Kutesa sein Geld in Griechenland bei AEK Athen. Mit den Griechen kämpft der Schweizer Flügelspieler um den Meistertitel. Derzeit liegt AEK mit zwei Punkten Vorsprung auf Olympiakos Piräus an der Spitze. PAOK Saloniki auf Rang 3 ist ebenfalls nur drei Zähler zurück. Diese drei Teams werden den Titel unter sich ausmachen, wobei Kutesa selbst nur bedingt mithelfen darf, da er über den Status des Ergänzungsspielers nicht hinauskommt.
In der dänischen Superliga sind mit Kevin Mbabu und Junior Zé gleich zwei Schweizer im Titelrennen mit dabei. Die beiden Spieler des FC Midtjylland liegen in der Tabelle gleichauf mit Aarhus und grüssen dank des besseren Torverhältnisses von Platz 1. Während Mbabu regelmässig zum Einsatz kommt, jedoch oft nur als Joker, hat sich der leihweise Wechsel von Zé vom FC Basel nach Dänemark nicht bezahlt gemacht. Der 20-Jährige spielt in der Meisterrunde überhaupt keine Rolle mehr und kam in sieben möglichen Partien keine Sekunde zum Einsatz.
In der Türkei spielt kein Schweizer im Meisterrennen eine Rolle, dafür kämpft mit Samuel Ballet einer gegen den Abstieg. Der Rechtsaussen verdient sein Geld bei Antalyaspor, die in der Tabelle in akuter Abstiegsgefahr schweben. Das zweitletzte Kayserispor hat nur zwei Zähler weniger auf dem Konto und insgesamt kämpften fünf Teams gegen zwei direkte Abstiegsplätze. Ballet gehörte zuletzt mehrheitlich zum Stammpersonal und ihm gelangen in 21 Ligaspielen vier Tore und ein Assist.
In der belgischen Jupiler Pro League sieht es gut aus, dass ein Schweizer den Titel holen wird. Marc Giger von Union SG ist auf einem guten Weg, den Meistertitel zu verteidigen. Der Vorsprung in der Tabelle auf Club Brügge beträgt aber nur zwei Zähler. Der 22-jährige Giger hat bei den Belgiern jedoch einen schweren Stand, kam er doch letztmals am 14. März für nur vier Spielminuten zum Einsatz. Im Titelrennen muss er bis dato also zuschauen und dürfte mit seiner persönlichen Rolle alles andere als zufrieden sein.
Andi Zeqiri wechselte auf diese Saison hin nach Polen zu Widzew Lodz, wo er zu alter Stärke finden und auf den Schweizer WM-Zug aufspringen wollte. Das Vorhaben ist bislang gehörig schiefgelaufen, denn bei seinem neuen Verein ist der 26-Jährige nur Ergänzungsspieler und Lodz befindet sich in akuter Abstiegsgefahr. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt einen Punkt, womit Zeqiri dagegen kämpft, mit einem Abstieg in die grosse Bedeutungslosigkeit zu rutschen. Der Stürmer selbst steht nach 20 Ligaspielen nur bei einem Tor und einem Assist. Mit Maxime Dominguez, der ebenfalls nur Ergänzungsspieler ist, befindet sich noch ein zweiter Schweizer Polen-Legionär mit seinem Verein Cracovia im Abstiegskampf, hat sein Team nur zwei Zähler Vorsprung auf Lodz.
Während wohl ein Schweizer absteigen wird, darf sich ein anderer wohl über den Aufstieg freuen. Raoul Giger liegt mit Wisla Krakau auf Aufstiegskurs, beträgt der Vorsprung auf den ersten nicht direkten Aufstiegsplatz neun Zähler. Auch Petar Pusic darf mit Wieczysta noch auf einen Top-2-Rang hoffen, beträgt der Rückstand auf den direkten Aufstiegsplatz vier Zähler.
In der Ligue 2 befinden sich mit Théo Magnin (Red Star FC) und Mathis Magnin (Rodez AF) gleich zwei Mannschaften im Aufstiegsrennen. Der Rückstand von Red Star auf den direkten Aufstiegsplatz beträgt vier Zähler, während Rodez AF sechs Punkte hinter Platz 2 zurückliegt. Théo Magnin kommt bei Red Star zwar regelmässig zum Einsatz, zumeist jedoch nur als Joker. Mathis Magnin hingegen ist Stammspieler in der Innenverteidigung bei Rodez.
