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Xhaka und Sommer als Ausnahmen bei erstem Top-Transfer

Wie haben die Schweizer bei ihrem ersten Verein in einer Topliga performt?

Leon Avdullahu hat erst kürzlich den Schritt in die Bundesliga gewagt und folgt damit mehreren prominenten Beispielen. Seit 2009 sind gleich mehrere Schweizer Spieler, in verschiedenen Altersstufen, den Weg aus der Super League in eine der Top-5-Ligen gegangen, mit unterschiedlichem Erfolg.

Wir haben uns bei dieser Auflistung auf jene Schweizer reduziert, die zum ersten Mal ins Ausland gewechselt sind. Die Spieler in Klammern sind jene Spieler, die in der Schweiz ausgebildet wurden, sich dann allerdings für eine andere Nation entschieden haben. Zudem gibt es gar einige Exemplare, die den Schritt aus der Challenge League in eine Top-5-Liga gefunden haben. Diese sind mit einem Stern markiert.

2009/10 - Erfolgsquote: 1/4

Wir beginnen im Sommer 2009, also jenem Jahr, in dem die U17-Nationalmannschaft sensationell Weltmeister wurde. So ist dann auch Haris Seferovic in dieser Liste, der kurz danach in Italien unterschrieben hat, allerdings erst über Umwege zum Erfolg kam. Der einzige wirkliche Abgänger in dieser Saison ist Eren Derdiyok, der in Leverkusen für einige Jahre für Furore sorgte und mit einem Traumtor gegen Benaglios Wolfsburg weltweiten Ruhm erlangte.

2010/11 - Erfolgsquote: 0/3

Nur wenig später suchten mit Pajtim Kasami und Nassim Ben Khalifa zwei weitere U17-Weltmeister den Weg ins Ausland. Für beide kam dieser Schritt allerdings noch zu früh, sodass auch sie zuerst in die Schweiz oder zu kleineren Vereinen mussten, um dort den nächsten Anlauf zu starten.

2011/12 - Erfolgsquote: 3/7

Mit Ricardo Rodriguez suchte auch eineinhalb Jahre nach dem Triumph ein vierter Weltmeister die Herausforderung Bundesliga. Er hatte dabei deutlich mehr Erfolg als seine Vorgänger und setzte sich durch. Auch Timm Klose machte mit seinem Wechsel alles richtig, wechselte zwei Jahre später ebenfalls nach Wolfsburg. Ein Halb-Schweizer setzte sich mit Senad Lulic in Rom durch und wurde bei Lazio zur Legende.

2012/13 - Erfolgsquote: 1.5/6

Mit Silvan Widmer und Kevin Mbabu haben wir hier zwei Nationalspieler, die aber etwas Anlaufzeit brauchten. Widmer überzeugte zwar später bei Udinese, machte aber wie Mbabu den Umweg über die Schweiz für den endgültigen Durchbruch. Von Raphael Spiegel und Adrian Nikci hört man heute nicht mehr viel.

Am erfolgreichsten war der Transfer von Granit Xhaka, der sich am Niederrhein schnell zu einem Schlüsselspieler mauserte und wurde dort Captain. Einen halben Punkt bekommt hier Xherdan Shaqiri, der sich beim FC Bayern München nicht durchsetzen konnte. Dies war bei der starken Konkurrenz um Ribéry und Robben aber auch extrem schwer. Wenn er gespielt hat, zeigte er meist gute Leistungen.

2013/14 - Erfolgsquote: 1/4

Ein Jahr, in dem weniger gelaufen ist. So wirklich durchsetzen beim neuen Verein konnte sich allerdings nur Josip Drmic. Für Nürnberg traf er wie am Laufmeter, konnte den Abstieg aber nicht verhindern und wechselte anschliessend zu Bayer Leverkusen.

2014/15 - Erfolgsquote: 2.5/6

Unbestritten ist hier, dass die beiden Torhüter den perfekten Verein gefunden haben. Roman Bürki war ohne Zweifel die Nummer 1 und verdiente sich später dank starken Leistungen den Wechsel nach Dortmund. Yann Sommer war über Jahre hinweg bei Gladbach, einer der besten Torhüter der Liga und nachher auch noch beim Ligakrösus aus München.

Hier gibt es einen halben Punkt für Valentin Stocker. In Berlin hatte er mit drei Toren und neun Assists eine starke erste Saison, musste danach aber immer häufiger auf der Bank Platz nehmen. Auch heute noch wird er von den Hertha-Fans vermisst.

2015/16 - Erfolgsquote: 4/10

Die ganzen Punkte sind hier schnell vergeben. Remo Freuler mauserte sich bei den Bergamasken zur Vereinslegende und Nati-Dauerbrenner, Nico Elvedi ist seit Jahren fester Bestandteil der Fohlen-Abwehr. Mit Berat Djimsiti hat sich ein weiterer Innenverteidiger mit FCZ-Vergangenheit beim gleichen Verein wie Freuler durchgesetzt.

Zusätzlich vergeben wir zwei halbe Punkte. Einer geht an Fabian Frei, der ähnlich wie Stocker eigentlich gut reingekommen ist, dann allerdings immer mehr Mühe bekundete und schlussendlich mit der Rückkehr nach Basel die Handbremse gezogen hatte. Der zweite halbe Punkt geht an den heute wohl erfolgreichsten dieser Spieler, an Fabian Schär. In Hoffenheim kam er nur in der ersten Saison wirklich zum Zug und erst über den Umweg La Coruña kam er in Newcastle zum Erfolg.

