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Hefti fühlt sich nach einer schwierigen Zeit endlich wieder gebraucht

Neuanfang in den USA

Silvan Hefti hat in den USA einen Neuanfang gewagt - und fühlt sich bei D.C. United unter Trainer René Weiler wieder gebraucht. "Es fühlt sich gut an", sagt der ehemalige HSV-Spieler im Gespräch mit Blick. Nach einer schwierigen Zeit in Hamburg, wo er sportlich keine Rolle mehr spielte, wagte Hefti Ende Januar den Wechsel in die Major League Soccer (MLS). "Die letzten Monate in Hamburg waren sportlich eine Enttäuschung. Es gab keine echte Chance auf einen Turnaround. Ich hatte mir das Ende anders vorgestellt", gibt er offen zu.

Den entscheidenden Impuls für den Wechsel nach Washington gab ein alter Bekannter: René Weiler, Cheftrainer bei D.C. United, überzeugte Silvan Hefti mit einem klaren Plan. "René hat mir vom ersten Telefonat an ein sehr gutes Gefühl gegeben", erzählt der Rechtsverteidiger. Nach schwierigen Jahren soll D.C. United zurück in die Playoffs geführt werden. "Und ich soll als Leader vorangehen und eine Winner-Mentalität ins Team bringen. Das gefällt mir." Für den Moment geniesst er seinen Neuanfang in den Vereinigten Staaten. "Es macht Spass, wieder regelmässig zu spielen - und mit René, der sehr fordernd ist, auf einem guten Niveau zu arbeiten."

Die US-amerikanische Liga wird in Europa oft belächelt, doch Hefti sieht das anders: "Für mich ist das kein Karriere-Ausflug." Zwar gebe es in der MLS ein grösseres Leistungsgefälle und die Liga sei technisch und taktisch nicht mit den Top-5-Ligen Europas vergleichbar. Dennoch hebt er hervor: "Es gibt Mannschaften, die auf europäischem Niveau mithalten könnten." Als Beispiel nennt er Inter Miami: "Das fühlt sich an wie ein Bundesliga-Gegner. Es wäre spannend, zu sehen, wie sie sich in Europa schlagen würden."

Besonders beeindruckt hat Hefti das Heimspiel gegen Lionel Messi und Inter Miami. "Normalerweise spielen wir vor maximal 20’000 Fans im Audi Field. Für dieses Spiel sind wir ins NFL-Stadion ausgewichen - am Ende waren 72’000 Zuschauer da." Ein Erlebnis, das die Unterschiede zwischen der US-amerikanischen und der europäischen Fussballkultur deutlich machte. "Die Vermarktung ist komplett anders - hier ist alles stärker auf Events und Stars ausgerichtet." Die Fankultur sei weniger heissblütig, was Hefti jedoch als erfrischenden Kontrast empfindet: "Es ist spannend, dieses amerikanische Lebensgefühl kennenzulernen. Bislang habe ich gute Eindrücke gesammelt."

Noch keine WM-Euphorie spürbar

Die bevorstehende Weltmeisterschaft 2026, die teilweise in den USA stattfinden wird, spielt in Heftis neuer Wahlheimat bislang keine grosse Rolle. "Der grosse Hype ist noch nicht da. Aber mir wurde gesagt: Wenn es losgeht, dann richtig", erzählt er. Ob er selbst ein Spiel vor Ort verfolgen wird, ist ungewiss - Spiele in Washington sind nicht geplant, und Hefti hat während der Ligapause einen Umzug vor sich. Eines steht für ihn jedoch fest: "Ich hoffe, dass die Nati so weit wie möglich kommt."

Damian Möschinger DC United Fussball Fussball International MLS René Weiler Silvan Hefti

2026-04-19 15:15:47