In Österreich gehört RB Salzburg zu den grossen Meisterkandidaten und noch ist für das Team von Enrique Aguilar alles möglich. Salzburg liegt in der Tabelle nur zwei Punkte hinter Leader LASK und Sturm Graz zurück. Der junge Schweizer Stürmer spielt bei den Profis aber noch kaum eine Rolle, muss er in erster Linie mit Einsätzen in der 2. Liga beim Partnerteam FC Liefering vorliebnehmen.
Nico Maier wechselte auf diese Saison hin zum FC Blau-Weiss Linz, wo er gegen den Abstieg kämpft. Sein Team hat nur gerade einen Punkt Vorsprung auf den Tabellenletzten aus Wolfsberg. Der Schweizer Flügel kommt regelmässig zum Einsatz und steuerte in 18 Partien fünf Scorerpunkte (vier Tore und einen Assist) bei. Zuletzt konnte er sich einen Stammplatz erkämpfen und er verhalf seinem Team mit drei Scorerpunkten zu zwei Siegen in Serie.
Cedric Itten wechselte im Sommer vom BSC Young Boys zu Fortuna Düsseldorf in der Hoffnung, dass er im nächsten Jahr in der Bundesliga würde spielen können. Mit Düsseldorf erlebt er jedoch eine ganz schwache Saison, muss sein Team sogar um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga bangen. Der Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz beträgt nur einen Zähler. An den Leistungen von Itten liegt es nicht, traf der Stürmer in 28 Ligaspielen immerhin 13-mal (und lieferte drei Assists). Ein Abstieg wäre für ihn der Super-GAU und er dürfte wohl kaum mit in die 3. Liga gehen wollen. Mit Jan Elvedi und Aaron Keller (beide Greuther Fürth) stecken zwei weitere Schweizer tief im Abstiegssumpf. Sie stehen momentan auf dem zweitletzten Tabellenplatz.
Dafür sieht es für Rechtsverteidiger Adrian Gantenbein und den FC Schalke 04 rosig aus. Drei Spieltage vor Schluss haben sie als Tabellenerster sieben Zähler Vorsprung auf Rang 3, womit man den direkten Aufstieg in die Bundesliga bereits am nächsten Spieltag perfekt machen kann. Gantenbein war zu Saisonbeginn noch Stammspieler, doch nachdem ihn eine Wadenverletzung längere Zeit ausser Gefecht gesetzt hat, tastet er sich wieder mit Joker-Einsätzen heran.

In der rumänischen Superliga liegt CS U Craiova in Führung, doch der Vorsprung auf das zweitplatzierte Team FC Universitatea Cluj beträgt nur drei Zähler. Jasper van der Werff steht seit August 2024 bei den Rumänen unter Vertrag, wobei er in dieser Saison noch keine einzige Sekunde mitmachen durfte. Eine grössere Verletzung setzte den Verteidiger längere Zeit ausser Gefecht und auch nach seiner Genesung spielt er bei Cluj keine Rolle mehr.
In der zweithöchsten rumänischen Liga spielt mit Dimitri Oberlin ein hierzulande bestens bekannter Stürmer. Der 28-Jährige galt einst als Riesentalent, doch seine Karriere nahm dann nicht den erhofften Verlauf. Mit Sepsi OSK befindet er sich in der Aufstiegsrunde auf dem zweiten Rang, wobei Corvinul schon acht Zähler vorausliegt. Oberlin steht in dieser Saison bei 24 Ligapartien und elf Scorerpunkten (sechs Tore und fünf Assists).
In Ungarn entwickelt sich ein enger Titelkampf zwischen Ferencvaros und ETO FC. Derzeit liegt Stefan Gartenmann mit seinem Team einen Zähler hinter ETO zurück. Der Schweizer Verteidiger eroberte bereits vor einem Jahr den ungarischen Meistertitel und er würde diesen natürlich zu gerne verteidigen. Aufgrund einer schwereren Verletzung fehlt Gartenmann seinem Team bereits seit November und dürfte in dieser Saison wohl auch nicht mehr zurückkehren.
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