2016/17 - Erfolgsquote: 1/5

Gleich mehrere Spieler fanden in diesem Sommer den Weg in eine Top-Liga, so wirklich Erfolg hatte allerdings nur Breel Embolo teilweise. Immerhin konnte er sich in der Bundesliga halten und machte später vor allem in Gladbach weiter auf sich aufmerksam.

2017/18 - Erfolgsquote: 2.5/6

Einmal mehr vergeben wir einen halben Punkt. Renato Steffen hat sich in Wolfsburg keineswegs schlecht angestellt, irgendwie schien es aber nie so richtig zu harmonieren. Besser lief es da bei Akanji, der nach Dortmund gar zum grossen Manchester City wechseln konnte. Auch Denis Zakaria hatte eine hervorragende Phase in Deutschland, war der Star der Mannschaft und verdiente sich so Wechsel zu Juventus und Chelsea, die leider beide nicht aufgingen.

2018/19 - Erfolgsquote: 0/1

Michael Lang war der einzige Schweizer, der in dieser Saison den Schritt ins Ausland wagte. Nachdem er zu Beginn noch spielte, setzte der damalige Trainer Marco Rose aber immer mehr auf dessen Landsmann Stephan Lainer. Lang half auch Plan B in Bremen nichts.

2019/20 - Erfolgsquote: 2/3

Auch wenn Dan Ndoye heute der grösste dieser drei Namen ist, verpasst er hier den Punkt. Der Wechsel aus der Challenge League von Lausanne nach Nizza kam deutlich zu früh, nach einem zweiten Anlauf in Basel startete er dann durch.

Deutlich besser waren da die Wechsel von Djibril Sow und Rubén Vargas. Beide waren bei ihren neuen Vereinen Stammspieler und wichtige Leistungsträger. Es ist spannend zu sehen, dass ihre Wege sehr ähnlich waren, schliesslich spielen jetzt beide bei Sevilla.

2020/21 - Erfolgsquote: 3/6

Jordan Lotomba hatte in Nizza mehr Erfolg als zuvor Dan Ndoye. Er war lange unbestrittener Stammspieler, aufgrund der französischen Liga flog er allerdings unter dem Radar. Ähnlich sieht es bei Simon Sohm aus, der Parma bis heute nicht verlassen hat und in der Serie B zum Leistungsträger gereift ist. Jonas Omlin zeigte sein Können in der französischen Liga und verdiente sich so den Platz als Nachfolger von Yann Sommer im Tor der Borussia.

2021/22 - 0/3

Drei Spieler verliessen die Super League, suchten sich dafür alle eine eigene Liga aus. Für alle drei Spieler war es eine Liga, oder zumindest ein Verein, die eine Stufe zu hoch ist. Cömert wechselte anschliessend den Verein, Hefti spielte zuletzt leihweise in der 2. Bundesliga und bei Barès wartet man weiterhin auf den Durchbruch.

2022/23 - 1.5/2

Kevin Spadanuda hier keinen Punkt zu geben, wäre nicht ganz fair. Der Zeitpunkt und vor allem der Weg aus der Challenge League in die Ligue 1 war zwar etwas gross, der nun 28-Jährige schlug sich aber nicht schlecht. Michel Aebischer seinerseits hat in Bologna seine zweite Heimat gefunden und wurde schon fast zu einer Identifikationsfigur.

2023/24 - Erfolgsquote: 2/7

Es ist unglaublich schwer, diese Transfers zu bewerten. Zeki Amdouni hat eigentlich nicht so schlecht gespielt, Fabian Rieder ebenfalls. Trotzdem sind beide bereits weitergezogen, haben wieder etwas mehr Erfolg. Cédric Zesiger seinerseits hatte bei Wolfsburg einen schweren Stand und ist nach Augsburg gezogen. Aurèle Amenda spielte noch eine halbe Saison leihweise bei YB, in dieser Saison kam er nie so wirklich auf Touren.

Definitiv ein Erfolg war der Transfer von Leonidas Stergiou. Der Ex-Espe war in der Saison 2023/24 noch leihweise bei Stuttgart, dass die Kaufoption gezogen wurde, sagt schon viel über seine Leistungen. Becir Omeragic hatte nicht immer einfache Zeiten, zuletzt allerdings immer gespielt, wenn er fit war und im letzten Saisonspiel gar die Captainbinde getragen.

2024/25 - Erfolgsquote: 1/1

Auf die vergangene Saison wagte kein Schweizer den Sprung in eine Topliga, der grösste Transfer war jener von Ardon Jashari, der nach Belgien wechselte. Im Winter versuchte sich dann Luca Jaquez, der mittlerweile in der Mannschaft angekommen ist und gar im Pokalfinale von Beginn weg spielte.

2025/26 - Erfolgsquote: ?

Man darf also gespannt sein, wie sich Leon Avdullahu in Hoffenheim schlägt. Die Erfahrung aus der Vergangenheit mit Sandro Wieser und Fabian Schär zeigt, dass es da nicht immer einfach ist. Zweiterer hat aber bewiesen, dass es mit Geduld und Wille auch mit Umwegen möglich ist, zum Star zu werden.

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2025-06-25 12:00:57